Volkssolidarität


Thüringen

Mit einer Festveranstaltung beging der Kreisverband sein 70-jähriges Bestehen

Am 20. Oktober 2015 feierte der Volkssolidarität Kreisverband Schmalkalden-Meiningen e.V. im Bürgerhaus „Werraue“ in Wernshausen den 70. Jahrestag der Gründung der Volkssolidarität.

Eingeladen waren langjährige Mitglieder, Ehrenamtliche und Mitarbeiter aus allen Bereichen des Volkssolidarität Kreisverbandes, dessen Einzugsgebiet die Kreise Schmalkalden-Meiningen, den Wartburgkreis und die Stadt Eisenach umfasst.

 

1945 – mit dem Ende des Krieges – fanden sich viele Freiwillige aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammen, um die Not zu lindern. Es wurde Hilfe denen gewährt, die im Krieg alles verloren hatten, Kriegsheimkehrer, Umsiedler, Flüchtlinge. Aber an erste Stelle stand die Betreuung der Waisenkinder.

Dazu wurden Sammelaktionen für Kleidung, Haushalts- und Einrichtungsgegenstände, aber auch Suppenküchen und Kinderbetreuung organisiert.

Diese Bewegung, die Aktion „Volkssolidarität“, griff bald auch auf Thüringen über. Hier nannte man sie „Thüringer Aktion gegen Not“. Es war eine große und schöne Aufgabe im Geiste der wirklichen Volksverbundenheit. Allein in Meiningen kamen zum Kriegsende ca. 18.000 Flüchtlinge und Vertriebene an. Die Gemeinschaft Volkssolidarität Thüringen gründete Kinderdörfer unter anderem in Wilhelmsthal bei Eisenach sowie Kinderheimaten und Dauerheime, um elternlosen Kindern eine neue Heimat zu geben.

"Die Volkssolidarität wurde nicht gegründet, sondern sie entstand aus einer Bewegung der Nächstenhilfe“, betonte der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes Ernst Kranz in seiner Festrede.

Nachdem die DDR gegründet wurde, fand die Volkssolidarität in der Betreuung der Älteren ihre Hauptaufgabe. Diese Aufgabe, Ältere und Hilfsbedürftige zu betreuen, die Mahlzeiten und Hauswirtschaftsdienste sowie ein vielgestaltiges, weitverbreitetes Mitglieder- und Klubleben bestimmten bis zum Ende der DDR 1990 das Profil der Volkssolidarität.

Nach der Wende engagierte sich die Volkssolidarität wieder in allen sozialen Bereichen.

 

Im Jahr 2015 werden durch den Volkssolidarität Kreisverband Schmalkalden-Meiningen e.V.

2 Kindergärten in Meiningen sowie Schwallungen, 6 Mahlzeitendienste „Essen auf Rädern“ in Schmalkalden, Wasungen, Vacha, Bad Salzungen, Eisenach und Meiningen, ambulante Pflegedienste in Schmalkalden, Bad Salzungen / Eisenach und Meiningen, sowie das Pflegeheim in Wutha-Farnroda betrieben.

In 55 Mitgliedergruppen sind ca. 325 ehrenamtliche Helfer tätig, die das Vereinsleben auch in den 9 Begegnungsstätten des Vereins organisieren. Einige von ihnen waren am Dienstag bei der Festveranstaltung eingeladen und wurden für ihr uneigennütziges Engagement von Ernst Kranz und dem Vorsitzenden des Landesverbandes der Volkssolidarität Dr. Frank-Michael Pietzsch ausgezeichnet.

 

In seinem Grußwort sagte Dr. Frank-Michael Pietzsch unter Bezugnahme auf die Tradition der Volkssolidarität und die aktuelle Flüchtlingsproblematik „Auch heute kommen wieder Menschen aus Kriegsgebieten, die der Hilfe bedürfen. Wir können sie doch nicht wieder in den Krieg zurückschicken, aus dem sie geflohen sind“.

Schmalkalden-Meiningens Landrat Peter Heimrich berichtete von seiner eigenen Familie, die als Vertriebene zum Ende des Krieges ein neues Zuhause in Breitungen fand.

Thomas Kaminski, Schmalkaldens Bürgermeister, sprach seinen Dank für die herzliche und engagierte Arbeit der Volkssolidarität aus, die sich von der Kinderbetreuung bis zur Betreuung und Pflege der Senioren einbringt, gemäß dem Motto der Volkssolidarität „Gemeinsam statt einsam“. Er sicherte auch künftig finanzielle Unterstützung der Stadt Schmalkalden zu.

Martina Urlau, die Leiterin des Sozialamtes des Wartburgkreises, betonte im Namen des Landrats des Wartburgkreises Krebs die Wertschätzung der vielen Ehrenamtlichen mit ihren vielen, freiwilligen Einsätzen und Unterstützungen und das Engagement der ca. 240 Mitarbeiter des Kreisverbandes. Aus deren Mitte trat sogar eine „Band“ auf, die mit Gesang und Musik zum Programm der Jahresfeier absolut hörenswert beitrug.

Die Festveranstaltung wurde mit einem gemütlichen Beisammensein und einem bunten Unterhaltungsprogramm für Jedermann umrahmt.