Volkssolidarität


Brandenburg

Großdemonstration in Berlin: Volkssolidarität dabei

Hunderttausende gingen gegen Menschenverachtung auf die Straße

Am 13.Oktober gingen in Berlin viele zehntausend Menschen für eine offene und freie Gesellschaft auf die Straße. Auch die brandenburgische Volkssolidarität hatte sich im Vorfeld dem Aufruf angeschlossen und war mit Fahnen und Transparenten vertreten. Andreas Heil, Mitglied des Vorstands der brandenburgischen Volkssolidarität, begründete seine Teilnahme u. a. mit dem Selbstverständnis der Volkssolidarität als ein Sozialverband, der sich parteipolitisch unabhängig, antifaschistisch, demokratisch und humanistisch verstehe. Die VS sei offen für alle Menschen, gleich welcher Weltanschauung oder Religion. "Da gibt es keine Einschränkung." Mit Blick auf das Motto der Demonstration sagte Heil, "Wir lassen uns nicht teilen."Die Referentin für Mitgliederarbeit und freiwilliges Engagement in der Landesgeschäftsstelle, Sylvia Grande, fügte hinzu, ihr sei es ein Bedürfnis gewesen, bei der Demonstration mit dabei zu sein. Sie täte dies aus der Überzeugung heraus, dass es nötig ist, das Miteinander zu stärken und zu fördern. "Die Gesellschaft spaltet sich immer mehr. Das ist keine gute Entwicklung." Sylvia Grande vertritt die Volkssolidarität u.a. im Seniorenrat des Landes Brandenburg.

Zwischen "mehrere Zehntausend", 150.000 bis 242.000 schwankten die Angaben bei der Teilnehmerzahl. Auf jeden Fall war es ein gewaltiger Zug unter einer strahlend blauen Himmel .Als die Demonstrationsspitze auf ihrem Weg bereits das Brandenburger Tor erreicht hatte, standen die letzten Teilnehmer noch auf dem gut zwei Kilometer entfernten Alexanderplatz. Die Veranstalter zeigten sich "wahnsinnig zufrieden". Die Großdemonstration endete an der Siegessäule, wo eine Abschlusskundgebung stattfand und am Abend ein Konzert gegeben wurde. Zur Demonstration aufgerufen hatte das Bündnis "Unteilbar". Begonnen hatte die Veranstaltung mit einer Großkundgebung auf dem Alexanderplatz. Die Rednerinnen und Redner wandten sich gegen ausländerfeindliche Hetze, Diskriminierung, gegen das Flüchtlingssterben auf dem Mittelmeer und Kürzungen im Sozialsystem. Schon um elf Uhr versammelten sich bereits Zehntausende Demonstranten auf den Straßen an diesem zentralen Platz mit Transparenten, Plakaten und Luftballons. Unter anderem war zu lesen "Nein zur Hetze gegen Muslime" oder "Rassismus ist keine Alternative".

Ein riesiges Transparent trug die Aufschrift "Solidarität mit den Opfern rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt". Zu der Veranstaltung hatten sich unterschiedliche Gruppierungen angemeldet. Unter anderem auch der das Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus. Etliche Organisationen, Verbände  und Parteien waren mit eigenen Wagen und Demonstrations-Blöcken vertreten. Den Protest unterstützten Prominente wie der Schauspieler Benno Fürmann, der Fernsehmoderator Jan Böhmermann und die Band Die Ärzte. Am Abend trat der Sänger Herbert Grönemeyer auf. Außenminister Heiko Maas (SPD) nannte es ein großartiges Signal, dass so viele auf die Straße gehen. "Wir lassen uns nicht spalten - von rechten Populisten schon gar nicht", sagte Maas den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.