Volkssolidarität


Presse
22.01.2019

Altersarmut wirksam vermeiden!

„Eine Freibetragsregelung für Einkommen aus der gesetzlichen Rente für grundsicherungsbeziehende Senior/-innen entspricht einer langjährigen Forderung unseres Verbandes. Trotzdem hält die Volkssolidarität das vorgeschlagene Konzept für unzureichend“, kommentiert Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität, die von Bundesminister Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagene Respekt-Rente.

Die Respekt-Rente sieht vor, dass Bezieher/-innen von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, die mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, einen Freibetrag von bis zu 100 Euro für Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung geltend machen können. Pflege- und Erziehungszeiten sollen ebenfalls angerechnet werden.

„Die wenigsten Empfänger/-innen von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung können 35 Beitragsjahre vorweisen. Die vorgeschlagene Regelung würde also an den meisten Betroffenen von Altersarmut vorbeigehen“, kritisiert der Verbandspräsident. „Ebenso ist nicht ersichtlich, warum der Freibetrag für Einkommen aus gesetzlicher Rente niedriger ausfallen soll als der für Einkommen aus privater Altersvorsorge.“ Für Einkommen aus privater und betrieblicher Altersvorsorge gilt bereits ein maximaler Freibetrag in Höhe von 50 Prozent des Regelsatzes, derzeit 212 Euro.

„Es wäre zielführender, wenn die Politik Altersarmut präventiv entgegenwirke“, schließt Dr. Friedersdorff ab. „Dass langjährig Beschäftigte im Alter überhaupt Grundsicherungsleistungen beziehen müssen, ist eines reichen Landes wie Deutschland nicht würdig. Die Volkssolidarität spricht sich daher für die Entfristung der Rente nach Mindestentgeltpunkten sowie für einen Mindestlohn aus, der wirksam vor Altersarmut schützt“.