Volkssolidarität


Sachsen

Die Nachkriegsjahre ab 1945

Gründung der "Volkssolidarität gegen Wintersnot!"

Die heutige Volkssolidarität wurde am 17. Oktober 1945 in Dresden unter dem Namen "Volkssolidarität gegen Wintersnot!" gegründet. Auch im Erzgebirge fanden sich nach dem Krieg in vielen Ortschaften Bürger und die Vertreter verschiedener Institutionen mit dem Ziel zusammen, der schwierigen Lage der Menschen entgegenzuwirken.

 

Volkssolidarität im Ergebirge

Am 1. November 1945 fand die erste Sitzung des Ortsausschusses der Volkssolidarität Schwarzenberg statt. Zu den Initiatoren gehörten 15 Schwarzenberger Bürger. Unter den Gründungsmitgliedern waren zwei Pfarrer, zwei Handwerksmeister und aktive Frauen. In den ersten Jahren konzentrierte sich der Schwarzenberger Ortsausschuss auf die Durchführung von Schuh- und Kleidersammelaktionen, finanzielle Hilfeleistungen für bedürftige Bürger, Kinderspeisung, Kindererholung, Einrichtung von Kinderpflegestellen, die Schaffung einer Volksküche und die Organisation von Weihnachtsfeiern.

Entwicklung in den 1950er Jahren

Festigung des Aufgabenspektrums

Im Jahr 1949 war ein großer Teil der sozialen Aufgaben der unmittelbaren Nachkriegsjahre auf einem Mindestniveau gelöst. Die Notstände in der deutschen Bevölkerung waren gemildert. Trotz der widrigen Umstände konnte eine Grundversorgung für alle Bürger erreicht werden. In den folgenden Jahren galt es daher, die sozialen Ziele und Erfordernisse neu zu bestimmen. Die breite Palette der Aufgabengebiete der Volkssolidarität blieb auf Grund der hohen Legitimation in der Bevölkerung aber erhalten. Das Aufgabenfeld des Verbandes erstreckte sich von der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe über die Unterstützung der Werktätigen bis hin zur Weiterentwicklung der Bahnhofsdienste oder der Durchführung von Solidaritätsaktionen.

Entwicklung in den 1960er Jahren

Fokus auf Betreuung und Integration

Zu den zentralen Aufgaben der Volkssolidarität in den 1960er Jahren zählte die Betreuung älterer und hilfebedürftiger Menschen. Zudem galt es, die Senioren in das soziale und politische Leben zu integrieren. Das gelang insbesondere durch Veteranenklubs und die Einrichtung von Klubs der Volkssolidarität. Ein weiterer wichtiger Aspekt der sozialen Arbeit lag in der Unterstützung und Entlastung berufstätiger Frauen durch entsprechende hauswirtschaftliche Dienstleistungen.

 

In den 1960er Jahren wurden die verbindenden Worte: „Miteinander – Füreinander“ erstmals verwendet. Heute spiegeln sie als Slogan das Tun der Volkssolidarität wider.

Entwicklung in den 1970er Jahren

Konzentration auf die Arbeit mit alternden Menschen

Mit Beginn der 1970er Jahre konzentrierte sich das Schaffen der Volkssolidarität auf den Bereich der Altenarbeit und Altenhilfe. Das Wirken des Verbandes stand nun unter dem Motto: "TätigseinGeselligkeitFürsorge". Es wurden Tätigkeiten wie die Instandhaltung von Wohnungen oder Nachbarschaftshilfen und Kinderbetreuung durch sogenannte "Rentnerbrigaden" organisiert. Im Bereich der Fürsorge lag das Hauptaugenmerk auf der ambulanten Pflege Hilfebedüftiger sowie der Versorgung älterer Menschen mit täglichen Mahlzeiten.

 

Chorgründung in Schwarzenberg

Die Arbeit des Verbandes führte zu einem engeren Zusammenrücken der Menschen. So fanden sich in Schwarzenberg 16 sangesfreudige Senioren zusammen, um gemeinsam zu singen und die Freude daran miteinander zu teilen. Gründungstag des Schwarzenberger Chores der Volkssolidarität ist der 5. Juni 1975. Die Singgemeinschaft ist auch heute noch sehr aktiv und tritt mit verschiedenen Programmen zu Veranstaltungen im gesamten Westerzgebirge auf.

Entwicklung in den 1980er Jahren

Volkssolidarität als Massenorganisation

Bis in die Endphase der Deutschen Demokratischen Republik hinein war die Volkssolidarität territorial organisiert. Bestimmende Basis waren die jeweiligen Ortsgruppen. Ende der 1980er Jahre verzeichnete die Volkssolidarität einen Höchststand an Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern. Mit über 2,1 Millionen Mitgliedern war das Jahr 1988 das Mitgliederstärkste seit Gründung – zudem leisteten mehr als 200.000 sogenannte Volkshelfer ehrenamtliche Arbeiten wie betreute Hauswirtschaftspflege oder Nachbarschaftshilfe.

Entwicklung in den 1990er Jahren

Niedergang der DDR bringt große Veränderungen für die Volkssolidarität

Die Jahre ab 1989 brachten grundlegende Einschnitte in das Wirken der Volkssolidarität. Der Mitgliederverband sah sich völlig veränderten Anforderungen gegenüber. Vor allem im Bereich der Sozialen Dienste und der sozialpolitischen Interessenvertretung galt es, umzudenken. Neben nötigen personellen Veränderungen wurde ein Prozess zur Umgestaltung der Volkssolidarität entsprechend der Bedingungen der freien Wohlfahrtspflege in Gang gesetzt. Es wurde eine entideologisierte Satzung beschlossen, in der sich die Volkssolidarität als gemeinnützige, parteipolitisch und konfessionell unabhängige, selbständige Organisation bestimmte. Im Dezember 1990 trat die Volkssolidarität dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband bei.

 

Meilensteine der Volkssolidarität im Raum Westerzgebirge:

• 22.11.1990: Gründungsversammlung der Volkssolidarität Stollberg
Als Vorsitzende wurde Frau Elisabeth Weiner gewählt. Die Geschäftsführung des Vereins übernahm Frau Rosemarie Wittig.


• 29.11.1990: Delegiertenversammlung der Volkssolidarität Schwarzenberg
Bei der Delegiertenversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt und eine neue Satzung verabschiedet. Den Vorsitz des Vereins übernahm Kristina Hüsgen. Den Posten als Geschäftsführerin trat Frau Erika Korb an.

 

• 24.04.1991: Eintrag ins Vereinsregister 
Nach dem Eintrag in das Vereinsregister des Kreisgerichtes Schwarzenberg am 24. April 1991 ist die Volkssolidarität Kreisverband Schwarzenberg ein eingetragener Verein. Im gleichen Jahr erfolgte die Zulassung der Sozialstation Schwarzenberg.

 

• 06.06.1991: Mitgliedschaft im Paritätischen Wohlfahrtsverband
Im Juni trat die Volkssolidarität dem Paritätischen Wohlfahrtsverband bei und es wurde die Gemeinnützigkeit des Schwarzenberger Vereins anerkannt.


• 27.11.1991: Eröffnung des Sozial- und Kulturzentrums
Im November 1991 eröffnete das Sozial- und Kulturzentrum der Volkssolidarität in der Käthe-Kollwitz-Straße 8 in Schwarzenberg seine Pforten.

 

• 01.12.1991: Satzungsänderung
Durch eine Änderung der Vereinssatzung wurde das Leistungsangebot der Volkssolidarität Schwarzenberg erweitert. Das Aufgabengebiet des gemeinnützigen Vereins erstreckte sich nun auch auf die Soziale Arbeit mit und für Familien, Kinder, Jugendliche und sozial Benachteiligte.

 

• 15.09.1992: Erweiterung des Angebotes
Im September 1992 eröffnete die Volkssolidarität das Mütter-, Frauen- und Familienzentrum in der Schwarzenberger Käthe-Kollwitz-Straße.


• 26.10.1992: Träger der freien Jugendhilfe
Zum Stichtag am 26.10.1992 wurde die Volkssolidarität Schwarzenberg als  Träger der freien Jugendhilfe anerkannt.

 

• 1992/93/94: Volkssolidarität als Träger von Kindertagesstätten
Ab dem Jahr 1992 begann die Volkssolidarität Schwarzenberg, die Trägerschaft von von Kindertagesstätten zu übernehmen. Zu den ersten Kindertagesstätten unter dem Logo der Volkssolidarität zählten die Einrichtungen in Bermsgrün, Raschau, Schwarzenberg/Heide und Antonsthal.

 

• 1993/94: Begegnungsstätten und Jugendclubs
In den Jahren 1993 und 1994 festigte die Volkssolidarität ihre Jugendarbeit sowie die Arbeit mit älteren Menschen durch die Eröffnung von Jugendclubs in Schwarzenberg und Raschau beziehungsweise durch die Schaffung von neuen Begegnungsstätten für Senioren in Raschau und Antonsthal.


• 1997: Zusammenschluss von Aue und Schwarzenberg
Im Jahr 1997 wurde die Sozialpädagogische Familienhilfe übernommen und es konnten sieben Ortsgruppen aus Aue angegliedert werden.

 

• 25.04.1998: Umbenennung nach Fusion
Nach dem Zusammenschluss mit der Volkssolidarität aus Aue erfolgte am 24. April 1998 eine Umbenennung des Schwarzenberger Vereins zum Volkssolidarität Kreisverband Aue-Schwarzenberg e.V.


• 1999: Eröffnung weiterer sozialer Einrichtungen
Im Jahr 1999 wurde in Aue die Heilpädagogische Tagesstätte eröffnet. Zudem konnte mit der Inbetriebnahme der Sozialstation „Saxonia“ die Altenpflege sowie die Arbeit mit und für ältere Menschen verbessert werden.

     

Die Jahre ab 2000

Volkssolidarität etabliert sich

Der Bundesverband der Volkssolidarität entwickelte sich als Sozial- und Wohlfahrtsverband zu einem festen Bestandteil der Soziallandschaft in den neuen Bundesländern. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkssolidarität Aue-Schwarzenberg e.V. leisteten ihren Anteil:

  • in der Frühförderung der Jüngsten
  • in den Kindertagesstätten
  • in der Familien-, Kinder und Jugendhilfe
  • bei der Essensversorgung
  • in der ambulanten und stationären Pflege

 

Die Meilensteine nach dem Jahrtausendwechsel: 

• 2000: Chor feiert Jubiläum
Der am 5. Juni 1975 gegründete Chor der Volkssolidarität feierte seinen 25. Jahrestag.

 

• 01.10.2002: Gründung der Tochtergesellschaft
Im Oktober wird die gemeinnützige Tochtergesellschaft "Volkssolidarität Pflegeservice M&F gGmbH“ gegründet, um die Ressourcen und Anstrengungen der Volkssolidarität auf dem Gebiet der ambulanten Pflege zu bündeln.

 

• Dezember 2002: Wiedereröffnung der Sozialstation Saxonia
Nachdem das Jahrhunderthochwasser im August 2002 die Sozialstation der Volkssolidarität in der „Seniorenresidenz Saxonia“ völlig zerstört hatte, konnte die Einrichtung nach großen Anstrengungen im Dezember wieder eröffnet werden.

 

• 05.09.2003: „Seniorenzentrum Brünlasberg“ eröffnet
Im September eröffnete das Seniorenzentrum der Volkssolidarität auf dem Auer Brünlasberg. Zu dem Zentrum gehört ein Altenpflegeheim mit 61 Plätzen, 28 Wohnungen im betreuten Wohnen sowie eine ambulante Pflege und eine Cafeteria.

 

• September 2004: liftoff für das Schulprojekt "Lift"
Im Jugendcenter Hofgarten fällt der Startschuss für das Schulprojekt „Lift“. Ab September 2004 sollen Schulverweigerer durch alternative Lernmethoden wieder auf die Schulbank zurückgebracht werden.

 

• November 2005: Grundsteinlegung auf dem Brünlasberg
Neben dem "Seniorenzentrum am Brünlasberg" wurde im November 2005 der Grundstein für eine zweite Pflegeeinrichtung gelegt, die sich auf die Pflege von Menschen mit Altersdemenz spezialisiert.

 

• 15.05.2006: Wechsel im Vereinsvorstand
Nach 16-jähriger Tätigkeit an der Spitze des Vereins übergibt Kristina Hüsgen den Posten des Vorstands der Volkssolidarität Aue-Schwarzenberg e.V. an Dr. Werner Thomas.

 

• 11.12.2006: Eröffnung des "Seniorenzentrum Brunslasberg"
Nach gerade einmal einem Jahr Bauzeit konnte das neue Altenpflegeheim im „Seniorenzentrum Brünlasberg“ in Betrieb genommen werden.

 

• April 2007: Ausbau des ambulanten Pflegeangebotes
Mit Aufnahme der Verhinderungspflege in das Repertoire der Ambulanten Pflege in Schwarzenberg Sonnenleithe wurde das Leistungsspektrum verbreitert.

 

• Oktober 2007: Wechsel der Geschäftsführung
Nach 17 Jahren erfolgreicher Arbeit übergab Erika Korb den symbolischen Staffelstab des Geschäftsführers an Béla Ullmann.

 

• Januar 2008: Ausbau der sozialen Familienangebote
Mit der Übernahme im Januar 2008 gehört die Sozialpädagogische Familienhilfe in Stollberg zum Leistungsangebot der Volkssolidarität.

 

• April 2009: Volkssolidarität übernimmt Trägerschaft für Ambulantes Wohnen
für behinderte Menschen. Gemeinsam mit dem Sozialverband VdK Deutschland wurde eine Beratungsstelle für betreutes Wohnen eingerichtet.

 

• November 2009: Erfolgreiche TÜV-Zertifizierung
Am 23. und 24.11.2009 stand das gesamte Leistungsspektrum der Volkssolidarität Aue-Schwarzenberg e.V. auf dem Prüfstand. Die Auditoren des TÜV Thüringen bescheinigten allen Einrichtungen und Dienstleistungen der Volkssolidarität, die hohen Anforderungen nach DIN ISO 9001:2008 sowie nach den Managementanforderungen der BGW zum Arbeitsschutz in vollem Umfang zu erfüllen.

Die Jahre ab 2010

 

Kreisgebietsreform führt zu Fusion
Als Ergebnis der sächsischen Kreisgebietsreform entstand im August 2008 der Erzgebirgskreis. In Anpassung an die Strukturen des neuen Landkreises führten daraufhin die Kreisverbände der Volkssolidarität Stollberg e.V. und der Volkssolidarität Aue-Schwarzenberg e.V. Gespräche mit dem Ziel einer Zusammenlegung. Nach Beschluss der Delegierten beider Kreiverbände vom 7. Dezember 2010 erfolgte die Fusion zur Volkssolidarität Westerzgebirge e.V.

 

Besondere Meilensteine in den Jahren ab 2010 waren:

• 2010: Übernahme von zwei Kindertagesstätten
Mit der Übernahme der Kinderkrippe "Anne Frank" in Schwarzenberg sowie der Kindertagesstätte "Mini und Maxi" in Lauter wurde das Angebot der Kinderbetreuung weiter ausgebaut.

 

• Januar 2011: Modernisierung der Verwaltung
Nach der Fusion wurde die Verwaltung der Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. umstrukturiert und modernisiert.

 

 2011 bis 2013: Männer in den Kindergarten
In den Jahren 2011 bis 2013 beteiligte sich die Volkssolidarität federführend an dem bundesweiten Modellprojekt "Mehr Männer in Kitas". Ziel des Programmes war es, mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu begeistern.

 

• 2012/13: Dialog der Generationen
In den Jahren 2012 und 2013 beteiligte sich die Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. am Städteprojekt „Dialog der Generationen“.

 

• 2012: Gesundheitsmanagement für Mitarbeiter
Mit der Einführung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützt und fördert die Volkssolidarität als Arbeitgeber die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter.

 

• 01.12.2013: Eröffnung der Tagespflege auf dem Brünlasberg
Mit der Inbetriebnahme der neu errichteten Tagespflege auf dem Brünlasberg wurde am 1. Dezember 2013 das Leistungsspektrum des "Seniorenzentrums Brünlasberg" noch einmal deutlich erweitert.

 

• Januar 2014: Lernort Praxis
Seit Januar 2014 beteiligt sich die Volkssolidarität am Bundesmodellprojekt „Lernort Praxis“.

Das Jubiläums-Jahr 2015

Ein breites Bündnis von demokratischen Parteien, Gewerkschaften und Kirchen gründete im Oktober 1945 – vor 70 Jahren – im Osten Deutschlands die Volkssolidarität.

Im Jubiläumsjahr 2015 hat der Verband seinen Platz in der sozialstaatlichen Struktur der Bundesrepublik gefunden. Aus einem Seniorenverband, der sich vor allem über Nachbarschaftshilfe und sozialkulturelle Aktivitäten definierte, ist ein leistungsfähiger Sozial- und Wohlfahrtsverband entstanden. 

Heute

... erfüllt die Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. im Erzgebirgskreis wichtige Aufgaben in der Versorgung und Betreuung von Menschen aller Altersgruppen. Sie bietet ein großes Spektrum an Leistungen in den Bereichen:

 

  • Frühförderung
  • Kindertagesstätten
  • Leistungen der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe
  • Pflege älterer Menschen (ambulante, teilstationäre und stationäre Pflege)

 

Miteinander - Füreinander, so lautet das Motto der Volkssolidarität. Es ist ein starker Gedanke der Solidarität, der generations-, milieu- und schichtenübergreifend trägt. 

 

Wir nehmen uns weiterhin den Belangen älterer Menschen an. Unser Ziel ist es aber auch, jüngere Menschen früh zu erreichen! Wir möchten sie für eine Mitgliedschaft in unserem Verein begeistern – für das Ehrenamt in der Volkssolidarität faszinieren – oder sie als Mitarbeiter für unseren besonderen Auftrag gewinnen.