Volkssolidarität


Presse
29.04.2020

Volkssolidarität zum Tag der Arbeit: Systemrelevanz spiegelt sich häufig nicht im Gehalt wider

„Viele Menschen leisten derzeit unschätzbare Dienste für das Allgemeinwohl, häufig unter Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit. Dieser Einsatz ist im höchsten Maße anzuerkennen, zumal der Gehaltszettel in vielen Fällen nicht der Grund für diese Motivation sein dürfte.

Die Coronavirus-Krise führt uns vor Augen, dass wirklich systemrelevante Arbeit häufig nicht angemessen entlohnt wird“, erklärt der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai.

„Die öffentlichen Beifallsbekundungen für Pflegepersonal und Supermarkt-Belegschaften dürfen nicht nur symbolisch bleiben. Folgen jetzt keine besseren Arbeitsbedingungen, würden die Danksagungen von den Adressat/-innen zurecht nur als zynisch empfunden werden“, so der Verbandspräsident weiter. „Dass Teile der Großen Koalition die Coronavirus-Krise jetzt zum Anlass nehmen wollen, um die Einführung der Grundrente hinauszuzögern, lässt jedoch befürchten, dass man noch nicht überall zu dieser Einsicht gekommen ist.

Allerdings steht für Dr. Friedersdorff auch fest, dass die Grundrente nicht als Legitimierung eines zuletzt stark gewachsenen Niedriglohnsektor verstanden werden darf: „Die beste Absicherung fürs Alter sind und bleiben angemessene Löhne in der Erwerbsphase des Lebens. Daher spricht sich die Volkssolidarität dafür aus, die Tarifbindung im gesamten Bundesgebiet zu stärken und somit dafür zu sorgen, dass mehr Beschäftigte als bisher von allgemeinverbindlichen Tarifverträgen profitieren. Der Bundesverband der Volkssolidarität hat daher im vergangenen Jahr die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) mitgegründet, um einen repräsentativen, bundesweit gültigen Tarifvertrag für die Pflege mit den Gewerkschaften auszuhandeln.“