Volkssolidarität


Sachsen

Mit den Liebestötern ins Lichtspielhaus? Erinnerungen an „damals“

Schwarzenberg, 08.04.2019 | Quartiersmanagement

Zum Nachbarschafts-Café bei der Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. stand am 1. April alles im Zeichen von Schellackplatte, Kittelschürze, Dederonbeutel und Liebestöter. Gemeinsam schwelgten die Teilnehmer in Erinnerungen an ihre Jugend.

Die Hofgärtner erzählten in entspannter Atmosphäre mit leuchtenden Augen von Erlebnissen aus Ihrer Jugend. Da galten flackernde Filme im Lichtspielhaus und Tanz und Musik in den Kulturhäusern und Tanzsälen als Orte der Jugend. Dinge, die sich die Teenager von heute mit dem Smartphone in der Hand kaum vorstellen können.

 

Dresscode statt Schlabberlook
Schnell kamen die Senioren ins Erzählen: "Es war eine unbeschwerte Zeit. Wir gingen gern aus. Die Männer haben uns damals noch zuvorkommend zum Tanz aufgefordert. Und wenn es doch mal zu spät wurde und wir den letzten Zug oder Bus verpasst haben, dann sind wir eben zu Fuß nach Hause gelaufen", erinnerte sich Helga Schöne. Eine andere Hofgärtnerin ergänzt: "Wenn es zum Tanz ging, dann gab es damals einen Dresscode. Da ist keiner mit Jogginghosen in die Disco gegangen. Wer von den Männern in den Tanzsaal wollte, musste einen Schlips tragen. Aber selbst daran mangelte es. Da wurde eben getrickst. Der erste ging mit Krawatte rein und warf sie durch das Toilettenfenster wieder raus. So ging es Reihum, bis auch der Letzte einer Truppe auf der Tanzfläche stand."

 

Lichtspielhaus statt Streamingdienst
Und auch an das Lichtspielhaus erinnerten sich alle gern. "Ich habe ja direkt gegenüber gewohnt und fast keinen Film verpasst", erklärte Frau Manke, die sogar noch die Preise von damals im Kopf hatte: "Der erste Platz kostete 90 Pfennige, der zweite 50. Und der Sperrsitz in leicht erhöhter Position kostete 1,20 Mark."

 

Kleinigkeiten, die hängen bleiben
Gemeinsam schwelgte man in Erinnerungen über tolle Wandertouren durch das Erzgebirge. Der eine oder andere wusste sogar noch genau, wie es sich anfühlte, wenn man sich nach jahrelangem Sparen das erste Mal in den eigenen Trabant 601 setzen durfte. Und selbst das Klacken des Chapeau Claque hatte manch einer noch in den Ohren. Den Zylinder trugen die Herren von damals nur zu besonderen Anlässen wie einer Hochzeit.

Denkanstoß: Erinnerungsstücke an vergangene Zeiten.