Volkssolidarität


Presse
15.04.2020

Volkssolidarität fordert allgemeinverbindliche Bonuszahlung für Pflegekräfte

Der zwischen der Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) und der Gewerkschaft ver.di ausgehandelte Tarifvertrag über einen einmaligen Bonus für Pfleger/-innen in Höhe von bis zu 1.500 Euro muss schnellstmöglich allgemeinverbindlich erklärt werden, erklärt der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff:

"Wenn dem Applaus und den Dankesbekundungen keine Taten folgen, können diese Gesten von den Pflegekräften nur als zynisch bewertet werden. Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Arbeit von Pflegerinnen und Pflegern, die schon vor der Krise unserer Gesellschaft einen unschätzbaren Dienst erwiesen haben, in den Vordergrund gerückt. Sowohl die Kranken- als auch die Altenpflege müssen endlich flächendeckend angemessen honoriert werden, andernfalls entscheiden sich immer weniger Menschen für diesen so wichtigen Beruf. Der von BVAP und ver.di verhandelte Tarifvertrag über eine Bonuszahlung ist ein wichtiger Schritt, um den Einsatz von Pflegekräften während der Coronavirus-Krise zu honorieren und sollte daher schnellstmöglich für allgemeinverbindlich erklärt werden. Er ist aber sicherlich kein Ersatz für einen regulären allgemeingültigen Tarifvertrag, durch den der Pflegeberuf langfristig attraktiver wird."

Allerdings weist Dr. Friedersdorff auch auf Finanzierungsvorbehalte hin: "Die Refinanzierung der Bonuszahlung muss sichergestellt werden. Es darf nicht passieren, dass die Bonuszahlung aufgrund des von der Volkssolidarität massiv kritisierten Teilleistungsprinzips der Pflegeversicherung am Ende von den Pflegebedürftigen über einen höheren Eigenanteil getragen wird."