Volkssolidarität


Brandenburg

Hilfe holen ist ein gutes Recht

Beirat debattiert mit Fachleuten

Auch in der 4. Auflage war „Der Beirat will‘s wissen“ ein Gewinn. Für die Mitglieder des Beirats der Volkssolidarität, aber auch für Johannes Kühl, Fachbereichsleiter Soziales und Integration, und dem Mitarbeiter mit Spezialwissen, Hartmut Felber.  Wie beide versicherten! Im umfangreichen Aufgabengebiet ging es um Informationen und Probleme der Grundsicherung. Die nämlich sind auch für VS-Mitglieder, die meisten sind ja Rentner, aktuell. Wer eine ausreichende Altersvorsorge sein Eigen nennt, ist fein raus, auch wenn das Geld nicht für große Sprünge reicht. Allerdings, so Kühl, ist neben der Hilfe zum Lebensunterhalt für Menschen, die erwerbsfähig sind und zu wenig verdienen, die Grundsicherung ausschließlich für Rentner und dauerhaft erwerbsunfähige Menschen  eingerichtet worden.

Anspruch auf diese Basisleistung haben aber nur Altersrentner, keine Frauen oder Männer, die sich bewusst vorher aus dem Arbeitsleben verabschieden. Eine Richtzahl ist eine Rente von 850 Euro. „Doch, schränkt Felber ein, „es müssen viele Faktoren beachtet werden. Deshalb gibt es immer eine individuelle Prüfung von Einkommen, eventuell durch Mieteinnahmen, Rücklagen, Wohnungsgrößen, das soziale Umfeld. Auch ein Sohn oder eine Tochter, die mehr als 100.000 Euro im Jahr verdient, flösse in die Beurteilung ein.

„Sehr selten“, sagt Kühn. Der Regelsatz für die staatliche Unterstützung durch die Grundsicherung liegt momentan bei 416 Euro monatlich, steige im Januar 2019 auf 424 Euro. Sind zum Beispiel Eheleute betroffen, werden 382 Euro für beide berechnet. Momentan erhalten rund 1.000 Frauen und Männer Grundsicherung. Acht Mitarbeiter im Fachbereich bearbeiten die Anträge.

Apropos Anträge: Das Gerücht sagt, dass es endlose Formulare seien, die kaum ein alter Mensch ausfüllen könne. Kühl hat einen zur Hand, es sind vier Seiten und noch einmal so viel Erläuterungen im Anhang. Ferber räumt ein, dass die Fragen bis ins Eingemachte reichen, aber zur Entscheidung führen. Er weiß, dass die Hilfe vor allem für Unterkunft und Heizung zählt, wer Grundsicherung erhält, muss aber trotzdem beim Einkaufen kalkulieren und aus eigenen Mitteln die Stromrechnung bezahlen. Die beiden Beamten versichern, dass die Beratung der Antragsteller viel Zeit in Anspruch nimmt. Deshalb ist eine Mitarbeiterin nur für die Hilfeleistung eingestellt. „Trotzdem“, wendet sich Kühl an den Beirat, „sind wir für die Hilfe zum Beispiel der Volkssolidarität und anderer sozialer Vereine sehr dankbar.“