Volkssolidarität


Thüringen

Volkssolidarität für Tarifautonomie in der Pflege

Die Volkssolidarität (VS) Thüringen begrüßt ausdrücklich den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Pflegelöhneverbesserungsgesetz, welcher heute im Bundestag abgestimmt werden soll.

Der VS-Landesvorsitzende Carsten Ruhle sagt: „Das Gesetz kann ein wichtiger Beitrag dazu sein, das sich Unternehmen, in denen bei den Löhnen noch Potenziale bestehen, in diesem Bereich mehr engagieren. Da zum Teil leider immer noch abgewartet und laviert wird, ist der Pflegemindestlohn ein wichtiges Werkzeug. Von einer kompetenten Pflegemindestlohnkommission ausgearbeitet, wird er eine gerechte und tragfähige Leitlinie sein“.

Die Volkssolidarität Thüringen gGmbH ist das Thema Niedriglohn schon vor Jahren angegangen. Gemeinsam mit dem PARITÄTischen Arbeitgeberverband PATT ist sie einem speziell auf die Sozialwirtschaft zugeschnittenen Tarifvertrag beigetreten, der bereits für Vollzeit-Pflegehelfer weit über der Niedriglohngrenze zahlt. „Die in Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz verankerte Tarifautonomie ist das Maß der Dinge“, so Ruhle. „Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände müssen auch weiterhin die tariflichen Rahmenbedingungen aushandeln können.“

Der VS-Vorsitzende verweist darauf, dass der Pflegemindestlohn nur ein Bestandteil einer umfassenden Strategie in der Pflege sein kann, denn das Fehlen von Pflegehelfern und Pflegefachkräften ist nicht allein eine Folge schlechter Bezahlung. „Verantwortungsvolle Pflegeunternehmen zahlen bereits überdurchschnittliche Vergütungen“, so Ruhle. „Die Fähigkeit, kranken und alten Menschen mit Kompetenz, Respekt und Empathie gegenüber zu treten, kann auch mit Geld nicht erkauft und auch nicht gesetzlich geregelt werden! Hier braucht es echte `Überzeugungstäter´ und ein gesellschaftliches Bewusstsein, junge Menschen für soziale Berufe zu begeistern. Hier gibt es noch viele ungenutzte Möglichkeiten. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sie endlich zu nutzen.“