Volkssolidarität


Presse
11.07.2019

Volkssolidarität fordert eine gezielte Förderung des ländlichen Raums

Die Bundesregierung hat einen Zwölf-Punkte-Plan vorgelegt, um die Ergebnisse der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ umzusetzen. Der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff kommentiert die geplanten Maßnahmen wie folgt:

„Die massive Landflucht, mit der Deutschland konfrontiert ist, ist ein Symptom der deutlichen Ungleichheiten zwischen städtischem und ländlichem Raum. Folge dieser Binnenmigration sind explodierende Mieten in Ballungszentren auf der einen Seite und abgehängte, häufig überalterte Landstriche auf der anderen Seite.

Als Sozial- und Wohlfahrtsverband, der vor allem in Ostdeutschland aktiv ist, weiß die Volkssolidarität, was es bedeutet, wenn Institutionen der öffentlichen Daseinsvorsorge wie die Gesundheitsversorgung, der öffentliche Nahverkehr, Arbeitsplätze sowie Schulen und Kindergärten wegbrechen und die Bevölkerung rasch altert. Eine gezielte, an der gesellschaftlichen Teilhabe der Menschen vor Ort ausgerichtete Förderung von strukturschwachen und ländlich geprägten Regionen würde den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land spürbar stärken.

In diesem Zusammenhang weisen wir auch darauf hin, dass die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in alten und neuen Bundesländern auch im Einigungsvertrag festgeschrieben wurde. Die Volkssolidarität fordert verstärkte Anstrengungen, um diesem Ziel gerecht zu werden.

Der vorgelegte Plan wird den Ansprüchen dieses Ziels jedoch in keiner Weise gerecht. Seit mehreren Jahrzehnten stagniert trotz hoher Fördersummen der Angleichungsprozess. Sichtbar ist dies nicht nur in Wirtschafts- und Sozialkennziffern, sondern vor allem an der geringen Zahl von Führungskräften in Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Notwendig wäre statt pauschaler Ansätze der Fördermittelverteilung eine gezielte Industriepolitik für den gesamten ostdeutschen Raum in Analogie zu den Vorschlägen der Kohlekommission.“