Volkssolidarität


Presse
07.07.2018

Pflegekosten gerecht verteilen

Volkssolidarität fordert von Bundesregierung Maßnahmen zur Erhöhung des Ansehens des Pflegeberufes

„Der deutschlandweite Mangel an Pflegefachkräften ist für uns und unsere Mitglieder nicht hinnehmbar. Die Sicherung der Pflege ist eine der zentralen politischen Herausforderungen dieser Legislaturperiode“, erklärt Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität, anlässlich der Diskussion des Entschließungsantrages Herausforderungen in der Pflege angehen und Kosten gerecht verteilen.

„Die Volkssolidarität begrüßt den Antrag. Wir fordern die Bundesregierung auf, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um den Pflegeberuf attraktiver machen, damit sich junge Menschen wieder häufiger für einen solchen Beruf entscheiden. Die von Bundesgesundheitsminister Spahn angekündigten 13.000 zusätzlichen Pflegestellen sind angesichts des eklatanten Personalmangels in vielen Einrichtungen nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Unter der mangelhaften Personalsituation leiden sowohl die Pflegebedürftigen als auch die Beschäftigten.“

Aufgrund der gedeckelten Leistungsbeträge der Pflegeversicherung werden Verbesserungen der Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Pflege von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen getragen. Hier sieht Dr. Friedersdorff besonderen Reformbedarf: „Durch das gegenwärtige System der Teilkostenversicherung, das systematisch Eigenanteile vorsieht, geraten viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in Existenznot. Die Volkssolidarität fordert daher die Einführung einer Pflegevollversicherung, in der analog zur gesetzlichen Krankenversicherung alle Leistungen, die notwendig, wirtschaftlich und zweckmäßig sind, von der Solidargemeinschaft übernommen werden.“

Auch der Landesvorsitzende der Volkssolidarität Thüringen Carsten Ruhle mischte sich im Vorfeld der Beratung über die Antragstellung vehement in die Debatte ein und fordert, den "eingeschlagenen Weg zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung in der Altenpflege konsequent weiterzuverfolgen." Die Landesverband Thüringen ist mit seinen fast 6.800 angebotenen Plätzen sowohl in der ambulanten als auch in der stationären als auch teilstationären Pflege der viertgrößte Anbieter von sozialen Dienstleistungen der Volkssolidarität und damit ein wichtiger Partner für die Versorgung von alten und pflegebedürftigen Menschen im besonders von der Pflegekrise betroffenen strukturschwachen Raum. Gerade die Aufrechterhaltung der Versorgung der älteren Menschen in den ländlichen Regionen wird von Verbänden und Anbietern sozialwirtschaftlicher Dienstleistungen mit zunehmender Sorge betrachtet. "Die Pflege", so Ruhle weiter, "wird als wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge und ihre Sicherstellung als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen. Daher ist es wichtig, die Ausbildungs- und Beschäftigungsbedingungen in der Pflege weiter zu verbessern.“

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