Volkssolidarität


Landesverband Brandenburg e.V.

Es begann in der "Villa Grenzenlos"

Babelsberger Chorgemeinschaft begeht Jubiläum in der Sternkirche

Die Volkssolidarität feiert ja meistens andere Jubiläen als einen 25jährigen Geburtstag. Die Babelsberger Chorgemeinschaft ist also eine vergleichsweise junge Singegemeinschaft, deren klangvolles Wirken Anfang Dezember in der Potsdamer Sternkirche  mit einem Jubiläumskonzert und dem Weihnachtssingen begangen wurde. Und doch – der Beginn liegt nun schon länger zurück. 1992 hatten sich in der Babelsberger „Villa Grenzenlos“ 13 Frauen eingefunden, um eine musikalische Tradition wiederzubeleben, die den mittlerweile 72jährigen Sozialverband von Beginn an begleitet hat.Der Babelsberger Chor hielt über viele Jahrzehnte. Zeitweilig waren 60 Sängerinnen dabei, eine stolze Anzahl. Das Jubiläumskonzert war Anlass, an den ersten Leiter des Chors zu erinnern, an den künstlerischen Leiter Manfred Pagels. Der Oberstudienrat war nicht nur der künstlerische Fels in der Brandung, er war gleichzeitig auch Leiter des künstlerischen Beirats der Volkssolidarität und auch deshalb hoch geachtet. Für seinen Chor schrieb er Lieder und bearbeitete Chormusik anderer Komponisten.

Ein Chor-Rat entstand, der heute von Marga Jacobi geleitet wird. Diesem Rat oblag die Regelung der Finanzen, die Beschaffung und Vervielfältigung  des Notenmaterials, das Finden von Proberäumen und das Verabreden von Auftritten,  die Pflege der Chronik, das Organisieren von Chorreisen und vieles andere. Wer sich vom Können, von der hohen Qualität der Chorarbeit  überzeugen will, dem seien die CDs ans Herz gelegt, die 1999 bzw. 2006 entstanden sind. Inzwischen liegt auch eine DVD vor. Das Repertoire der Chorgemeinschaft umfasst deutsche und internationale Volkslieder, Werke der Klassik der Romantik und neuere Kompositionen. Manche Chorsätze stammen aus der Feder von Herrn Reinhard Tschache, der seit 2009 Ehrenmitglied der Chorgemeinschaft ist.

Vor 15 Jahren wurde das Fehlen der männlichen Stimmen schmerzlich bewusst und es wurde Abhilfe geschaffen. Es entstand nun eine Chorgemeinschaft aus Frauenchor und dem gemischtem Chor, keineswegs komplikationslos, dem Vernehmen nach. Denn nicht wenige Damen wollten nun in beiden Chören mitsingen. Das machte es für die Chorleiterinnen schwierig. Und – wie berichtet – entstanden „Spannungen bei den Chorlagern und bezüglich der Probenanteile“. Aber diese Konflikte bestehen nicht mehr. Heute, das muss leider hinzugefügt werden, sind die Männer wieder rar geworden in den Reihen des Chores.  Der Sozialverband Volkssolidarität ist gewissermaßen nicht mehr der jüngste, er ist älter geworden und eben nicht 25 Jahre im Durchschnitt, wie zwanglos zugegeben werden sollte. Um so ersprießlicher scheint die Teilnahme der Chorgemeinschaft an den jährlichen Chortreffen, die der Männerchor „Germania“ im Potsdamer Stadtteil Bornim durchführt. Gedacht wurde bei der Gelegenheit auch der inzwischen verstorbenen Frau Anna Katritzke, der Leiterin des Frauenchors, den später, ab 2008, Frau Astrid Raab übernahm. Die Liste der Auftritte im vergangenen Vierteljahrhundert  liest sich wie ein Kirchturmrennen.

Der Landesverband Brandenburg ist stolz darauf, dass die Chorgemeinschaft Babelsberg seit 1995 an den jährlichen Treffen der Chöre der VS teilnimmt.  Das und anderes führte sie nach Wien, nach Salzburg, nach Innsbruck, Auftritte fanden statt in Italien, der Tschechischen Republik in Polen. Von den vielen, vielen Auftritten in Deutschland gar nicht zu reden, da könnte man – gewissermaßen – ein Lied von singen. Die älter gewordene Chorgemeinschaft – das ist besonders schön – verliert den Kontakt zur Jugend nicht. Sie blickt auf gemeinsame Auftritte mit dem „Jungen Volksensemble Potsdam“ und dem Jugendkammerchor der Singakademie Potsdam zurück. Und wenn alles gut geht, werden sich da ja mit Sicherheit neue Mitglieder für den Chor der Volkssolidarität im nächsten Vierteljahrhundert gewinnen lassen.