Volkssolidarität


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Kinder und Jugendliche brauchen auch außerhalb der Schule Zufluchtsorte

Volkssolidarität fordert Wiederöffnung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Trotz der geplanten und bereits umgesetzten Öffnung der Kitas und Schulen angesichts des kindlichen Rechts auf Bildung, Schutz und Förderung bleiben Einrichtungen und Angebote der Offenen Kinder und Jugendarbeit weiterhin kommentarlos geschlossen.

"In den Verordnungen und Erlässen anlässlich der Corona-Pandemie rangiert die Offene Kinder- und Jugendarbeit gemeinsam mit Fitnessstudios und Sportvereinen als Freizeiteinrichtungen auf den hinteren Plätzen und wartet sehnsüchtig auf ihre Wiedereröffnung", beanstandet der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff. "Die andauernde Schließung dieser Angebote und Einrichtungen ist vor allem angesichts der Tatsache nicht nachvollziehbar, dass neben Kitas und Schulen auch Spielplätze wiedereröffnet wurden. Viele Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sind zudem durchaus in der Lage, hygienischen Vorgaben für eine sichere Nutzung zu erfüllen, dürfen aber dennoch weiterhin nicht öffnen. Nachvollziehbare Begründungen gibt es dafür aus unser Sicht nicht."

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit hat laut achtem Sozialgesetzbuch die Aufgabe, jungen Menschen die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote zur Verfügung zu stellen. Sie soll an ihren Interessen anknüpfen, von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen. Der pädagogische Wert der Kinder- und Jugendclubs und der Mobile Jugendarbeit, die weit mehr leisten, als Kindern und Jugendlichen Freizeitangebote zu ermöglichen, steht in den Öffnungsdebatten jedoch bisher kaum bis gar nicht zur Diskussion.

Wolfram Friedersdorff warnt: "In der Folge sind viele ältere Kinder und Jugendliche momentan völlig auf sich allein gestellt, besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Kaum eine/-r steht diesen Kindern und Jugendlichen zur Seite, wenn es darum geht, ihnen Unterstützung bei den Schulaufgaben anzubieten, sie zum Selbstlernen zu motivieren und in Zeiten unsicherer wirtschaftlicher Situation vieler Familien sowie der Abschottung von Freunden aufzubauen. Diese Kinder und Jugendlichen brauchen wieder dringend Gesellschaft in Gemeinschaft abseits des PC-Monitors, an dem sie derzeit den größten Teil ihrer Zeit verbringen – egal ob mit Schulaufgaben, den Sozialen Medien oder einfach nur beim Zocken. Die Digitalisierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kann diese Aufgabe nicht im selben Maß erfüllen – auch wenn Sie noch so ambitioniert durch ideenreiche Pädagog/-innen durchgeführt wird."

Die Volkssolidarität fordert deshalb eine zeitnahe sowie verantwortungsvolle Öffnung und Reaktivierung der Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit unter den gebotenen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen.

"Gleichzeitig", beteuert Wolfram Friedersdorff, "ist der Umgang mit diesem Arbeitsfeld für uns ein Anlass, das Arbeitsfeld und seine Notwendigkeit in diesen pandemischen Zeiten als Ort pädagogischer, erzieherischer, kümmernder und fördernder Aktivitäten auch zukünftig verstärkt ins politische Blickfeld zu rücken."