Volkssolidarität


Brandenburg

Humanismus und Solidarität bleiben Grundpfeiler

Brandenburgische Volkssolidarität diskutiert Wahlaussagen 2019

Die Volkssolidarität, Landesverband Brandenburg, wird in Zukunft das Thema Wohnen stärker in den Blick nehmen und formuliert im laufenden Wahljahr entsprechende Erwartungen an die Politik. Während im ländlichen Raum der bezahlbare Wohnraum zumeist kein sozialpolitisches Thema darstellt, sehe es im städtischen Bereich und im "Speckgürtel" um Berlin ganz anders aus, sagte Verbandsratsvorsitzender Bernd Niederland Anfang März während der Beratung des VS-Arbeitskreises "Sozialpolitik".  Er forderte die Mitglieder der Volkssolidarität auf, diesen Aspekt gegenüber kommunalen Vertretungen zur Geltung zu bringen. Humanismus, soziale Gerechtigkeit  und Solidarität seien die Grundpfeiler des nunmehr fast 74jährigen Sozialverbandes. Daran werde die VS die Wahlaussagen der Parteien messen. Niederland empfahl den Gliederungen, mit lokalen Politikern ins Gespräch zu kommen - "am besten mit Kandidaten, von denen Sie sich die meiste Unterstützung erhoffen". Die Volkssolidarität habe etwas einzubringen.  "Die Kandidaten wollen gewählt werden."

Wie die VS-Vorsitzende von Potsdam, Gabi Herzel, schilderte, stößt  in Potsdam derzeit selbst der Wunsch nach Verkleinerung der Wohnfläche auf die Hürde, dass der Umzug in eine wesentlich kleinere Wohnung mit keinerlei Verringerung der Miethöhe verbunden ist. Verbandsratschef Niederland benannte gute Beispiele in Eisenhüttenstadt und Schwedt, wo die örtliche Volkssolidarität in Planungen und Entwicklungen der kommunalen Wohnungsunternehmen einbezogen sei.  Angesichts des zunehmenden Durchschnittsalters der Brandenburger werde das altersgerechte Wohnen ein Dauerthema bleiben. Zur Sprache kam bei dieser Gelegenheit, dass die Volkssolidarität vielfach auf dem Wege ihrer Mitgliedschaft in kommunalen Seniorenbeiräten Einfluss auf die kommunale Politik besitze und solche Fragen dort aufwerfen könne. Der Vorstandsvorsitzenden Ines Große zufolge hängt die kommunale Wirksamkeit der Volkssolidarität in starkem Maße davon ab, welche Kooperationen mit örtlichen Trägern sie eingehe.

Während zugunsten von Kindern und Jugendlichen zu Recht vielfältige Möglichkeiten der Förderung bestehen, gibt es für ältere Menschen an dieser Stelle nicht allzu viel, stellte der Vertreter der VS Brandenburg, Wolfgang Gleis fest. Der Geschäftsführer des Verbandsbereichs Oberhavel, Paul Redel, forderte eine Richtlinie auf Landesebene dazu, wie Senioren-Begegnungsstätten in den Städten und Gemeinden gefördert werden könnten. Verbandsratschef Niederland wies darauf hin, dass die Angebote und das Wirken solcher Stätten dem Pflegefall vielfach vorbeugen könnten, ein Umstand, der seitens der Kommunalpolitik zu wenig Beachtung finde.

Im Vorfeld der Wahlen will die Volkssolidarität auch moderne soziale Medien nutzen, um ihre Positionen zu verbreiten. Diskutiert wurde die Frage, ob sich die Volkssolidarität auf Forderungen zugunsten von älteren Menschen konzentrieren sollte? Dies wäre immerhin der Bereich "in dem wir als kompetent anerkannt sind", sagte der Vorsitzende des Kreisverbandes Frankfurt (Oder) Klaus-Dieter Kaiser. "Wir sind nicht eine für alles", gab auch der Vertreter des Verbandsbereichs Oderland, Sven Meisel, zu bedenken.  Für Vorstandschefin Große ist die Generation "60plus" die wichtigste Zielgruppe. Den Älteren müsse das Hauptaugenmerk in den Wahlforderungen der VS gelten, fand Sylvia Grande, Referentin in der Landesgeschäftsstelle.

In Wahlaussagen dürften nicht nur auf die älteren Menschen eingegangen werden, das wäre "zu kurz gesprungen", sagte hingegen Martin Franke, Leiter der psychosozialen Dienste VB Uckermark. Auch der Geschäftsführer des VB Mittelmark, Dirk Brigmann, wies darauf hin, dass die Volkssolidarität bei der Kinder- und Jugendbetreuung viel leiste. "Wir sind Träger von sozialen Diensten in der Altenhilfe und zugleich im Bereich der Hilfen zur Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Das wollen wir ausbauen." Wie er jüngst erfahren habe, würden Kinder allein dadurch Schulden aufbauen, dass sie Lebenszeit im Heim verbringen. Dies müssten sie zumindest teilweise nach Erreichen der wirtschaftlichen Selbständigkeit zurückzahlen. Ein unhaltbarer Zustand. Die in der Gesellschaft vorhandene Kinderarmut sei vor allem Ausdruck der Familienarmut, unterstrich Verbandsratschef Niederland.

Alle Anwesenden waren sich darin einig, dass die Volkssolidarität laut ihrer Satzung antifaschistisch war, ist und bleiben werde. Dem Rechtsextremismus werde sie kein Forum bieten. Das verbietet der Gründungsgedanke der Volkssolidarität. Rechtsextremismus und Rechtspopulismus haben in ihr keinen Platz.

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