Volkssolidarität


Sachsen-Anhalt

Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) steht als neues Beratungsangebot zu allen Fragen der Rehabilitation und Teilhabe für ratsuchende Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohter Menschen sowie deren Angehörigen zur Verfügung.

Ratsuchende können sich mit allen Anfragen an eine EUTB-Beratungsstelle vor Ort wenden, es kommt nicht darauf an, welche TH-Beeinträchtigung vorliegt.

Die Teilhabeberatung soll insbesondere im Vorfeld der Beantragung konkreter Leistungen Information und Orientierung geben.

Sie hat eine Wegweiserfunktion und tritt neben die gesetzliche Beratungspflicht der Rehaträger.

Die EUTB ist ein wichtiger Eckpfeiler für Neuordnung des Leistungsrechtes für Menschen mit (drohenden) Behinderungen.

 

Warum und auf welcher Basis wurde die EUTB geschaffen?

• Das Beratungsangebot wurde vom Gesetzgeber geschaffen mit dem Ziel, die Lebens-situation von Menschen mit (drohender) Behinderung und deren Angehörige durch mehr Teilhabe an der Gesellschaft, mehr Selbstbestimmung und mehr individueller Lebensführung zu verbessern. Eine kompetente und unabhängige Beratung kann nachhaltig die Position dieser Menschen gegenüber Leistungsträgern und Leistungserbringern verbessern.

• Es soll Orientierungs-, Planungs- und Entscheidungshilfe sein, um das Leben eigenständig,  entsprechend den persönlichen Wünschen zu planen und individuelle Teilhabe-Leistungen in Anspruch zu nehmen.

• Es erstreckt sich auf Informationen und Beratung über Rehabilitation und TH-Leistungen nach SGB IX, die bereits im Vorfeld der Beantragung konkreter Leistungen zur Verfügung steht und ergänzend neben dem Anspruch auf Beratung der Rehaträger steht.

• Das Besondere dieses Beratungsangebotes ist die Beratung von Betroffenen für Betroffene, das sogenannte Peer Counceling. D.h., dass in einer EUTB-Beratungsstelle viele Peer-Berater*innen arbeiten, die selbst von einer Behinderung betroffen sind.

• BMAS hat mit Inkrafttreten des BTHG zum 01.01.2017 die gesetzlichen Grundlage zur Einführung der  EUTB geschaffen. Ein Schwerpunkt des Gesetzes ist die Neufassung des SGB IX " Rehabilitation und Teilhabe von behinderten Menschen ab 01.01.18.

Im neuen § 32 des SGB IX wurden die gesetzlichen Voraussetzungen für unentgeltliche, allen Menschen mit  Behinderung und deren Angehörigen offen stehendes und Orientierung gebendes Angebot zur Beratung über Leistungen zur Rehabilitation und TH geschaffen.

 

Wer kann das Beratungsangebot nutzen?

Jeder Ratsuchende, egal welchen Geschlechts, Herkunft, Alter, Gesundheit, Menschen mit Behinderung oder von Behinderung bedrohte Menschen u.ä.

Jeder, der Fragen rund um das Thema Rehabilitation und Teilhabe hat.

Jeder kann im Vorfeld vor Beantragung von Leistungen die Beratung nutzen, aber selbstverständlich auch bei laufenden Teilhabe-Verfahren.

 

Wer sind die Berater?

Berater sind ausschließlich Personen, die Erfahrungen in der Beratung von Menschen mit und ohne Behinderungen haben. Sie verfügen über ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und das Gespräch ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit der Problemstellung gegenüber. Meist sind es Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Heilerziehungspfleger oder Fachkräfte aus ähnlich gelagerten Berufsfeldern. Viele der EUTB-Berater*innen sind selbst von einer Behinderung betroffen bzw. sind Angehörige von Menschen mit Behinderungen und können demzufolge auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen.