Volkssolidarität


Presse
26.09.2019

Volkssolidarität fordert Würdigung des Pflegeberufs

„Der Pflegenotstand in Deutschland wird sich bei gleichbleibender Gesetzeslage weiter verschlimmern“, erklärt der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff anlässlich der heutigen ersten Lesung über den Entwurf eines Gesetzes für bessere Löhne in der Pflege im Deutschen Bundestag.

„Viele junge Menschen entscheiden sich wegen schlechter Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung gegen das Beschäftigungsfeld Pflege. Die Auswirkung ist bereits jetzt zu beobachten: Angesichts des eklatanten Mangels an Personal ist die pflegerische Versorgung in vielen Regionen in Deutschland in Gefahr. Das Beschäftigungsfeld Pflege muss dringend aufgewertet werden, das gilt sowohl für Fach- als auch für Hilfskräfte. Hierzu gehören neben besseren Arbeitsbedingungen natürlich auch höhere Löhne.

Die Bundesvereinigung der Arbeitsgeber in der Pflege (BVAP) wurde im Juni dieses Jahres mit dem Ziel ins Leben gerufen, einen repräsentativen, bundesweit gültigen Tarifvertrag für die Pflege mit den Gewerkschaften auszuhandeln. Der Bundesverband der Volkssolidarität hat die BVAP mitgegründet, um an diesen Verhandlungen beteiligt zu sein.

Dennoch gilt es auch zu beachten, dass nach derzeitiger Rechtslage die dringend notwendigen höheren Löhne für das Pflegepersonal vollständig von den zu Pflegenden getragen werden müssten. Die Volkssolidarität fordert daher die Abkehr vom Teilleistungsprinzip in der Pflegeversicherung hin zu einer Pflegevollversicherung. Unsere Forderung lautet, den Eigenanteil in der Pflege auf 15 Prozent der Pflegekosten zu begrenzen. Längerfristig gilt es auch, eine einheitliche solidarische Bürgerversicherung für alle umzusetzen.“