Volkssolidarität


Brandenburg

Zuwachs an wichtigem Wissen

Der Beirat lädt bereits zur 5. Gesprächsrunde mit Experten ein

In kleiner Runde tauschten sich am 30. Januar wieder Beiratsmitglieder und "Neugierige"  zu einem wissenswerten Thema aus. Dieses Format, mit ca. 15 Teilnehmern, hat sich bewährt. Sind doch viele Prominente in kleiner Runde gesprächiger. Und das stimmt, selten konnten die geplanten eineinhalb Stunden eingehalten werden. Genau wie beim aktuellen Gedankenaustausch. Als Expertin war die Chefärztin der Geriatrie des Krankenhauses Hennigsdorf Frau Dr. Sigrid Schadow zu Gast. „Der alte Mensch braucht geistigen Austausch über Fernsehen und Kreuzworträtsel hinaus, Sport oder jedenfalls Bewegung“, sagte Dr. Schadow. Damit antwortete sie auf die Frage, wie der alte Mensch der Demenz vorbeugen könne. Sie stellte ihre Station 22 vor, in der seit 2009 48 Patienten von 14 Ärzten und 20 Vollschwestern, dazu zwölf Pflegekräfte betreut werden können. Dazu kommen noch acht Betten auf der „Inneren“, wo Patienten gemeinsam mit psychiatrischen Medizinern behandelt werden. „Wir fällen Therapie-Entscheidungen erst nach Beratungen mit vielen Fachärzten aus anderen Bereichen, einer Art Kolloquium“, entkräftete Dr. Schadow Vorurteile, auf die Geriatrie „abgeschoben“ zu werden.

Ja, stimmte sie einem schnellen Rechner zu, tatsächlich können sich ein Arzt plus Oberarzt um zwölf Patienten kümmern. Das resultiere ebenso wie die Anzahl der Schwestern daraus, dass die Diagnose nie so einfach ist wie bei einem Beinbruch, auch die Nächte nicht ohne ausreichende Betreuung sein dürfen. Das Durchschnittsalter liege bei 75 Jahren. „Wie haben auch immer mal wieder 100-Jährige auf Station“, lächelte Dr. Schadow.

Entscheidend sei aber nicht das Lebensalter für die Überweisung des Hauarztes. Mehrfacherkrankungen, Auswirkungen auf den Lebenslauf, Störungen des „normalen“ Alltags, der Kommunikation, die Verflechtung von medizinischen und sozialen Problemen. Das alles könne auch als  Inkontinenz, Sturzneigung, Schwindelgefühl, Bewusstlosigkeit, Mangelernährung, Depressionen oder eben Demenz auftreten.

Ja, antwortete sie auf eine Frage, Geriatrie sei nicht jedes Mediziners Wunsch-Disziplin. Auch die Schwestern wechseln häufig. Der Dienst ist anstrengend, manche alten Leute auch nicht so nett, und mit dem Sterben müsse man umgehen können. Sie freue sich über einige junge Männer, die als Pfleger gute Arbeit leisten. Die von den Kassen genehmigte Liegezeit auf der Station 22 sei länger als auf anderen Stationen. 14 Tage bis drei Wochen seien aber auch angemessen. Dann aber muss entschieden werden, ob die Familien die Senioren aufnehmen, oder betreutes Wohnen oder gar ein Heim gebraucht werden. Eine Sozialarbeiterin entlaste die Angehörigen, sie hilft rundum. Es sei dabei wichtig, ob eine Vorsorgevollmacht den Betreuer bestimme, das mache die Entscheidung leichter.

Übrigens hatte die Chefärztin einen Wunsch an den Gesundheitsminister. Ein paar Tage Praktikum auf der 22 würden ihn zu manch guter Entscheidung führen.

Übrigens hat der Beirat einen Entschluss gefasst. Das Motto der Gesprächsreihe, die im März fortgesetzt wird, heißt jetzt:

Der Beirat will’s wissen … und weitersagen. Gemeint sind die 34 Mitgliedergruppen.