Volkssolidarität


Sachsen

Politiker besuchen VS-Kitas

Wirtschaftsminister und Kultusminister haben Praxisluft geschnuppert

Gleich zwei sächsische Minister haben in der letzten Augustwoche eine Stippvisite in die Kitawelt unternommen. Wirtschaftsminister Martin Dulig besuchte die Coswiger Kita „Spitzgrundspatzen“. Kultusminister Christian Piwarz kam in der Arnsdorfer Kita „Am Karswald“ vorbei. Thema bei beiden Terminen war u.a. der Personalschlüssel in den Kitas. Für eine spürbare Verbesserung setzt sich die VS Elbtalkreis-Meißen als Träger der Einrichtungen u.a. durch ihr Engagement im Graswurzelbündnis "Die bessere Kita" ein.

 

Martin Dulig (SPD) war auf die Kita „Spitzgrundspatzen“ gekommen, weil diese ihn vor zwei Jahren als Vorleser für den bundesweiten Vorlesetag angefragt hatte. Damals war er verplant. Jetzt wollte er die Coswiger Einrichtung der Volkssolidarität über den „Perspektivwechsel“ kennenlernen. Denn an dieser einwöchigen Aktion der Liga der Freien Wohlfahrtspflege beteiligte er sich in diesem Jahr wieder. Eine Woche lang betreuen Personen des öffentlichen Lebens dabei z.B. Menschen mit Behinderung, helfen im Altenpflegeheim mit oder aber arbeiten in einer Kindertagesstätte mit.


Der Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident tat letzteres am 29.8. von 8.30 bis 11 Uhr in einer Gruppe mit Vier- bis Sechsjährigen. Begleitet wurde er von einem Team des MDR-Fernsehens. Zunächst las er den Mädchen und Jungen aus einem 3D-Buch vor, dann schenkte er für die Kinder Tee aus.

Im Anschluss ging es raus in den Garten. Dort widmete sich Martin Dulig der Kunst des Seifenblasenmachens. Danach tobte er sich mit den Kindern aus, stärkte sich kurz bei Sandkuchen im Sandkasten und ließ sich am Ende auf eine herausfordernde Partie Fußball ein.


Am Tag darauf, dem 30. August, nahm sich Kultusminister Christian Piwarz (CDU) Zeit für einen fachlichen Austausch in der Arnsdorfer Kita „Am Karswald“. Initiiert hatte das Treffen der Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk (CDU).

 

Nach einer herzlichen Begrüßung mit Basteleien von Kindern aus der Sternengruppe hospitierte er in einer Vorschulgruppe, die sich mit Selbstbildungsangeboten nach Maria Montessori beschäftigte.


Anschließend war er zu einem Frühstück mit Elternvertretern, Erziehern und Vertretern des Trägers eingeladen. Dieser Rahmen bot Raum für einen Austausch zu vielfältigen Themen. Dazu gehörte die Frage, wie sich die Qualität in sächsischen Kitas verbessern lässt. Besprochen wurde auch, inwiefern es beim Erzieherberuf Auswege aus dem Dilemma langer Ausbildungszeiten bei null Vergütung gibt. Zudem beschäftigte die Runde mit Blick auf den bevorstehenden Generationswechsel in Kitas die Frage, inwiefern bereits jetzt genügend junge Erzieher ausgebildet werden, um in wenigen Jahren die Vielzahl an Fachkräften ersetzen zu können, die in den Ruhestand gehen. Auch die Arnsdorfer Bürgermeisterin Martina Angermann hatte sich den Termin geblockt und diskutierte konstruktiv mit.


Für den Träger der Einrichtung, die Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V., war das Gespräch ein weiterer Schritt in der konsequenten Einforderung besserer Rahmenbedingungen in sächsischen Kitas gegenüber der sächsischen Staatsregierung. Dafür setzt sich der Verein von Beginn an im Graswurzelbündnis „Die bessere Kita“ ein. Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss aus Elternräten, freien Trägern, Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege sowie Gewerkschaften, die gemeinsam für dieses Ziel eintreten.