Volkssolidarität


Brandenburg

Sich wieder an die eigene Maxime erinnern

Bernd Niederland: Bundesdelegiertenversammlung war ein Erfolg

Der Kandidat der brandenburgischen Volkssolidarität für den Bundesvorstand, Herbert Burmeister (Bürgerhilfe) errang am 24. November 2018 auf der Bundesdelegiertenversammlung in Erkner mit einer fast einhelligen Zustimmung ein sehr gutes Wahlergebnis. Zu Beginn hatte der im Verlauf der Delegiertenversammlung wiedergewählte Präsident der Volkssolidarität, Wolfgang Friedersdorff, u. a. auch Gabriele Herzel (Mittelmark) und Bärbel Glogau (Uckermark) für ihre langjährige Mitarbeit im Bundesvorstand gedankt. Beide waren nicht mehr angetreten. Mit Gabriele Evers (Ratingen) wählte die Versammlung erstmals auch eine Delegierte aus den alten Bundesländer in dieses höchste Gremium der Volkssolidarität. Als  von der Brandenburger Landesdelegiertenversammlung gewählter Vorsitzender der Verbandsrates der Volkssolidarität Brandenburg e. V. gehört Bernd Niederland auch dem Bundesvorstand an.

Foto: Glückwunsch für Herbert Burmeister/ Foto: Krauß

Der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff, hat in seinem ausführlichen Bericht an die Bundesdelegiertenversammlung die Entwicklung der Volkssolidarität in der zu Ende gehenden Wahlperiode 2014 bis 2018 beschrieben und dabei u. a. einen kritischen Blick auf das Jahr 2018 gerichtet. Zugleich hat er in seinen Darlegungen die guten perspektivischen Möglichkeiten der Volkssolidarität auf allen Ebenen herausgearbeitet. Er orientierte u. a. auf die langfristige Vorbereitung des 75. Geburtstages der Volkssolidarität im Jahr 2020, in dem die erweiterte Bundesrepublik 30 Jahre ihrer Existenz reflektieren wird. Zwei politische Ansprüche markierte er dabei: die Anerkennung der Lebensleistungen der Menschen in den ostdeutschen Bundesländern, einschl. der Mitglieder der Volkssolidarität, und eine Politik, die tatsächlich die Angleichung von Lebensverhältnissen in den Mittelpunkt stellt. Vier Initiativvorschläge regte der Präsident für das Wirken der Volkssolidarität an: für die Beendigung des Pflegenotstandes, für sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft, für gemeinsame Projekte in der Sozialwirtschaft und zur Stärkung des Mitgliederverbandes in der Mitgliederarbeit und Öffentlichkeitsarbeit.

Es sei eine erfolgreiche Delegiertenversammlung gewesen, schätzte der Verbandsratsvorsitzende der brandenburgischen VS, Bernd Niederland, am Ende der Veranstaltung ein. Für den Brandenburger Landesverband, der mit 20 Delegierten vertreten war,  sei es bedeutsam, dass eine veränderte Bundessatzung verabschiedet wurde, die auch besondere Belange des Landesverbandes berücksichtigt. Zugleich sei es wichtig, dass die Bundesdelegierten einer Übergangslösung für die die Jahre 2018 bis 2020 zur Finanzierung des Bundesvorstandes und der Bundesgeschäftsstelle beschlossen haben, die ausreichend Zeit biete, eine längerfristige Finanzierungsform im Sinne einer weiterentwickelten Beitragsordnung des Bundesverbandes zu erarbeiten. Bereits zu Beginn der Versammlung hatte der brandenburgische Delegierte, Eckehard Schulz, beantragt, das Thema Finanzierungsstrukturen des Bundesverbandes von der Tagesordnung zu nehmen, weil die Bedingungen dafür auch nach vierjähriger Diskussion noch nicht gegeben seien. Diesem Vorschlag folgte in der Abstimmung eine deutliche Mehrheit der Delegierten.

Als positiv wertete Niederland auch, dass sich die Brandenburger Volkssolidarität mit drei gelungenen Beiträgen in die anregende Diskussion der Bundesdelegiertenversammlung eingebracht hat und damit interessante Anregungen für die weitere verbandspolitische Arbeit der Volkssolidarität gegeben wurden. Auch andere Beiträge hatten ein anspruchsvolles Niveau. So erging in der Diskussion von mehreren Seiten die Aufforderung an den neu zu wählenden Bundesvorstand, sich durch die Ausgestaltung entsprechender Rahmenbedingungen dafür zu engagieren, wieder stärker die Maxime der Volkssolidarität „Miteinander-Füreinander“ zur Wirkung zu bringen. Es gebe derzeit nicht wirklich so etwas wie den gemeinsamen Nenner, bedauerte Bärbel Glogau, die in ihrer beruflichen Tätigkeit Geschäftsführerin ihres Verbandsbereichs Uckermark ist. Sie rufe dazu auf, bei den strittigen Fragen immer auch die Perspektive des Diskussionspartners mit einzubeziehen. Eine sich wandelnde Perspektiven-Sicht halte sie auch unter dem Aspekt des solidarischen Handelns im Verband für erstrebenswert.

Für die Brandenburger Volkssolidarität begrüßte Vorstandschefin Ines Große das Vorhaben des Bundesverbandes, zum 75. Jahrestag der Volkssolidarität eine Aktion zur Mitgliedergewinnung zu starten. Sie warb für einen Imagewechsel des Verbandes mit dem Ziel, das Älterwerden mit positiven Bildern zu verbinden. Der Anteil der älteren Menschen steige in Ostdeutschland. "Warum übernimmt die Volkssolidarität nicht die Deutungshoheit in den Fragen, die ältere Menschen betreffen?", fragte sie. Dadurch könnte sie ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Auch in Brandenburg müssen Strategien und Konzepte gegen den Mitgliederschwund weiter entwickelt werden, räumte sie ein. Das traditionelle Prinzip "Mitglieder werben Mitglieder" sei immer noch wirksam, könne aber allein den Schwund nicht aufhalten.

Von 14 Kreisverbänden und Verbandsbereichen in Brandenburg werden im kommenden Jahr zehn in die Tarifbindung gehen, verkündete die brandenburgische Delegierte Roswitha Orban. "Das ist kein einfacher Schritt", sagte sie und beschrieb die damit verbundenen Herausforderungen für den Landesverband und für die beteiligten rechtsfähigen Kreisverbände. Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Herr Werner Hesse, wies darauf hin, dass trotz Mitgliederschwunds die Volkssolidarität auf über 150.000 Mitglieder verweisen könne und immerhin rund 6.500 neue Mitglieder im vergangenen Jahr gewonnen habe. "Wir haben Mitgliedsverbände, die froh wären über eine derartige Gesamt-Mitgliedszahl."

Der Wirtschafts- und Finanzbericht 2016/2017, der vom Geschäftsführer der Steuer- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WST Hansaberatung GmbH,  H.-J. Rath, dargestellt wurde, informierte die Delegierten darüber, dass die Bilanz des Bundesverbandes für die Wahlperiode insgesamt akzeptabel sei und empfahl vor diesem positiven Hintergrund dessen Bestätigung sowie die Entlastung des Bundesvorstandes für die Jahre 2016 und 2017. Auch die Arbeitsbedingungen im Bildungszentrum in Erkner trugen aus Sicht der Brandenburger Delegierten zum guten Verlauf der Veranstaltung ebenso bei, wie die Anwesenheit und Präsentation von Kooperationspartnern der Volkssolidarität, u. a. ERGO-Versicherung, Becker-Strelitz-Reisen, Hausnotruf der Volkssolidarität, apetito.