Volkssolidarität


Sachsen

Radebeuler VS-Kita bald psychomotorische Kita

Das "Lößnitzer Kinderland" startete am 21.1. den Zertifizierungsprozess

Die Radebeuler VS-Kita „Lößnitzer Kinderland“ macht sich daran, erste psychomotorische Kita in den neuen Bundesländern zu werden. Am 21. Januar ist der Startschuss für den aufwendigen Zertifizierungsprozess gefallen. In einem Zeitraum von etwa zwei Jahren wird das Team aus 17 Erzieherinnen und Erziehern umfassend geschult. Die Fachkräfte lernen u.a., wie sie Kindern über Bewegung und Spiel beim Erkennen der eigenen Stärken helfen können. Das setzt eine besondere Haltung und Herangehensweise voraus.

 

 

Die psychomotorische Kita basiert auf einem ganzheitlichen Bewegungskonzept, das vom Verein Deutsche Akademie Aktionskreis Psychomotorik (dakp) entwickelt wurde. Er vergibt am Ende ein Qualitätssiegel, wird die Einrichtung aber auch über die Zertifizierungsphase hinaus begleiten.

 

„Lernen geht am besten über die Bewegung“, erklärt René Schlimpert (Foto r.), Leiter der Kita "Lößnitzer Kinderland". „Wir wollen keine Bewegungskita werden, sondern über die Bewegung Lernprozesse bei den Kindern in Gang bringen.“ Seine Überzeugung: „Kinder lernen am besten, wenn sie auch Fehler machen dürfen.“ Damit könne auch verbunden sein, dass sie sich beim Spielen und Bewegen einmal wehtun. „Die psychomotorische Kita bietet den Kindern kleine – wohlweislich kalkulierte – Risiken an, damit sie dann nicht dem ersten großen Risiko zum Opfer fallen“, so René Schlimpert. „Wir trauen den Kindern etwas zu, müssen aber auch besser aufpassen.“

 

Das setzt auf Seiten der Erzieherinnen und Erzieher eine Haltung des Vertrauens und Zulassens voraus. „Vom Fachpersonal wird eine humanistische Haltung verlangt, die das Kind in seiner Ganzheit akzeptiert und ihm eine wertungsfreie Begleitung anbietet“, sagt Silvia Bender-Joans, die bei der dakp das Referat Fort- und Weiterbildung leitet. Das Fachpersonal habe die Aufgabe, die kindlichen Fähigkeiten sehr genau zu beobachten. Es benötige unter anderem ein hohes Maß an Entwicklungswissen.

 

„Die Psychomotorik sieht Kinder als mitdenkende Wesen, die zu beteiligen sind“, erklärt Projektleiter Maik Kretzschmar (Foto l.). „Psychomotorik findet im Gruppengeschehen statt.“ Die Kinder lernen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und die Stärken des anderen zu sehen. „Dabei lernt der Schwächere vom Stärkeren, und der Stärkere lernt zum Beispiel Wissen abzugeben und abzuwarten, bis die anderen soweit sind.“ Das fördere die Toleranz.