Volkssolidarität


Thüringen
22.04.2020

Volkssolidarität fordert Bedarfe kleiner Kinder in der Exit-Strategie zu berücksichtigen

Im Exit-Plan der Bundesregierung ist von einer Öffnung der Krippen und Kitas in absehbarer Zeit bisher noch keine Rede. Dr. Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität, hat dafür wenig Verständnis:

„Nicht selten werden schon die Kleinsten aus Hilflosigkeit und Überforderung vor den Medien geparkt und bekommen viel weniger Bewegung und frische Luft. Auch Aggression und Gewalt gegen Kinder nehmen während des derzeitigen Lockdowns nachgewiesenermaßen zu. Insbesondere die Betreuung von Kindern aus prekären Familienverhältnissen muss wieder gesichert werden. Es besteht deshalb von Seiten des Bundes bei der Planung der weiteren Exit-Strategie ein klarer Kinderschutzauftrag, besonders für die Kleinsten, die sich am wenigsten wehren oder Hilfe suchen können“, fordert der Präsident.

„Besonders Krippen- und Kindergartenkinder sind sehr betreuungsintensiv“, gibt Wolfram Friedersdorff weiterhin zu bedenken. „Deren Eltern sind tagsüber nicht in der Lage zu arbeiten, auch nicht im vielgepriesenen Homeoffice. Das ist illusorisch. Besonders schlimm ist die Situation für Alleinerziehende, aber auch für Selbständige und Freiberufler mit kleinen Kindern ist der hohe Betreuungsaufwand existenzgefährdend.“

Zahlen zeigen, dass es vor allem die Mütter sind, die sich um die Kinder daheim kümmern. Viele von ihnen arbeiten zeitgleich auch noch im Homeoffice. Das weitere Vorgehen bei der Exit-Strategie muss also auch aus frauenpolitischer Sicht stärker betrachtet werden. „In diesen Zeiten ist solidarisches Handeln im Sinne aller Betroffener gefragt. Der Schutz unserer Alten und Kranken ist uns wichtig, aber wir müssen uns auch dafür einsetzen, dass die Kleinsten mit ihren Familien mehr in den Fokus der politischen Planung rücken, wenn es um Wege aus dem Lockdown geht“, mahnt der Präsident der Volkssolidarität.

Hygienemaßnahmen sowie der Arbeitsschutz für die pädagogischen Fachkräfte müssten vor einer Öffnung der Einrichtungen natürlich klar geregelt werden.