Volkssolidarität


Thüringen
05.04.2019

Gute Gesundheitsversorgung darf keine Frage des Wohnortes sein

„Viele der sozialen Problemlagen in Deutschland sind in den neuen Bundesländern besonders ausgeprägt. Für die betroffenen Regionen ist das ein Teufelskreis. Gute medizinische Versorgung darf keine Frage des Wohnortes sein“, erklärt der Präsident der Volkssolidarität anlässlich des bevorstehenden Weltgesundheitstag am 07.04.2019 mit dem Thema „Flächendeckende Gesundheitsversorgung“.

„In ganz Deutschland, aber vor allem in ländlichen Räumen gilt es daher, eine bedarfsgerechte Versorgung der Menschen zu sichern. Die medizinischen Angebote dürfen weder in einer Unter-, Über- oder Fehlversorgung münden.“ In diesem Zusammenhang konstatiert Dr. Friedersdorff, dass das deutsche Gesundheitssystem zunehmend ökonomisierte Tendenzen aufzeigt und dadurch verstärkt über marktwirtschaftlichen Prinzipien und Logiken reguliert wird. „Dies ist die Folge eines von der Politik gewollten und beförderten Wettbewerbs.“

„Gegenüber dieser rationalen Versorgungslogik, stehen aber im Falle von Krankheit ethische und moralische Fragestellungen sowie die Bedürfnisse der Patient/-innen. Dieses Spannungsverhältnis und seine Folgen führen zunehmend zu Enttäuschung, einhergehend mit einem Vertrauensverlust, gegenüber politischen Entscheidungen und Akteur/-innen des Gesundheitswesens.“

Die Volkssolidarität sieht erforderlichen Handlungsbedarf für eine solidarische und gerechte Gesundheitspolitik und fordert eine dringende Kurskorrektur, insbesondere im Hinblick auf regionale Ungleichheiten und bei der Versorgung von älteren Menschen und Geflüchteten. „Daher gilt es, die Entwicklung und Anwendung sozialer Innovationen für die Lebenssituation von Menschen in sozialen Problemlagen sowohl in Städten als auch in ländlichen, strukturschwachen Regionen zu verbessern“, erklärt der Präsident der Volkssolidarität.