Volkssolidarität


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Volkssolidarität zum Internationalen Tag der Pflegenden

Solidarische und gerechte Gesundheitspolitik

In jedem Jahr wählt der International Council of Nurses (ICN) ein Thema für den Internationalen Tag der Pflegenden, der am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, gefeiert wird. Dieses Jahr ist das Motto: „Nurses: A voice to lead - Health for all / Gesundheit für alle“.

Die ICN macht darauf aufmerksam, dass „Änderungen im Lebensstil und in der Umwelt neue Herausforderungen in Bezug auf Gesundheit verursacht haben: Es sterben mehr Menschen durch chronische Erkrankungen als durch Infektionskrankheiten. Die Einkommensungleichheiten sowie der Ausschluss von politischer Beteiligung bestehen weiter und die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet. „Gesundheit für alle“ kann deshalb nicht nur ein hehres Fernziel sein, sondern die Aufforderung zum Handeln im Bereich sozialer Gerechtigkeit mit dem Kernprinzip für alle Länder und die internationale Gemeinschaft, für eine bessere Gesundheit der Menschen zu sorgen. Gesundheit meint in diesem Kontext nicht nur die Verfügbarkeit von Gesundheitsdienstleistungen, sondern einen vollständigen Zustand physischer und psychischer Gesundheit, die eine Person in die Lage versetzt, ein sozial und wirtschaftlich produktives Leben zu führen.“

Wertschätzung unserer Pflege- und Betreuungskräfte

Pflegepersonen in der ganzen Welt setzen sich tagtäglich für „Gesundheit für alle“ ein – unter schwierigsten Umständen und mit begrenzten Ressourcen, um Gesundheitsversorgung für diejenigen zu gewährleisten, die sie am nötigsten brauchen. Die Pflegenden leisten jeden Tag eine Arbeit von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Auf den Einzelnen bezogen geben die Pflegenden im hohen Maß Rückhalt und sind wichtige Stützen.

Die Volkssolidarität möchten diesen Tag nutzen um allen unseren Pflege- und Betreuungskräften für ihre unermüdliche Arbeit und Einsatzbereitschaft zu danken.

Politische Herangehensweise lässt ganzheitlichen Ansatz vermissen

Gleichzeitig nimmt die Volkssolidarität den „Tag der Pflegenden“ zum Anlass, erneut auf die notwendigen Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Pflege hinzuweisen:

Die Volkssolidarität erneuert seine Kritik an der gegenwärtigen Situation in der Pflege und weist auf die bisher unzureichenden Maßnahmen der Bundesregierung hin. Das Sammelsurium von Einzelmaßnahmen bringt keinen Paradigmenwechsel. Es ist offensichtlich, dass die derzeitige politische Herangehensweise im Pflegebereich einen ganzheitlichen Ansatz vermissen lässt. Trotz einzelner gut gemeinter Maßnahmen, ist ein umfassendes Konzept im Sinne der Pflegenden als auch der Gepflegten immer noch nicht zu erkennen. Das fragmentierte politische Vorgehen torpediert anvisierte Pflegeverbesserungen.

Mehr Zeit für Pflege, Betreuung und Gespräche ermöglichen

„Der deutschlandweite Mangel an Pflegefachkräften ist für uns und unsere Mitglieder längst nicht mehr hinnehmbar. Unter der mangelhaften Personalsituation leiden sowohl die Pflegebedürftigen als auch die Beschäftigten. Die Sicherung der Pflege ist eine der zentralen politischen Herausforderungen dieser Legislaturperiode“, erklärt Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität.

Angesichts der nach wie vor unbefriedigenden und schwierigen Situation in der ambulanten und stationären Pflege bedarf es neben den besseren Arbeitsbedingungen und einer besseren Bezahlung der Pflegekräfte, einem Entgegenwirken der enormen Arbeitsverdichtung, um mehr Zeit für Pflege, Betreuung und Gespräche zu ermöglichen.

Zudem ist der Wunsch, so lange wie möglich im eigenen Wohnumfeld zu bleiben, weiterhin klar erkennbar. Umso gravierender ist es, dass obwohl Erwerbstätige, die ihre Angehörigen pflegen, äußerst belastet sind, die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf noch zu häufig ihnen selbst überlassen bleibt. Wie die Volkssolidarität mehrfach forderte, gilt es weiterhin, eine deutlich bessere Unterstützung seitens der Politik auch für die Vereinbarkeit für pflegende Angehörige sicherzustellen.

Insgesamt dürfen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sowie die Pflegekräfte nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Volkssolidarität versteht die Finanzierung von Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Gute Gesundheitsversorgung darf keine Frage des Wohnortes sein

Viele der sozialen Problemlagen in Deutschland sind in den neuen Bundesländern besonders ausgeprägt. Für die betroffenen Regionen ist das ein Teufelskreis. In ganz Deutschland, aber vor allem in ländlichen Räumen gilt es daher, eine bedarfsgerechte Versorgung der Menschen zu sichern. Die medizinischen Angebote dürfen weder in einer Unter-, Über- oder Fehlversorgung münden.

In diesem Zusammenhang steht, dass das deutsche Gesundheitssystem zunehmend ökonomisierte Tendenzen aufzeigt und dadurch verstärkt über marktwirtschaftlichen Prinzipien und Logiken reguliert wird. „Dies ist die Folge eines von der Politik gewollten und beförderten Wettbewerbs. Gegenüber dieser rationalen Versorgungslogik, stehen aber im Falle von Krankheit ethische und moralische Fragestellungen sowie die Bedürfnisse der Patient/-innen. Dieses Spannungsverhältnis und seine Folgen führen zunehmend zu Enttäuschung, einhergehend mit einem Vertrauensverlust, gegenüber politischen Entscheidungen und Akteur/-innen des Gesundheitswesens.“

Die Volkssolidarität sieht erforderlichen Handlungsbedarf für eine solidarische und gerechte Gesundheitspolitik und fordert eine dringende Kurskorrektur, insbesondere im Hinblick auf regionale Ungleichheiten und bei der Versorgung von älteren Menschen und Geflüchteten.

 

Das vollständige Handbuch „HEALTH FOR ALLNURSING, GLOBAL HEALTH AND UNIVERSAL HEALTH COVERAGEINTERNATIONAL NURSES DAY 2019 RESOURCES AND EVIDENCE“ können Sie hier abrufen (PDF).