Volkssolidarität


Brandenburg

Die Hand und das Wort

Arbeitskreis Sozialpolitik debattiert Daseinsvorsorge

Vor allem mit Taten und konkreten Angeboten kann die Volkssolidarität ihren Anspruch umsetzen, einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge in den Kommunen Brandenburgs zu leisten. Wie Verbandsratsvorsitzender Bernd Niederland nach einer Beratung des Arbeitskreises Sozialpolitik resümierte, sind auch kleinteilige Projekte in ländlichen, sich ausdünnende Regionen von hoher Bedeutung, weil es andere Angebote dort oft gar nicht mehr gebe. In diesem Kontext wies Geschäftsführerin Bärbel Glogau (Verbandsbereich Uckermark) auf die Wirksamkeit „kleiner“ Handlungen, Initiativen und Aktionen der Volkssolidarität in den Ortsgruppen und den Sozialen Einrichtungen des jeweiligen regionalen Verbandes hin. „Die müssen aber erfolgreich sein.“

Dass Geflüchtete Hilfen und Unterstützung erfahren müssen, auch wenn ihr Anteil an der Einwohnerschaft Brandenburgs gering ist und noch weiter sinkt, bezeichnete Niederland als einen aktuellen Schwerpunkt der verbandlichen Daseinsvorsorge. Es handle sich bei der Migrations-Debatte weniger um Erlebtes, mehr um ideologische Themen, um geistige Haltungen. In der Auseinandersetzung damit müssen sich der solidarische Charakter des Sozialverbandes Volkssolidarität bewähren, wurde von Diskussionsteilnehmer*innen. besonders betont. Sven Meisel, Sozialarbeiter der VS in Eisenhüttenstadt, mahnte an, bei den Angestellten eine „deutlichere Identifikation mit der solidarischen Grundidee der Volkssolidarität über den Arbeitsvertrag hinaus“ zu erzeugen, was auch beim Thema Migration gelte.

Wesentliche Elemente der Daseinsvorsorge sind die VS-Begegnungsstätten, deren Zahl in Zukunft wahrscheinlich abnehmen wird. Mit seinen Sozialzentren und deren Angebote – Gemeinschaftserlebnisse, Begleitung und Betreuung – will der Verband der um sich greifenden Vereinsamung von Menschen vor allem im hohen Alter auch in den kleinstädtisch-ländlichen Räumen Brandenburgs entgegen wirken. Gerade weil für viele in der Gesellschaft und Politik das Thema Pflege „weit weg“ von der eigenen Lebenssituation zu sein scheint und Pflegevorbeugung unangenehm sei, müsse die Volkssolidarität kompetent durch geeignete Methoden daran mitwirken, den Zustand der Pflegebedürftigkeit für den Einzelnen möglichst hinauszuschieben. Mit konkreten Angeboten stelle sich der Verband auf den demografischen Wandel ein – diesen Eindruck habe man nicht von allen Maßnahmen der Politik, unterstrich Verbandsratsvorsitzender Niederland.

Carola Ahlert vom Regionalverband Bürgerhilfe berichtete von einer Initiative, in deren Rahmen mobile Mitglieder der Volkssolidarität solche Mitglieder aufsuchen, die alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr bei den Treffs erscheinen können. Den regelmäßigen Besuch ehrenamtlicher Mitglieder bei Menschen in sehr hohem Alter schilderte auch Marianne Bischof (VB Uckermark). Regina Schmidt aus Angermünde sprach von solchen Formen der Betreuung und kommunalen Beteiligung, bei denen sich VS-Mitglieder mit anderen interessierten Bürger zusammengeschlossen haben. Von der Mitsprache-Initiative, „Der Beirat will’s wissen“, bei der sich Persönlichkeiten des politischen Lebens, den Fragen der VS-Mitglieder stellen, berichtete Geschäftsführer Paul Redel (VB Oberhavel).

Einig war sich der Gesprächskreis darin, dass eine ausreichend hohe Rente die Grundlage für eine bewältigte Daseinsvorsorge der älteren Menschen bieten müsste und dass auch nach den aktuellen Rentenplänen der Bundesregierung Fragen und Wünsche offen bleiben. Obwohl einige dort erwähnten Maßnahmen zu begrüßen seien, vermöge er darin keinen Beitrag zu einer wirksamen Bekämpfung von Altersarmut zu sehen, wertete Verbandsratschef Niederland. Referentin Sylvia Grande sprach die Probleme der Entpolitisierung und des sich Bescheidens unter älteren Menschen mit ihrer zum Teil ungünstigen Lebenssituation an. Sie sprach sich dafür aus, den 7. Altenbericht nochmals in die innerverbandliche Diskussion einzubringen, und daraus Ableitungen für die Gestaltung der Daseinsvorsorge in den Kommunen zu formulieren.

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