Volkssolidarität


Thüringen

Was zeichnet einen guten Kindergarten in heutiger Zeit aus?

Eindrücke einer Mutter, deren Sohn im Sommer d.J. die Kita `Sandmännchen` in Fischbach als Vorschüler verlassen wird

Auch die schönste Kindergartenzeit neigt sich einmal dem Ende entgegen…

So kommt es, dass sowohl Kind als auch Eltern gerade die letzten Wochen eines solchen Lebensabschnittes bewusster wahrnehmen und öfter die Zeit reflektieren.

Blicke ich als Mama auf die vierjährige Kitazeit zurück so fallen mir vor allem zwei Scherpunkte ein, die für mich in dieser Bildungsarbeit prägend waren:

 - authentisches und emotionales Lernen und

 - naturnahe Bildung und Erziehung.

Gerade Letztgenanntes zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Kita-Alltag: Schlechtes Wetter gab es für die ErzieherInnen und Kinder nie- nur unzureichende Kleidungsstücke. Wenn Erzieherinnen im täglichen Miteinander Ehrlichkeit und Emotionalität sehr stark betonen und sich auch mit ihren Gefühlen und momentanen Befindlichkeiten den Kindern gegenüber äußern, werden Kinder auch keine Schwierigkeiten haben, sich zu öffnen, an zu zeigen, wenn es ihnen selbst nicht so gut geht und sie besonderen Zuspruch benötigen. 

Ein fester Bestandteil in der Kindergartenzeit  bilden die wöchentlich stattfindenden Waldtage, die keine bessere Fundgrube für kindliches Lernen bieten können. Spätestens seit den Veröffentlichungen der aktuellen Hirnforschung wissen wir, dass die kindliche Neugier am ehesten geweckt wird und auch lange erhalten bleibt, wenn sich das Kind aktiv betätigen kann. Wenn man sich diese Spaziergänge anschaut, treffen sie genau jene Neugier bei den Kindern, die man mit angeleiteten Aktivitäten im Raum selbst nur schwer finden Kann. Die Kinder bewegen sich in abgegrenzten Waldgebieten, gehen dort mit naturnahen Spielematerialien (Stein, Stöcke, Wurzeln…) in die Auseinandersetzung und können sich so ihre eigene Welt zurecht werkeln und nach Belieben erkunden und erforschen. Dabei entstehen hochgradig interessante Gespräche unter den Baumeistern, die wiederrum für die Erzieherinnen  Fundgruben für folgendes ko-konstruktives Arbeiten bieten. Sehr schön dabei ist auch zu erkennen, dass der Erwachsene die kindliche Neugier nicht wecken muss. Das Kind trägt diese in sich. Ausreichend ist es daher, wie die Kollegen der Kita Fischbach täglich zeigen, dem Kind Erfahrungsmöglichkeiten an zu bieten. Das Kind kann so selbst bestimmen, wie und in welchen Umfang es diese nutzen möchte.

Und damit schließt sich der Kreis auch wieder für die Hirnforschung: Gelernt wird nicht nur am besten, wenn damit eine Aktivität des Kindes verbunden ist, sondern, wenn diese Aktivität auch Spaß macht. Schaut man sich die beigefügten Fotos an, beantwortet sich diese Frage von selbst. Das Wohlbefinden setzt Botenstoffe frei, ohne deren Vorhandensein und Wirkung nichts gelernt wird.

Schön zu wissen als Elternteil, wenn das eigene Kind eine solche Bildungseinrichtung besucht, in der Lernen noch Spaß machen kann und das Kind jeden Tag mit Freude dorthin geht.  

Ein altes afrikanisches Sprichwort bringt´s auf den Punkte: `Zur Bildung und Erziehung braucht´s ein ganzes Dorf.`

Und ich darf es ergänzen: …Und Erzieherinnen, die mit Herzblut, Enthusiasmus und Frohsinn ans Tagwerk geben.