Volkssolidarität


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Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern ab 2025

Volkssolidarität begrüßt Beschluss des Bundeskabinetts zur Errichtung eines Sondervermögens

Am 13. November 2019 hat das Bundeskabinett beschlossen, ein Sondervermögen von zwei Milliarden Euro zu errichten, um die Bundesländer beim Ausbau der kommunalen Bildungsinfrastruktur für den ab 2025 in Kraft tretenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter auf den Weg zu bringen.

Die Regierungsparteien beziehen sich damit auf ihre Einigung im aktuellen Koalitionsvertrag, einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern einzuführen. Wie beim 2013 eingeführten Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres haben Eltern ab 2025 ebenfalls Anspruch auf die Ganztagsbetreuung ihrer Kinder vor und nach der Schule. Die Ganztagsbetreuung erfolgt derzeit, wie in Berlin oder Nordrhein-Westfalen, zum einen als im Rahmen der offenen und gebundenen Ganztagsgrundschulen, als integrierter Schulhort unter dem Dach der Schule wie in Thüringen oder durch eigenständige Institutionen freier Träger neben Schule und Ganztagsangeboten wie in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Ganztagsbetreuung in Ostdeutschland

Dabei sind die Bedarfe der einzelnen Bundesländer für den Ganztagsausbau ganz unterschiedlich gelagert. In den ostdeutschen Bundesländern ist die Ganztagsbetreuung der Grundschulkinder für viele Familien selbstverständlich und deutlich weiterverbreitet als in Westdeutschland. 2017 variierten die Betreuungsquoten der Kinder in Horten im Osten zwischen 67 und 86 Prozent. Die höchste Quote für die Hortbetreuung in den alten Bundesländern liegt in Bayern bei 18,7 Prozent.

„Die Einführung des Ganztagsanspruchs für ältere Kinder ist ein wichtiger Schritt für das familienpolitische Ziel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland.“ betont Dr. Friedersdorff. „Viele Eltern stehen, vor allem in den alten Bundesländern, ab dem Schuleintritt ihrer Kinder wieder vor dem Problem, dass sie die Nachmittagsbetreuung erneut organisieren oder sogar selbst übernehmen müssen. Dieses Problem betrifft noch immer insbesondere die Mütter, die ihren Beruf nicht selten aufgeben oder in Teilzeit arbeiten, um die Betreuung ihrer Kinder zu gewährleisten. Dieser Zustand ist sowohl volkswirtschaftlich als auch frauen- und familienpolitisch untragbar.“

Fachkräftemangel

Auch die Volkssolidarität betreibt in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt rund 140 Horte und Kitas mit Hortbetreuung. Als Trägerin vieler Horteinrichtungen steht sie dabei vor allem vor der Herausforderung, ausreichend pädagogische Fachkräfte zu finden, die mit den besonderen Ansprüchen und Bedarfen von Kindern zwischen 7 und 12 Jahren vertraut und für die Arbeit mit dieser Altersgruppe ausreichend qualifiziert sind. Auch angemessene Räumlichkeiten, wie z.B. ein Computerraum, Tischtennisplatten oder Kickertische, ruhige Hausaufgabenbereiche oder gemeinsame Chill-Ecken im Hort brauchen Platz und Investitionen. Für die Umsetzung des kommenden Rechtsanspruchs benötigen die freien Träger vor allem mehr qualifizierte Fachkräfte sowie die notwendigen Räumlichkeiten.

Forderung der Volkssolidarität

„Das beschlossene Sondervermögen ist ein sehr wichtiger erster Schritt, um die notwendigen Investitionen für den garantierten Ganztag für Grundschulkinder in den Ländern voranzutreiben. Hier muss wie beim Kitaausbau gewährleistet werden, dass die Gelder über die Kommunen dann auch direkt und unbürokratisch rechtzeitig bei den freien Trägern für den Ausbau der Hortbetreuung ankommen. Gleichzeitig braucht es dringend Investitionen in sozialpädagogische Ausbildungsstätten sowie eine garantierte Ausbildungsvergütung für die so dringend benötigten Berufsgruppen“, fordert der Präsident der Volkssolidarität. „Letztlich braucht es noch deutlich mehr als diese zwei Milliarden, um den Ganztagsausbau in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels bis 2025 personell und räumlich bedarfsgerecht zu verwirklichen.“