Volkssolidarität


Brandenburg

Geschichte(n) bewahren

Aufruf zum Tag der Volkssolidarität am 17. Oktober

Vielleicht heute unsere MitgliederAnlässlich des Tages der Volkssolidarität startet der Verbandspräsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff unter dem Titel „Geschichte(n) bewahren: 75 Jahre Volkssolidarität“ einen Aufruf an die Mitglieder, ihre Erinnerungen zu sammeln. Der Landesverband Brandenburg schließt sich diesem Vorhaben an.  Gesucht werden Erinnerungsstücke in Form von Geschichten, Bildern, Interviews oder Tonaufzeichnungen, die an den Bundesverband zu schicken wären. Ziel ist es, zum 75. Jubiläum der Volkssolidarität in drei Jahren aus dem Material heraus eine Wanderausstellung zu organisieren und einen lebendigen Bildtextband zur Geschichte der Volkssolidarität zu veröffentlichen.  Weitere Informationen finden Sie in dem zum Tag der Volkssolidarität veröffentlichen Beitrag auf unserer Internetseite: Tag der Volkssolidarität. Ein Aufruf.

In drei Jahren wird die Volkssolidarität 75 Jahre alt. Ein Dreivierteljahrhundert ist seit dem ersten „Aufruf gegen die Wintersnot“ vergangen – ein Jubiläum, auf das der Verband mit seinen Leistungen stolz sein kann, mit dem sich vor allem aber auch eine Verantwortung für die Geschichte des Verbandes verknüpft. Darauf hat das langjährige Verbandsmitglied der Volkssolidarität Armin Lufer aus der Ortgruppe Berlin-Johannisthal aufmerksam gemacht. Armin Lufers Anliegen ist es, das Thema Geschichte der Volkssolidarität mit Blick auf das Jubiläum in zwei Jahren zum Arbeitsprojekt zu machen.

In sehr persönlichen Gesprächen im Frühsommer dieses Jahres erläuterte er gegenüber der Bundesgeschäftsführerin der Volkssolidarität Annette Helbig seine Idee: Viele der Mitglieder der Volkssolidarität sind ältere Menschen. Das Durchschnittsalter liegt bei 75 Jahren. Damit rückt der Tod in den Erfahrungshorizont eines Menschen, so wie es Armin Lufer selbst erlebt. Er ist 87 Jahre alt. Viele seine Freunde aus der Volkssolidarität sind schon verstorben. Und mit ihnen sterben auch die Erinnerungen an die vielen lebendigen Momente im Verbandsleben der Volkssolidarität, wenn sie nicht in irgendeiner Form festgehalten worden sind.

Am 17.10.1945 wurde die Volkssolidarität als Aktionsbündnis gegen die Wintersnot der unter den Kriegsfolgen leidenden Bevölkerung in Dresden gegründet. Es wurden Kleidersammlungen organisiert, es wurden Wärmestuben, Suppenküchen und Einrichtungen für Kinder eröffnet. Die „Volkshelfer“ waren in vielen Städten und Gemeinden erster Ansprechpartner für Menschen in Not. Seit diesen bewegten Anfangstagen hat die Volkssolidarität viele Wandel durchlebt. Ab Mitte der 50er Jahre wurde sie als Massenorganisation in das politische System der DDR eingegliedert. Ihre Aufgabe bestand in der Unterstützung älterer Menschen. Es wurden vor allem Begegnungsstätten eingerichtet, in denen Kultur- und Freizeitangebote für ältere Menschen stattfanden aber auch soziale Aktivitäten wie die Kinderbetreuung in „Rentnerbrigaden“ oder Unterstützung für ältere Menschen im Haushalt ("Hauswirtschaftshilfe") organisiert wurden. Für die Mitglieder der Volkssolidarität standen spezielle staatlich geförderte Gruppenreiseangebote zur Verfügung.

Nach der Wende blieb die Volkssolidarität für viele der älteren Menschen aus der DDR, für die der Mauerfall nicht nur neu gewonnene Freiheit, sondern auch eine große Verunsicherung bedeutete, soziale Heimat. Die Angebote der Hauswirtschaftshilfe, Gruppenreisen, der Betrieb von Begegnungsstätten und die Organisation von sozialkulturellen Veranstaltungen wurden beibehalten. Daneben besann sich die Volkssolidarität auf ihre ursprünglichen Wurzeln aus der Nachkriegszeit und organisierte sich als deutscher Sozial- und Wohlfahrtsverband, der seit den 90er Jahren als Mitgliederverband und breit aufgestellter Sozialdienstleister mit Angeboten in den Bereichen Altenpflege, Kinder- und Jugendarbeit, Behindertenhilfe und Sozialberatung aktiv ist und sich als sozialpolitischer Interessenvertreterin aller Menschen versteht und seine Stimme für soziale Gerechtigkeit in Deutschland erhebt.