Volkssolidarität


Presse
19.02.2019

Welttag der sozialen Gerechtigkeit

„Trotz der sehr guten wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland ist es nicht gelungen, Armut nachhaltig zu bekämpfen“, erklärt Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität, anlässlich des Welttages der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar.

„Im Gegenteil: der Anteil der Armen wächst parallel zur Wirtschaftskraft. Dieses Paradox ist Ausdruck eines sozialstaatlichen Versagens. Der vorhandene Reichtum muss gerechter verteilt werden. Um die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest zu gestalten, spricht die Volkssolidarität sich dafür aus, dass Gewinne aus Kapitalerträgen analog zu Erwerbseinkommen verbeitragt werden.“ Ebenso müsse über die Einführung einer Vermögenssteuer sowie eine Reform der Erbschaftssteuer nachgedacht werden.

Der Verbandspräsident fordert ein Maßnahmenpaket, um Armut wirkungsvoll zurückzudrängen. Mit besonderer Sorge blickt er hierbei auf die Senior/-innen: „Die gesetzliche Rente erfüllt aufgrund politischer Fehlentscheidungen nicht mehr ihr einstiges Versprechen der Lebensstandardsicherung. Dem abgesunkenen Rentenniveau stehen wachsende Belastungen bei Gesundheit und Pflege gegenüber. Besonders bedroht sind Renter/-innen auch von den steigenden Mietkosten, da sie in der Regel ihr Einkommen nicht mehr aufbessern können.“  

Aber auch Kinder und Jugendliche seien häufig Leidtragende der sozialen Schieflage im Land. „Es ist erschütternd, wie sehr Bildungs- und Teilhabechancen Minderjähriger vom Einkommen ihrer Eltern abhängen. Aus armen Heranwachsenden werden so häufig arme Erwachsene. Eine wirksame Maßnahme gegen Kinderarmut und für mehr soziale Gerechtigkeit ist die Einführung einer Kindergrundsicherung, wie sie die Volkssolidarität zusammen mit vielen Bündnispartnern fordert“, so Dr. Friedersdorff.

Abschließend weist der Verbandspräsident auf die besondere Situation in den neuen Bundesländern hin: „Viele der sozialen Problemlagen in Deutschland sind in den neuen Bundesländern besonders ausgeprägt. So ist der Niedriglohnsektor in Ostdeutschland doppelt so groß wie in den alten Bundesländern, gleiche Arbeit wird häufig schlechter entlohnt als im restlichen Bundesgebiet. Viele junge und gut ausgebildete Menschen wandern in der Folge ab. Für die betroffenen Regionen ist das ein Teufelskreis. Die Volkssolidarität fordert eine gezielte Strukturpolitik, um den ostdeutschen Regionen Entwicklungschancen zu geben.“

Weitere Informationen:
  

Bündnis Kindergrundsicherung 

Grundsatzpositionen in der Rentenpolitik