Volkssolidarität


Sachsen-Anhalt

Konstantes Team mit Wunscharbeitsplan

Warum die Sozialstation „Vorharz“ in Halberstadt als mitarbeiterfreundliches Unternehmen gewürdigt wird

Neben einigen Firmen aus Handwerk und Gewerbe erhielt die Sozialstation „Vorharz“ des Regionalverbandes Harz der Volkssolidarität die Würdigung mit dem Landessiegel für mitarbeiterfreundliche Unternehmen.

„Endlich wieder Normalbetrieb“, freut sich nicht nur Pflegedienstleiterin Aileen Schill. Zu Beginn der Pandemie gab es zunächst von betreuten Kunden Absagen, die sich aus Vorsicht selbst versorgen wollten. Aber nach Krankenhaus-Entlassungen war oft schnelle Hilfe gefragt. Inzwischen haben sich die nötigen Hygienevorkehrungen gut eingespielt. Auch Haushaltshilfe und Einkaufsbesorgungen wurden gern angenommen. Dabei sollte eine in Sachsen-Anhalt initiierte Auszeichnung nicht vergessen werden. Neben einigen Firmen aus Handwerk und Gewerbe erhielt die Sozialstation „Vorharz“ des Regionalverbandes Harz der Volkssolidarität die Würdigung mit dem Landessiegel für mitarbeiterfreundliche Unternehmen. „Wir sind ein sehr konstantes Team, in dem die meisten Mitarbeiter seit über zehn Jahren zusammenarbeiten“, berichtete Aileen Schill. „Auch alle hier Ausgebildeten sind im Team verblieben.“

Die Chefin kam im Mai 2004, gleich nach ihrer Ausbildung zur Sozialstation, die zunächst in Derenburg stationiert war. Vor zehn Jahren erfolgte der Wechsel nach Halberstadt, wo an der Friedenstraße eine Wohngemeinschaft eröffnet wurde. Dann kam die altersgerechte Wohnanlage in Harsleben hinzu, danach das Haus an der Thomas-Müntzer-Straße. „Von einst sechs sind wir inzwischen auf 30 Mitarbeiter gewachsen“, so Schill. Alle hätten bei der anonymen Umfrage der Aktion „Fachkraft im Fokus“ mitgemacht. Zum guten Betriebsklima habe die Planbarkeit der Dienste beigetragen. „Dass es einen Wunscharbeitsplan für die Mitarbeiter gibt, ist im Pflegebereich doch selten.“ Zum guten Betriebsklima habe auch beigetragen, dass eine schrittweise Gehaltsanpassung an den Tarif des Öffentlichen Dienstes erfolgt. Problem sei dabei die Finanzierbarkeit durch die Pflegekassen. Aber auch die Dankbarkeit der Patienten trage zur Freude im Beruf bei. „Für viele sind wir die einzigen Besucher und da ist die Zeit für Gespräche zu kurz“, bedauert die Pflegedienstleiterin. Aber gegen die Vereinsamung seien die Hausbesuche hilfreich. „Wir lassen keinen hängen“, betonte sie. Leider seien jetzt auch alle Veranstaltungen der Volkssolidarität abgesagt. So werde es ein schweres Jahr, vor allem für die Älteren. Die Bedeutung der Pflegeberufe dürfte weiter zunehmen. Deshalb suche auch diese Sozialstation Nachwuchs. 2019 habe der angebotene Ausbildungsplatz leider nicht besetzt werden können. Die Weiterbildung stehe weiter oben an. „Zunehmend erhalten wir neben den Schulungen über den Landesverband auch Angebote für Lernen im Internet“, so Schill. Ansonsten stecke aber die digitale Arbeit noch in den Kinderschuhen. Viel Zeit gehe für die geforderten schriftlichen Dokumentationen drauf. Das solle sich demnächst durch die völlige Umstellung auf digital ändern.

Foto und Text: Dieter Kunze (Freier MA Volksstimme Halberstadt)