Volkssolidarität


Brandenburg

Oberhavel: Akademie für Senioren

Volkssolidarität gewann viele Kooperationspartner

"Das Wichtigste ist, dass man nie aufhört zu fragen." Bei der feierlichen Eröffnung der Senioren Akademie der Volkssolidarität in Oranienburg Mitte Februar endete die Rede von Geschäftsführer Paul Redel mit diesem Einstein-Zitat. Akademien werden von Universitäten gegründet, genutzt werde der Begriff von Vereinen, die Bildungsangebote machen, sagte Redel. In Oranienburg wurde unter diesem Titel bei der Volkssolidarität ein Raum geschaffen, in dem Bildungsveranstaltungen für ältere Menschen aber auch alle übrigen Interessierten stattfinden können und der darüber hinaus barrierefrei zugänglich ist. Mit der Kreisvolkshochschule, der Stadtregierung, dem Regine-Hildebrandt-Haus, dem Kreissportbund u.a. habe man kompetente Kooperationspartner gefunden und "sieben Seminare sind schon fest gebucht", freute sich der Geschäftsführer. Er unterstrich, dass die Volkssolidarität mit diesem neuen Angebot "nicht die Konkurrenz" zu anderen Bildungsträgern suche, sondern es als eine Ergänzung betrachte.

Die Themen der neuen Akademie sollen sich laut Geschäftsführer an den Interessen der älteren Menschen orientieren. Im Angebot sind beispielsweise Sprachkurse Englisch, und Italienisch. Gerade vor Reisen - und Senioren sind heutzutage vielfach mobil - ist das Wiederauffrischen oft nützlich. Im denkmalgeschützen historischen Forsthaus, dem Sitz der Geschäftsstelle des VS-Verbandsbereich Oberhavel, wurde zu diesem Zweck ein Raum mit Küche und modernen technischen Anlagen geschaffen. Die sich seit kurzem im Ruhestand befindliche einstige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oranienburg Heindrun Szczepanski berichtete bei der Eröffnungsveranstaltung, dass die Idee von der Einberufung der VS-Akademie schon länger im Raum stehe. Vor vier Jahren hätte die damalige Geschäftsführerin Sylvia Grande - sie arbeitet heute als Referentin Mitgliederverband in der VS-Landesgeschäftsstelle in Potsdam - sie auf dieses Thema angesprochen. Sie könne sich auch eine Bildungsveranstaltung beispielsweise  zum Thema Mobbing vorstellen, denn viele hätten Bekannte, Verwandte, Kinder und Enkelkinder, wo dieses Thema vielleicht akut sein könnte, sagte Szczepanski. Die nun eröffnete Akademie sei eine "schöne Geschichte", bei der sie gerne mitmachen würde. "Und das, obwohl es bei mir nicht so ist, dass ich zuhause rumsitze und mich langweile." Sie wird den ehrenamtlichen Akademiebeirat leiten, wo ansprechende Themen und Angebote entwickelt werden sollen.

Als "tolles Projekt" bezeichnete Martina Erdmann, Koordinatorin des Ehrenamtes und des Mitgliederverbandes, die neue Senioren Akademie. Zu danken sei auch der Stadt für ihre Mithilfe, die sich u.a. in Fördermitteln für die Einrichtung der Räume zeige. Die Volkssolidarität bekenne sich zum Ziel des lebenslangen Lernens. Die Leiterin der Kreisvolkshochschule Oberhavel, Anna Drosdowska, ließ in ihren Grußworten ausrichten, dass es erwiesen sei, dass neue Sprachen in jedem Altern zu erlernen seien. Und eine neue Sprache verzögere eine drohende Altersdemenz um 4 bis 5 Jahre, zitierte sie aus einem Forschungsbericht.

Bei einer Unterstützung der Volkssolidarität "weiß ich, dass das gut ausgeht", sagte der Ehrengast der Eröffnungsveranstaltung, Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos). Das historische Forsthaus sei ein besonderer Ort, und es sei ihm persönlich wichtig, dass es "immer stärker mit Leben erfüllt" werde. "Mir liegen die Senioren am Herzen, wir sind doch alles Familienmenschen." Gegenüber den älteren Mitbürgern, die einen immer größer werdenden Teil der Bevölkerung ausmachen,  reiche eine Haltung nach der Methode, genießt eure Freizeit und lasst uns in Ruhe eben nicht. Laesicke sprach das Problem an, dass in vielen Bereichen für das Ehrenamt keine Nachfolge in Sicht ist. Vor einem solchen Schwierigkeit würden inzwischen eine Reihe von Vereinen und Initiativen stehen. Umso mehr sei  zu loben, "wie die Volkssolidarität ältere Menschen anspricht und aktiviert."