Volkssolidarität


Brandenburg

Eine Ausstellung, die Mut macht

„Alter(n) in Brandenburg – wie leben Menschen über 90 unter uns

„Was macht ein erfülltes Leben aus?“ fragte Brandenburgs Sozialministerin Susanna Karawanskij bei der Ausstellungseröffnung. Unter der Überschrift „Altern(n) in Brandenburg“ werden auf den Tafeln 18 Menschen über 90 Jahren vorgestellt, die in Brandenburg zuhause sind. Zunächst präsentiert sich die Schau im Gebäude des Potsdamer Sozialministeriums, doch ist sie als Wanderausstellung konzipiert. Nach dem Januar 2019 soll sie an weiteren Orten gezeigt werden. Die Historikerin und Fotografin Marion Schütt und die Publizistin Rita Preuß haben zuvor in allen Teilen Brandenburgs hoch betagte Menschen, d.h. Menschen, die älter als 90 Jahre alt sind, besucht, interviewt und fotografiert. Da ist Ellen W. geboren 1926 in Halle, die heute mit 92 die älteste Ortsvorsteherin in Deutschland ist. 1970 wurde sie in der Gemeinde Ferch bei Potsdam Bürgermeisterin. Sie weiß heute noch, dass es ein Frauengesetz der DDR gab, welches zur Pflicht machte, öffentliche Positionen, die von Frauen besetzt waren, nach dem Freiwerden auch wieder mit Frauen nachzubesetzen.

Schon die Überschriften zu den Porträts bzw. Interviews berühren sehr: „Ich würde noch einmal denselben Beruf ergreifen“ (Erwin W.). „Mir tun die Menschen leid, die noch weniger haben als ich“ (Ursula W.) „Ich kann sagen was ich will. Das ist ‚ne ganze Menge“ (Heinz F.). „Noch zwei Jahre, dann bin ich hundert“ (Martha B.) „Wer nicht mehr kommt, ist der Bus“ (Hildegard P). „Der schönste Platz ist am See“ (Hilde D.). „Musik: vier bis fünf Stunden täglich (Manfred S.). Die in der Ausstellung Vorgestellten ragen aus Zeiten, die weglos weit weg erscheinen. Tatsächlich waren die meisten der zehn Frauen und acht Männer zur Wendezeit 1990 schon Rentnerinnen bzw. Rentner. „Wir sehen Brandenburgeinnen und Brandenburger, die in ihrem Leben und in verschiedenen Gesellschaftssystemen sehr viel erlebt haben“, sagte die Ministerin. „Sie erzählen von schweren Zeiten und von glücklichen Momenten, von einer Jugend, die sich die heutige junge Generation gar nicht mehr vorstellen kann.“ „Die Ausstellung macht Mut“, stellte die Ministerin fest. Denn sie zeige, dass man auch in hohem Alter noch gut und glücklich leben und sich Ziele stellen könne.

Wie auch die Menschen in andere Teilen Deutschlands steigt die durchschnittliche Lebenserwartung für die Brandenburger. Inzwischen sind mehr als 20.000 Menschen im Bundesland über 90 Jahre alt. Der hundertste Geburtstag ist keine Seltenheit mehr wie noch vor 20 Jahren. Ministerin Karawanskij machte darauf aufmerksam, in welch unwahrscheinlich kurzer Zeit sich die Lebenserwartung der Menschen verdoppelt habe.

 

„Alter(n) in Brandenburg – Wie leben hochaltrige Menschen“ Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Henning-von-Tresckow-Str. 2-13, Haus S, Foyer, 14467 Potsdam, Mo. bis Fr. Von 7 bis 19 Uhr.