Volkssolidarität


Sachsen

Wohnen im Alter – selbstbestimmt?

Schwarzenberg, 03.09.2018 | Quartiersmanagement

Am Montag, 27.08.2018, waren wieder die Bewohner der Schwarzenberger Ortsteile Hofgarten, Sachsenfeld und Neuwelt zum Nachbarschafts-Café in die Geschäftsstelle der Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. geladen. In diesem Monat stand die Frage auf dem Programm, wie man auch im Alter selbstbestimmt Wohnen kann.

Zu diesem Zweck hatte Sarah Meyer, Sozialpädagogin B.A. vom Projekt „Quartiersentwicklung in der Stadt Schwarzenberg“, ein Info-Programm auf die Beine gestellt und fachkundige Referenten eingeladen. Zum Auftakt der kleinen Vortragsreihe gab Uwe Matthe, Geschäftsführer der Schwarzenberger Wohnungsgesellschaft mbH, einen Überblick über Art und Anzahl seniorengerechter und barrierefreier Wohnungen in seinem Unternehmen. So befinden sich ca. 350 Wohnungen mit barrierefreiem Zugang im Bestand der SWG. Zudem zeigte Herr Matthe die finanziellen Risiken auf, die Unternehmen beim Umbau eines Wohnblockes – beispielsweise durch die nachträgliche Installation eines Aufzuges – tragen müssten.  

 

Alternatives Wohnen – was ist das eigentlich?
Im Anschluss informierte Sarah Meyer in ihrem Kurzvortrag über alternative Wohnformen und deren Vor- und Nachteile. Dabei sollte aber nicht für Pflegedienst, Altenpflegeheim oder Tagespflege geworben werden. Stattdessen gab es Informationen zu Wohnmodellen, die ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen. „Der breiten Masse sind diese Modelle meist unbekannt. Eine WG im Alter? Entspannte Senioren neben spielenden Kindern im Mehrgenerationenhaus? Oder gar ein eigener Wohnverein? Das sind nur einige der Wohnformen, die den Besuchern des Nachbarschafts-Café vorgestellt wurden“, erklärte Sarah Meyer.

 

Pflegehilfen – Hilfe zur Selbsthilfe
Im dritten Vortrag gab Susanna Müller, Dipl. Pflegewirtin von der Koordinierungsstelle Seniorennetzwerk der Stadt Schwarzenberg, Tipps zu Pflegeformen und Hilfsmitteln. Die junge Mitarbeiterin aus dem Schwarzenberger Rathaus klärte dabei Fragen, wie man Unterstützung beim Kauf von Hilfsmitteln erhält oder welche Formen der häuslichen Pflege in welcher Wohnform zur Anwendung kommen.

 

Kontroverse Diskussionen und viele Fragen
Nach den kurzen Vorträgen hatten die 16 interessierten Besucher zwischen 60 und 89 Jahren einige Fragen. Bei Kaffee und Kuchen wurde geklärt, welche Wohnformen es eigentlich in Schwarzenberg und Umgebung wirklich gibt – und welche auch für den kleinen Geldbeutel realisierbar ist. Und auch die sozialen Begegnungsangebote rund um die Wohnformen waren ein wichtiges Thema in der Fragerunde. „Ziel war es, den Teilnehmern des Nachbarschafts-Café zu zeigen, wie sich Menschen gegenseitig zu Hause unterstützen können, ohne gleich einen Pflegedienst ins Boot holen zu müssen“, erklärte Susanna Müller. Dabei zeigte sich, dass im Erzgebirge kaum echte Alternative Wohnformen gelebt werden. Neben dem Betreuten Wohnen gibt es kaum Angebote. Hier ist aber jeder selbst gefragt, aktiv zu werden. „Bei speziellen Fragen zu den alternativen Wohnformen haben wir Kontakte zu bestehenden Projekten im ganzen Bundesgebiet vermittelt“, erklärt Sarah Meyer vom Bürgerbüro Hofgarten.