Volkssolidarität


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Foto: Armutskongress/Stephanie von Becker

Volkssolidarität beim Armutskongress 2019

Baustelle Deutschland. Solidarisch anpacken!

Am 10. und 11. April fand der Armutskongress zum Thema „Baustelle Deutschland. Solidarisch anpacken!“ in Berlin statt. Und die Volkssolidarität diskutierte mit. Der Armutskongress des Paritätischen Gesamtverbandes, der AWO, des DGB und der Nationalen Armutskonferenz stand dieses Jahr vor allem im Zeichen der Themen Solidarität, Mindestsicherung und Wohnen.

Die Teilnehmer/-innen zeigten sich von Armutsbetroffenen über Sozialarbeiter/-innen und Gewerkschafter/-innen bis zu Vertreter/-innen aller Wohlfahrtsverbände in aller Vielfalt der Menschen, die sich mit Armut im Leben oder im Beruf weiterhin alltäglich konfrontiert sehen.

In seinem Eröffnungsvortrag verwies der Jurist, Journalist und Autor Prof. Dr. Heribert Prantl nachdrücklich darauf, dass Solidarität ein Grundpfeiler für eine starke Gesellschaft sei, in der es keine Armut mehr geben dürfe. „Jemanden als sozial schwach zu bezeichnen, ist eine Beleidigung!“, schimpfte Prantl, „Sozial schwach ist ein Staat, der Armut zulässt.“ Und diese Grundhaltung prägte die Diskussionen des Armutskongresses.

Neben rahmenden Vorträgen (z.B. einer beeindruckenden Wohnmarktanalyse von Dr. Andrej Holm zum Thema „(Kein) gutes Wohnen für alle?“) hatten die Kongressteilnehmer/-innen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Impulsforen mit Themen wie Altersarmut und Pflege, Hartz IV, Mindestsicherung, „Mietenwahnsinn“ und Kindergrundsicherung vertieft auseinanderzusetzen.

Auch Mitarbeiter/-innen der Volkssolidarität Bundesverband e. V. waren an Vorbereitung und Durchführung zweier Foren beteiligt. Xaver Ketterl, Referent für Sozialpolitik, übernahm die Moderation einer Diskussionsgruppe zum Thema „Gestaltung einer bürgerfreundlichen Grundsicherung“ im Impulsforum „Hartz IV/Arbeitsmarktpolitik: Hartz IV überwinden – aber wie?“. Beim Impulsforum „Familie 2030: Zukunft ohne Armut?!“ diskutierten Politiker von SPD, CDU, LINKEN, GRÜNEN und FDP über die Zukunft der Kindergrundsicherung und die Überwindung der Kinderarmut bis zum Jahr 2030. Dr. Sophie Koch, Referentin für Kinder-, Jugend- und Familienpolitik der Volkssolidarität Bundesverband e. V., konnte sich im Forum anschließend als Vertreterin des Bündnisses KINDERGRUNDSICHERUNG an einer Podiumsdiskussion beteiligen und im Gespräch mit Nina Ohlmeier vom Deutschen Kinderhilfswerk und Alexander Nöhring vom Zukunftsforum Familie (AWO) ein Statement zur Auswirkung von Kinderarmut in Kitas und Schulen einbringen.

Im Anschluss an das Familien-Impulsforum wurde im Foyer auf das 10-jährige Jubiläum des Bündnisses KINDERGRUNDSICHERUNG aufmerksam gemacht. Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, betonte dazu in einer kleinen Ansprache, dass das Jubiläum kein Grund zum Feiern sei, weil das Bündnis sein Ziel einer Kindergrundsicherung auch nach zehn Jahren noch nicht erreicht habe. Aufgabe des Bündnisses bleibe es deshalb weiterhin, engagiert für dieses Ziel zu kämpfen. Der symbolische Anschnitt eines Jubiläums-Kuchens für alle Kongress-Teilnehmer/-innen stand dabei sinnbildlich für die Forderung des Bündnisses, allen Familien und ihren Kindern „ein Stück vom Kuchen“ zu sichern.

Weitere Informationen:
Doku-Clip Armutskongress 2019

Dokumentation Armutskongress 2019

Foto v.l.n.r.: Dr. Wolfram Friedersdorff, Marcus Weinberg (CDU/CSU), Dagmar Schmidt (SPD), Heinz Hilgers, Grigorios Aggelidis (FDP), Norbert Müller (DIE LINKE), Katija Dörner Bündnis90/Die Grünen), Dr. Ulrich Schneider