Volkssolidarität


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Grafik: Anne-Sarah Shiferaw

Weltflüchtlingstag

68,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht

„Am Weltflüchtlingstag denken wir“, so der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff, „an die vielen Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Tod fliehen müssen. Es sind“, so Wolfram Friedersdorff mit Verweis auf den am 19. Juni veröffentlichten Weltflüchtlingsbericht der UN Refugee Agency (UNHCR), „so viele, wie nie zuvor seit Ende des 2. Weltkrieges."

Höchste Zahl von Menschen auf der Flucht seit dem 2. Weltkrieg

Weltweit waren Ende 2017 68,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf der Flucht. Nie zuvor registrierte die UN so viele flüchtende Menschen. 80% der Flüchtenden kommen in Nachbarländern unter teils katastrophalen Verhältnissen unter. Die UNHCR dokumentierte in der ersten Jahreshälfte 2018 bereits über 800 Todes- und Vermisstenfälle bei dem Versuch, die Fluchtroute über das Mittelmeer zu nutzen.

„Besonders erschreckend ist“, so Verbandspräsident Friedersdorff, „dass über die Hälfte der Flüchtenden unter 18 Jahren alt sind. Kinder und Jugendliche, die in ihrem Ursprungsland schrecklichste Erfahrungen mit Krieg und Terror machen und weitere Traumata auf der Flucht erleben, wenn sie den Weg über die gefährlichen Fluchtrouten überhaupt überleben. Es ist höchste Zeit, sichere Fluchtrouten einzurichten, gerade auch, um diese Gruppe der besonders Schutzbedürftigen zu schützen.“

Bekenntnis zum Deutschen Grundgesetz

Von der Deutschen Regierung fordert Friedersdorff: „Die gefühlten Wahrheiten in der deutschen Politik müssen ein Ende haben. Fakt ist, dass die Asylanträge von 760.000 in 2016 auf knapp 223.000 in 2017 gesunken sind. Diese Zahl für einen Rechtsruck der deutschen Politik und Protektionismus zu nutzen, ist schlicht und ergreifend gegen unsere verfassungsrechtlich festgeschriebenen Grundrechte. Weiter warnt er davor, Ängste vor angeblich kriminelleren Geflüchteten zu schüren und Bedrohungsszenarien zu schaffen, denen es faktisch an jeglicher Grundlage fehle.

„Wir bekennen uns zur Genfer Flüchtlingskonvention und dem Recht auf Asyl nach Paragraphen 16a des Grundgesetzes. Es braucht keinen Rechtsruck in Deutschland und Protektionismus, sondern eine solidarische Zusammenarbeit der europäischen Staaten, sichere Fluchtrouten und stärkere Unterstützung vor Ort.“

Volkssolidarität: Für eine gemeinsame Zukunft

Als 2015 zahlreiche Menschen nach Deutschland kamen, um Schutz vor Verfolgung, Vertreibung und Tod zu suchen, handelte die Volkssolidarität nach ihrem Leitsatz: Miteinander – Füreinander. Solidarität leben. Die hauptamtlich Beschäftigten und die ehrenamtlich Engagierten, die ihr Können und ihre ganze Energie in die Arbeit und Unterstützung geflüchteter Menschen investieren, leisten täglich ihren Teil einer offenen und solidarischen Gesellschaft.

Die Volkssolidarität mit ihren Landesverbänden engagiert sich stark in der Unterstützung von Geflüchteten und tritt entschieden menschenfeindlichen Positionen in unserer Gesellschaft entgegen.

Neben dem Betreiben von Not- und Gemeinschaftsunterkünften, reicht die Arbeit der Volkssolidarität vom gemeinsamen Kochen und Nähen, über die Betreuung unbegleiteter und begleiteter Minderjähriger, Rechtsberatung, bis hin zur psychosozialen Betreuung, Sozialarbeit und Migrationsberatung und dem Empowerment für Geflüchtete.

Aktualisierung: Situation Flüchtender auf dem Mittelmeer vom 28.06.2018

Laut eines Berichts des Flüchtlingshilfswerk der UN ertranken innerhalb von drei Tagen (zwischen dem 19.06. und dem 22.06.2018) weitere 220 Menschen im Mittelmeer.

Im gleichen Zeitraum irrte eine Woche lang das Rettungsschiff "Lifeline", einem Seenotrettungsschiff eines gemeinnützigen Vereins mit Sitz in Dresden, mit rund 230 Flüchtenden an Bord auf dem Mittelmeer herum, da Malta und Italien die Einfahrt in ihre Häfen verweigert hatten. Nachdem aufgrund der Zustände an Bord eine humanitäre Katastrophe drohte, willigte Malta ein, das Schiff anlegen zu lassen.

Berlin und Brandenburg signalisierten, einen Teil der Geflüchteten aufzunehmen. Innenminister, Horst Seehofer (CSU), sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. Am Mittwoch, den 27.06.2018 veröffentlichte die Mission Lifeline einen Offenen Brief an den Innenminister. Darin wehrt sich die Nichtregierungsorganisation (NGO) gegen den Vorwurf, Schlepper zu unterstützen und macht auf die besorgniserregende Situation flüchtender Menschen aufmerksam.

Offener Brief von Lifeline an den Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, Horst Seehofer

 

Angebote der Volkssolidarität

Landesverband Berlin

Die Unterstützung Geflüchteter findet in unterschiedlichsten Formen statt. Der Landesverband Berlin betreibt aktuell zwei Unterkünfte für Geflüchtete mit etwa 400 Bewohner/-innen. Das Nähcafé im Berliner Bezirk Marzahn bietet Menschen mit und ohne Fluchterfahrung Raum zum Nähen und der Begegnung. Weiter bietet der Landesverband Migrationsberatung und Rechtsberatung sowie psychosoziale Beratung und Betreuung für geflüchtete Menschen an.

Landesverband Brandenburg

Der Verbandsbereich Oderland ist aktiv in der Sozialberatung und Begleitung Geflüchteter und schafft Räume der Begegnung zwischen Beheimateten und Newcomer/-innen.

Der Regionalverband Fläming-Elster richtet das Angebot Hilfe zur Erziehung im Rahmen des Clearingverfahrens auch an unbegleitete minderjährige Geflüchtete.

Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

Uecker-Randow e.V. bietet Migrant/-innen Unterstützung mit der Migrationsberatung für Erwachsene (MBE). Dabei wird unter anderem bei Rechts- und Aufenthaltsangelegenheiten sowie bei psychosozialen Problemlagen unterstützt.

Möglichkeiten zum Austausch finden sich innerhalb der Flüchtlingssozialberatung. Das Projekt „Flucht und Vertreibung – gestern und heute“ bietet jüngeren und älteren Menschen mit Fluchterfahrung Raum zum Austausch.

Nordrhein-Westfahlen

Die Aktiven in Ratingen bieten einmal monatlich Beratung und regelmäßige Begleitung für Geflüchtete und Migrant/-innen. Begegnen können sich Newcomer/-innen und Beheimatete z.B. beim gemeinsamen Frühstück.

Landesverband Sachsen

Die „Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer“ ist an den Kreisverband Zwickauer Land angesiedelt. Das Angebot richtet sich an Migrant/-innen in den ersten drei Jahren.

Landesverband Thüringen

Der Stadtverband Gera ist aktiv in der Sozial- und Migrationsberatung für Geflüchtete. Die drei Mitarbeiter/-innen stehen für die Hilfesuchenden bereits seit 2015 für alle Fragen des Alltags zur Seite.

Lesen Sie hier die Stellungnahme des Kompetenzzentrums Flucht und Migration zur geplanten Errichtung von AnkER-Zentren.  

Weitere Informationen zum Thema Flucht und Migration finden Sie hier.