Volkssolidarität


Mecklenburg-Vorpommern

seniorTrainer*in-Treffen im Brandstall Ferdinandshof

Am Vormittag des 5. August 2020 trafen sich 25 seniorTrainer*innen mit ihren Gästen im Brandstall beim Gutshaus in Ferdinandshof. Nach wochenlangen Einschränkungen durch

die Corona-Pandemie freuten sich alle sehr über das Wiedersehen im Rahmen unserer

seniorTrainer*in-Agentur UER/MSE Torgelow und besonders auf den Dorfrundgang zum

Thema „Heimat erkunden“.

Nach der Begrüßung aller Teilnehmer*innen durch die Agenturleiterin, Frau Brigitte Seifert, eröffnete Herr Hamm, Bürgermeister des Dorfes Ferdinandshof und Vorsteher des Amtes

Torgelow-Ferdinandshof, die angekündigte Gesprächsrunde und Diskussion zum Thema

„Ehrenamt im ländlichen Raum – Stellenwert und Zukunft“. Er sprach zunächst über die

Entstehung des Ortes. So war das Gebiet um Ferdinandshof bis in das 17. Jahrhundert

unbesiedelter Urwald und Sumpfgebiet. 1705 wurde durch einen Vertrag mit der Königlich

Schwedischen Regierung mit dem Glasmacher Johann Jürgen Gundelach begonnen, eine

Glashütte einzurichten und er begann auch die erste Kolonisation. Der Ort hieß damals

Scharmützelhütte und wurde nach der Kirchweihe 1726 Mittelpunkt des noch äußerst dünn

besiedelten Gebietes. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. hatte das Land den Schweden abgekauft. Ab 1736 wurde die Kolonisation vom Generalpächter der Ämter Ueckermünde und Torgelow, Christoph Ludwig Henrici, forciert. 1737 erhielt das Vorwerk den Namen Ferdinandshof. 1741 verlegte Henrici seinen Amtssitz nach Ferdinandshof, das nun kirchlicher und wirtschaftlicher Mittelpunkt wurde.

Im 20. Jahrhundert arbeiteten im Ort eine Eisengießerei, eine Mühle und ein Sägewerk.

Später, nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine industrielle Rindermast gehalten und Anfang der 60er Jahre wurde im Rahmen des Jugendobjektes die Friedländer Große Wiese weit-

gehend trockengelegt, woraus eine Pflanzen- und Tierproduktion entstand.1992 wurde der

Ort im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Es gibt im Ferdinandshof mehrere Vereine, wobei der größte der Fußballverein (SV Grün-Weiss) mehrere Sportarten anbietet. Neben der aktiven Freiwilligen Feuerwehr arbeiten der Schützenverein und der Sport-Taubenverein ebenso engagiert. Das Ehrenamt ist in Ferdi-nandshof stark vertreten. Der Bürgermeister achtet sehr auf eine Wertschätzung der ehren-amtlichen Arbeit in seiner Kommune. Bei bestimmten Anlässen werden Ehrenamtliche für besondere Leistungen ausgezeichnet.

Auf dem Rundgang durch das nunmehr über 300 Jahre alte Ferdinandshof mit der senior-Trainer*in und Vorsitzenden der Ortsgruppe der Volkssolidarität, Frau Barbara Rinkau, erfuhren wir noch weiteres mehr. Sie erläuterte die Sehenswürdigkeiten des Dorfes und beantwortete auch viele diesbezügliche Fragen.

Nach der Besichtigung der „Alten Schule“ mit ihren Einrichtungen und Räumen für die ehrenamtliche Arbeit der Ortsgruppe, für den Arbeitslosenverband und für viele andere Möglichkeiten von Begegnungen und Veranstaltungen, ging es weiter zur Bibliothek. Hier erfuhren wir, dass alle Leser*innen die Ausleihe von Büchern kostenfrei nutzen und am Nachmittag auch auf Wunsch Kinder unter Aufsicht sich beschäftigen und spielen können.

 

Zum Brandstall zurückgekehrt, erholten wir uns bei einer Tasse Kaffee, einem Glas Wasser

und einem Imbiss, wer wollte. Zum Abschluss besichtigten wir die Räume des Heimatvereins über dem Brandstall, wo wir durch eine kompetente Begleitung erfahren und sehen konnten, was alles für Schätze im Laufe der Jahre gesammelt und auch gespendet wurden, um die historischen Ereignisse und das frühere Leben in Ferdinandshof für die Nachwelt in vielen originalen Sammlergegenständen nachvollziehen zu können.

 

Wir danken Herrn Hamm, Frau Seifert, Frau Rinkau und allen Ehrenamtlichen, die zum Gelingen unseres ersten seniorTrainer*innen-Treffens während der Conrona-Pandemie-

Zeit beigetragen und uns einen interessanten, vielseitig informativen Tag über Ferdi-nandshof und das Ehrenamt vermittelt haben.

 

Im Auftrag für diesen Beitrag: Team der seniorTrainer*in-Agentur UER-MSE Torgelow,

Regina Levenhagen und Anneliese Handl