Volkssolidarität


Landesverband Brandenburg e.V.

Gewalt in der Kommunikation...

... und wie ihr vorgebeugt werden kann/PDL-Beratung

Nicht immer vermeidbarPersonalmangel und wachsende Klientenzahlen erhöhen vielfach den Druck auch auf die Pflegekräfte der Volkssolidarität. Damit diese Situation nicht zu Eskalationen führt, bot die brandenburgische Volkssolidarität für ihre Pflegedienstleiter eine Weiterbildungsveranstaltung an zum Thema „Gewaltprävention in der Kommunikation“. Referentin Katja Stephan, Soziologin, seit 20 Jahren in der Jugendhilfe und Dozentin der Fachhochschule Potsdam, wies darauf hin, dass die Vermeidung von Gewalt in der Sprache vielfach eine Frage der inneren Haltung ist. Um dem wirkungsvoll zu begegnen, sollte sich bewusst gemacht werden, dass 90 Prozent der Verhaltenssteuerung durch das Unterbewusste erfolgt. Der sprachliche Austausch (Kommunikation) ist ihr zufolge immer von Machtansprüchen geprägt, die im Extremfall den Charakter von Gewalt annehmen.


In der Pflege schwinge oft das unausgesprochene Thema Tod mit, das Stimmungen und auch Art und Weise der Äußerungen bestimme. Zu pflegende Menschen, aber auch deren Angehörige würden u. a. deshalb mitunter in psychische Ausnahmesituationen geraten. Aufschrei, körperliche Drohung oder Schlimmeres könnten sich daraus ergeben. Wie sich die innere Erschütterung zeige, hänge auch vom Typ des jeweiligen Menschen ab. Wenn Gewalt auf diese Weise im Anzug sei, würden Strategien wichtig sein, wie man damit umzugehen habe, sagte Andreas Heil, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der märkischen Volkssolidarität.Das ungelöste Thema Nachwuchs wird laut Referentin zusätzlich dadurch erschwert, dass 19jährige potenzielle Nachwuchskräfte mit diesen Dingen konfrontiert und damit völlig überfordert seien. Hinzu trete das Problem der schlechten Bezahlung und all dies werde noch einmal erschwert durch die schwierige Lage im dünn besiedelten ländlichen Raum.

Die meisten der anwesenden Pflegedienstleiter beschrieben die Situation in ihren Einrichtungen als angespannt. „Es kommt oft zu Konflikten innerhalb des Teams“, sagte Andrea Wilks, Nauen. Da genüge schon ein falsches Wort, und es drohe das „Austicken“. Dabei handle es sich um ein Team „das früher zusammengehalten hat“. „Es knistert sehr.“ Vielfach seien die Kollegen überlastet, was wiederum dazu führe, dass sie manchmal später als erwartet, bei Kunden ankommen. Wenn dann noch Beschwerden laut werden, heiße es: „Seien Sie froh, dass überhaupt jemand kommt“. Ihre eigene Rolle beschrieb sie als die des Prellbocks: Weder sollte die Pflegekraft verprellt werden, noch der Kunde. Sie selbst hat diese Beratung als Rettungsanker empfunden: „Ich musste mal raus.“

brandenburg-volkssolidarität