Volkssolidarität


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Foto: factory-7, Delitzsch

Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“ 2019

Präsident der Volkssolidarität zu Gast in Leipzig

Der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff, betonte bei der Eröffnung des Bundeswettbewerbs "Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege" am 04.03.2019 in Leipzig die Notwendigkeit einer menschenwürdigen Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen.

Bundeswettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“

Die Hauptziele des Bundeswettbewerbs sind die Stärkung des Ansehens des Pflegeberufes in der Gesellschaft, das Hervorheben der anspruchsvollen Arbeit in der Pflege, das Zusammenbringen junger Menschen zum Wettstreit und die Unterstützung der Alten- und Krankenpflegeschulen bei der internen Qualitätssicherung. Organisiert wird der Wettbewerb vom Präsidenten des Deutschen Vereins zur Förderung pflegerischer Qualität e. V. und Bundesvorstandsmitglied der Volkssolidarität Jens Frieß.

Notwendigkeit des Umsteuerns in der Pflege

„Die Gewährleistung einer menschenwürdigen Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist einer der gesellschaftlichen Megathemen unserer Zeit. Der bisher gültige Rahmen für diese Aufgaben erweist sich zunehmend als falsch gesetzt. Änderungserfordernisse sind seit Jahren bekannt, getan wurde wenig,“ so Dr. Friedersdorff.

Mit Einführung der Pflegeversicherung Anfang der 90er Jahre wurde eine marktorientierte Regulierung der Pflegeleistungen etabliert, was zu einer Ausformung der Pflege als Niedriglohnbereich und zunehmenden Finanzierungsanteile der Pflegebedürftigen an den Pflegeleistungen führte. Seit der vergangenen Legislaturperiode existiert ein Bewusstsein für die Sicherung der Pflege. Die Pflegestärkungsgesetze werden auf den Weg gebracht. Erkannt wurden die Bedarfe an Fachkräften und die Notwendigkeit der Aufwertung der Pflegeberufe. „Aber auch die gesetzlichen Regelungen zur Ausbildung und zur Finanzierung von Tariflöhnen bei der Festlegung der Pflegesätze bewirken bislang keine Trendwende zugunsten einer qualitativ besseren Pflege und einer besseren Personalausstattung. Es zeigt sich immer deutlicher die Notwendigkeit eines grundsätzlichen Umsteuerns in der Pflege, wenn der Anspruch – den, etwa vier Millionen pflegebedürftiger Menschen ein menschenwürdiges Leben im Alter zu gewährleisten – eingelöst werden soll“, betont der Präsident der Volkssolidarität.

Im Mittelpunkt dieses Umsteuerns müssen zum einen die zu Pflegenden, ihre Menschenwürde, ihre Ansprüche an das Leben, ihre Hoffnungen, Wünsche und Ängste, zum anderen diejenigen, die die Pflegearbeit leisten, stehen. Das sind in vielen Fällen die Angehörigen, die diese Pflege zu ihrem Beruf gemacht haben. Die Pflegebedürftigen brauchen Sicherheit, Zuwendung und Respekt. Unsicherheit ist bei vielen der Pflegebedürftigen mit finanziellen Fragen verbunden.

Volkssolidarität unterstützt Initiative zur Reform der Pflegeversicherung

„Pflege macht arm ist ein Spruch, der oft zu hören und der oft bittere Realität ist. Meines Erachtens steht die Gesellschaft jetzt vor der Frage, ob sie die Pflegeversicherung jetzt zu einer Teilkaskoversicherung weiterentwickelt. Deshalb unterstützt die Volkssolidarität die Petition des AWO Bundesverbandes zur Begrenzung des Anteils der Pflegebedürftigen an der Finanzierung des Pflegesatzes an den Deutschen Bundestag und den Antrag des Hamburger Senats an den Bundesrat“, ergänzt der Verbandspräsident.

Notwendigkeit einer Perspektive für Pflegefachkräfte

Die größte Herausforderung bei der Gestaltung der Pflege ist die Sicherung einer ausreichenden Zahl von fachlich gut ausgebildeten Pfleger/-innen im Gesundheitswesen, insbesondere in der Langzeitpflege. „In einer Zeit, in der ein Fachkräftemangel in vielen Bereichen zu verzeichnen ist, wird es nur gelingen, junge Leute für den Pflegeberuf zu gewinnen, wenn diese darin eine Perspektive für ihre berufliche Zukunft sehen. Wird die Aufgabe der Langzeitpflege als Leistung zur Integration oder Inklusion von Pflegebedürftigen gedacht, dann sind soziale Kompetenzen und psychologisches Geschick besonders wichtige Faktoren der Ausbildung. Pflegefachkräfte müssen auch klare Perspektiven für ihre persönliche fachliche Qualifikation haben“, sagt Friedersdorff.

Der Verbandspräsident unterstützt die Forderung nach besserer Bezahlung auf Grundlage von Tarifverträgen. „Pfleger/-in in der Langzeitpflege zu werden, ist eine hoch zu wertende Entscheidung junger Menschen. Sie nicht zu enttäuschen, ist Aufgabe von Politik und Gesellschaft. Dafür ist Anerkennung erforderlich. In diesem Sinne ist der Wettbewerb „Bester Schüler in der Alten- und Krankenpflege“, den wir nun stärken, etwas ganz Besonderes. Er verknüpft die fachlichen Standards, die gesetzt sind, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und ermöglicht eine Debatte um die Perspektiven der Arbeit im Pflegeberuf“, erklärt Dr. Friedersdorff abschließend.

Weitere Informationen zum Bundeswettbewerb finden Sie hier.