Volkssolidarität


Mecklenburg-Vorpommern

Pioniere in der Provinz

Wanderausstellung stellt Dorfretter und Mutmacher vor

Dort wo Bus und Bahn kaum noch hinfahren, Bildungs- und Kulturangebote schrumpfen, immer weniger Ärzte versorgen. Dort werden sie immer mehr. Dorfretter. Mutmacher. Raumpioniere. Es gibt sie überall und seit einem Jahr auch eine Ausstellung über sie. „Raumpioniere in M-V gesucht...“ wandert seit Herbst 2017 durch das ganze Land. 

Bis nach Berlin in die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns haben es die 16 Rollups geschafft. Sie wurden während des Bundestreffens der Neulandgewinner gezeigt und „werden querbeet ausgeliehen“, sagt Claudia Kajatin, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates. Am 17. März 2019 wird die Schau während der Ehrenamtsmesse zum Beispiel in Neustrelitz zu sehen sein.

Auch VS-Raumpioniere helfen ihren Nachbarn

Auch Kerstin Liebich ist von der Ausstellung überzeugt. Die Geschäftsführerin der Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern sagt: „Unsere rund 30.000 Mitglieder sind zu 90 Prozent Frauen, die sich in kleinen Gruppen vor allem in der Fläche stark machen. Unsere Raumpioniere helfen ihren Nachbarn, machen Kulturangebote und kümmern sich um Alte und Schwache. Die Schau würdigt stellvertretend quasi jeden von ihnen.“

Genauso engagiert wie VS-Mitglieder hatte sich die Arbeitsgruppe Daseinsvorsorge des Landesfrauenrates M-V unter Federführung des Landfrauenverbandes MV vor mehr als zwei Jahren auf die Suche nach Raumpionieren begeben. Nach Menschen, die zeigen, wie sie in dünn besiedelten, von Abwanderung betroffenen Regionen die Daseinsfürsorge anders gestalten oder gleich selbst in die Hand nehmen. 

Überwältigende Reaktion auf Postkarten-Aktion

Wie geht es mit den ländlichen Räumen in MV weiter? Was macht sie lebenswert für Familien? Können ältere Menschen dort bleiben oder müssen sie in die Städte ziehen? 

Um so viele Menschen wie möglich zu erreichen, riefen die Initiatoren eine Postkartenaktion ins Leben. 

„Die Reaktion darauf überwältigte uns“, erzählt Kajatin. „Erst meldeten sich vereinzelt Raumpioniere bei uns, dann setzte der Schneeballeffekt ein. Rund hundert Meldungen erreichten die Arbeitsgruppe.“

Um das vielfältige Engagement zu würdigen, wählte die Arbeitsgruppe 14 Beispiele für die aktuelle Wanderausstellung aus. Sie stehen stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen, Helfer und Dorfretter. Sie sollen laut Kajatin anspornen und andere Menschen Mut machen, eigene Aktionen zu starten. 

Ein Netzwerk verbindet

Und was geschieht eigentlich mit der Sammlung an Initiativen, Aktionen und Akteuren? „Zwar planen wir keine neue Ausstellung, aber wir wollen mit den Raumpionieren einen Schritt weitergehen und sie in ein Netzwerk integrieren, von dem am Ende alle profitieren“, sagt die Geschäftsführerin des Landesfrauenrates.