Volkssolidarität


Mecklenburg-Vorpommern

„DREI ANTWORTEN AUF DIE KRISE“

Heute: Doris Kreickler, Leiterin des Pflegeheims in Prislich, Volkssolidarität Südwestmecklenburg e.V.

In unserer Reihe „DREI ANTWORTEN AUF DIE KRISE“ geben Mitarbeiter der Volkssolidarität ganz aktuelle, persönliche Einblicke in ihre Arbeit in Zeiten von Corona. Danke für den Einsatz!

„Die vergangenen Wochen sind bei uns recht ruhig verlaufen. Gott sei Dank hatten wir bislang keinen Corona-Fall in unserer Einrichtung. Die Bewohner und die Angehörigen haben von Anbeginn die Notwendigkeit der Vorsichtsmaßnahmen eingesehen und sich danach gerichtet. Für dieses Verständnis und die Rücksichtnahme gebührt ihnen allen ein großes Dankeschön. Bewohner und Angehörige können sich von den Balkonen, Fenstern oder der Terrasse zuwinken. Es wird natürlich auch viel telefoniert. Wir versuchen, möglichst viele schöne Momente zu schaffen und für Ablenkung zu sorgen. Der Pastor unserer Gemeinde organisierte zu Ostern ein Bläserkonzert auf unserer Terrasse, rund um die große Eiche, die Türen standen weit auf und die Bewohner konnten von überall zuhören. Die Tochter einer Bewohnerin engagierte zum Geburtstag ein Trio, das im Innenhof Volks- und Blasmusik für alle spielte. Das Amt in Grabow unterstützte uns wiederum beim Maibaum-Aufstellen.“

„Das durchgängige Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist für unsere Mitarbeitenden natürlich nicht gerade angenehm. Man schwitzt darunter, die Kommunikation, vor allem die nonverbale, ist erschwert. Dennoch haben sich alle hier ihre Fröhlichkeit erhalten, darüber bin ich sehr erleichtert. In Pflegeeinrichtungen gibt es ja nicht nur temporär ein Corona-Risiko, wir müssen immer mögliche Virusinfektionen und Krankheiten im Blick haben. Das Einhalten von Hygienemaßnahmen ist daher unser täglich Brot.“

„Ab dem 15. Mai sind schrittweise Lockerungen der Besucherregelungen möglich. Grundsätzlich begrüße ich das. Die Entscheidungshoheit und das Schutzkonzept liegen individuell bei der Einrichtung. Besuchsberechtigt soll laut Landesvorgaben zunächst nur eine Kontaktperson pro Bewohner sein. Diese Umsetzung vor Ort ist herausfordernd. Wir brauchen passende Räumlichkeiten, zudem müssen alle Besuche streng protokolliert und kontrolliert werden. Auch emotional wird es noch schwieriger, jedem gerecht zu werden: Ich kann bei 43 Heimbewohnern nicht 43 Besucher gleichzeitig hineinlassen. Letztlich heißt das, ich soll abwägen, welcher Angehörige wann kommen darf, für welche Bewohner ein Besuch jetzt besonders wichtig wäre, und Termine wie beim Arzt vergeben. Das wird sicher nicht unproblematisch und ich hoffe, dass Bewohner und Angehörige gemeinsam weiter mit uns durchhalten.“