Volkssolidarität


Sachsen

„Die meisten Kinder haben sich riesig gefreut“

Im „Lößnitzer Kinderland“ ist eingeschränkter Kitabetrieb ruhig angelaufen

Kitaleiter René Schlimpert im Außenareal seiner Radebeuler Kita. Damit sich die Gruppen nicht vermischen, wurden sechs Spielbereiche abgeteilt.Die Absperrbänder im Garten der Radebeuler VS-Kita „Lößnitzer Kinderland“ markieren nicht etwa eine Großbaustelle. Sie trennen sechs Spielbereiche ab, in denen Gruppen spielen können, ohne sich zu vermischen. Das ist eine der Voraussetzungen, um den eingeschränkten Kita-Regelbetrieb gewährleisten zu können. Dieser ist am 18. Mai gestartet. „Die meisten Kinder haben sich riesig gefreut“, erzählt Kitaleiter René Schlimpert. Einigen sei anzumerken gewesen, wie glücklich sie sind, wieder unter Kindern zu sein.

 

Die neuen Absperrbänder wurden gleich am Morgen thematisiert. „Wir haben alle im Morgenkreis zusammengenommen und die Zonen erklärt“, erzählt der Leiter. Den Größeren sei bei der Gelegenheit auch wieder ans Herz gelegt worden, sich öfter die Hände zu waschen.

 


René Schlimpert spricht von einem „harmonischen“ Auftakt. „Wir hatten die Eltern darum gebeten, ihr Kind möglichst etwas später zu bringen, damit sich nicht alles um sieben staut“, erzählt er. Das habe prima geklappt. Besuchten vergangene Woche noch 45 Kinder die Notbetreuung dieser Einrichtung, kamen nun, am 18. Mai, wieder knapp 120 Kinder ins „Lößnitzer Kinderland“. Die Kita kann bis zu 134 Kinder aufnehmen.

 


Eine Infotafel im Eingangsbereich der Kita.Wie alle 21 Kitas des Regionalverbands Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V. hat auch das „Lößnitzer Kinderland“ im Vorfeld der Wiederöffnung ein einrichtungsspezifisches Organisationskonzept erarbeitet. Dieses hält fest, wie die Kita die gesetzlichen Anforderungen der eingeschränkten Wiederöffnung im Rahmen ihrer individuellen räumlichen und personellen Möglichkeiten umsetzt.

 


Vorgestellt wurde dieses Konzept dem Elternrat in einem extra Elternabend Ende vergangener Woche. Die Vertreter der Gruppen leiteten die Informationen an die Eltern weiter. Der Nachfragen und auch Bedenken mancher Mütter und Väter nahm sich der Kitaleiter in ausführlichen Telefonaten an.

 


René Schlimpert zufolge reagierten die Eltern auf die reduzierte Betreuungskernzeit von 7 bis 16 Uhr ebenso verständnisvoll wie auf die Pflicht, innerhalb des Gebäudes Mundnasenschutz zu tragen. Die Gesundheitsbestätigung, die täglich von den Eltern unterzeichnet werden muss, verbleibe stets in der Kita, erzählt der Einrichtungsleiter. Die meisten Eltern brächten sogar ihren eigenen Stift zum Unterschreiben mit.

 


Der Eingangsbereich der Radebeuler VS-Kita "Lößnitzer Kinderland". Die Leitung hat sich gegen ein Schleusensystem entschieden.Obwohl die Kita nur einen Eingang hat, hat sich das Team gegen eine Infektionsschleuse entschieden. Eine solche Lösung hätte in puncto Infektionsschutz den Vorteil, dass Eltern die Einrichtung nicht betreten würden. Sie wäre aber ebenso mit dem Nachteil verbunden, dass die Eltern ihr Kind an ErzieherInnen abgeben müssten, mit denen das Kind unter Umständen noch nichts zu tun hatte. „Im Sinne des Kindeswohls“, so René Schlimpert, sei es den Eltern darum weiterhin möglich, ihr Kind selbst zu den Bezugspersonen zu bringen. „Allerdings dürfen sich maximal drei Erwachsene in einer Garderobe aufhalten“, betont der Leiter. „Und wir haben kurze Kontaktzeiten vereinbart.“ Heißt: Keine langen Gespräche zwischen Eltern und ErzieherInnen beim Bringen oder Holen des Kindes.

 


Die Krippengruppen sind über einen separaten Eingang erreichbar. Die Eltern der Kleinen nutzen eine Fluchttür auf der Rückseite des Gebäudes. Damit entzerrt sich zusätzlich der Krippen- und der Kitabereich. Als Glücksumstand sieht René Schlimpert dabei, dass die Außenanlage der Krippe ohnehin schon separiert ist von den Spielflächen der größeren Kinder. Der Krippengarten wurde nun in zwei Zonen unterteilt, damit sich auch hier die Gruppen nicht vermischen. Auf diese Weise sollen eventuelle Infektionsketten nachvollziehbar bleiben.