Volkssolidarität


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Volkssolidarität im Wandel

Digitale Kommunikation stärker in den Blickwinkel rücken

Im Juni vergangenen Jahres hat der Volkssolidarität Bundesverband einen Organisationsentwicklungsprozess für die Volkssolidarität angestoßen. Vertreter/-innen aus allen Landesverbänden diskutieren in einzelnen Modulen die künftige Entwicklung des Verbandes und entwickeln eine gemeinsame Vision, wie die Volkssolidarität als Sozial- und Wohlfahrtsverband zukunftsfähig gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Im Januar war Halbzeit. Nach dem Eröffnungsmodul und den Modulen ‚Verbandsidentität und -profil der Volkssolidarität‘ sowie ‚Organisationsstruktur und -kultur‘ wurden am 29. und 30. Januar dieses Jahres im Modul 4 ‚Verbandskommunikation‘ die Themenbereiche interne und externe Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit für die Volkssolidarität behandelt.

Kommunikation der Volkssolidarität insgesamt 

Die Betrachtung der verschiedenen Kommunikationsformen durch die Teilnehmer/-innen zeigte, dass der Verband bisher überwiegend mit den traditionellen Kommunikationsinstrumenten wie Telefon, persönliches Gespräch und E-Mail arbeitet. Spitzenreiter ist hierbei der informelle ‚face to face‘-Kontakt. Persönliche Gespräche werden insgesamt positiver und wertschätzender bewertet als die Kommunikation mit technischen Hilfsmitteln. Digitale Instrumente wie Internetseite sowie Social Media (z.B. Facebook, Twitter oder Whatsapp) werden bisher nur partiell oder gar nicht sowie wenig gesteuert genutzt. 

Weiterhin wurde festgestellt, dass der Bereich Kommunikation insgesamt bisher zu sehr ein ‚Anhängsel‘ der verbandlichen Arbeit und fast ausschließlich auf den Wirkungskreis von traditioneller Öffentlichkeitsarbeit (analoge Formate wie Veröffentlichung in Printmedien oder Organisation von Veranstaltungen) fokussiert sei: Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit werden häufig ‚nebenbei‘ erledigt. Personelle sowie fachliche Ressourcen werden eher selten oder gar nicht zur Verfügung gestellt. Gleichermaßen sei zu beobachten, dass der Erfolg der Verbandsarbeit in einem nicht geringen Maße am Erfolg der Kommunikation der Verbandsinhalte in der öffentlichen Wahrnehmung gemessen werde. Ein Widerspruch. Neben dem starken Fokus auf die externe Kommunikation werde dagegen nur ein geringes Augenmerk auf die interne Verbandskommunikation gelegt: Die Anwendung von Kommunikation als Steuerungsinstrument für den Transport von Wissen und den Austausch von Ideen und Erfolgsmodellen zur Stärkung und Entwicklung des Verbandes bleibt weit unter ihren Möglichkeiten.   

Zeitintensiv und kostspielig 

In der Diskussion der Teilnehmer/-innen des Moduls zeigte sich, dass die analogen Kontaktpunkte der Kommunikation zwischen den Gliederungen (wie Arbeitsgruppen, Vorstandssitzungen, Fachtagungen, Feste, informelle Gespräche) im Großen und Ganzen mit positiven Ergebnissen genutzt werden. Kritisiert wurde die geringe Effizienz, weil die Formate sehr zeitintensiv und kostspielig seien. 

Selten über den Tellerrand 

Die Kommunikation zwischen den Gliederungen wurde von den Teilnehmer/-innen als suboptimal beschrieben: Geschäftsführungen und Vorstände nutzen überregionale Treffen selten (sie nutzen nicht den ‚Blick über den Tellerrand‘). Betriebsvergleiche und Benchmarking sind ungenutzte Potentiale. Beschlüsse von Vorstandssitzungen und Delegiertenversammlungen werden nur teilweise oder gar nicht umgesetzt, weil sie nicht ausreichend mit den Gegebenheiten der Basis abgestimmt sind. 

Divers und ohne Abstimmung 

Digitale Kommunikationswege wurden insgesamt eher kritisch bewertet. Das Format „Newsletter“ spielt im Verband so gut wie keine Rolle. Das Erscheinungsbild der internen und externen Kommunikation ist angesichts unterschiedlicher Internetauftritte und E-Mail-Systeme eher divers und wenig einheitlich. Auch erfolge die Bedienung der verschiedenen Facebook-Seiten ohne klar abgestimmte Kommunikationskonzepte und Redaktionspläne. Ein einheitlicher Auftritt im digitalen Raum insgesamt sei nicht gegeben. Das habe zur Folge, dass sich Verbandsgliederungen und Unternehmen sowie Einrichtungen der Volkssolidarität derzeit nicht so darstellen können, wie es für sie wichtig wäre (z.B. Stellenausschreibungen). 

Digitale Kommunikation stärker in den Blickwinkel rücken 

In Folge entwickelten die Teilnehmer/-innen Lösungsansätze für die Bereiche der Kommunikation, die als kritisch eingestuft wurden. Der Tenor war eindeutig: Digitale Kommunikationsinstrumente müssten in Zukunft deutlich stärker in den Blickwinkel genommen werden. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen hält die Ausarbeitung einer Lösung für einen modernen, ansprechenden Internetauftritt auf allen Verbandsebenen für sehr wichtig. Die Aufgabe soll prioritär in der Bundesgeschäftsstelle im Rahmen des bereits laufenden Typo-3-Prozesses weiter vorangebracht werden. Eine Vereinheitlichung der Kommunikationsinstrumente, wozu auch die Nutzung eines gemeinsamen E-Mail-Systems gehöre, könne den verbandsinternen Austausch sowie das Erreichen der Zielgruppen deutlich verbessern. Weiterhin brauche es dringend mehr Personalstellen und Weiterbildungsangebote im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in den Gliederungen, um Kommunikation effektiv gestalten zu können. 

Neue Abläufe mit agilen Beteiligungsformaten 

Für das Format Vorstandssitzung wurde von den Teilnehmer/-innen ein neuer Ablauf mit agileren Beteiligungsformaten entwickelt, der die Motivation für den Austausch untereinander stärken soll. Hierbei stellt zum Beispiel der Wechsel des Tagungsortes (Rotieren durch Gliederungen) eine mögliche Lösung dar.

Es wurde auf die im September 2017 durchgeführte Kommunikationsfachtagung verwiesen. Diese habe gezeigt, dass sich viele Teilnehmer/-innen eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe wünschten. Daraus leiteten die Teilnehmer/-innen als Ziel ab, den auf dem Prinzip des Paritätischen basierenden digitalen Wandel durch ein wertschätzendes Miteinander zu forcieren und zum Gelingen zu bringen.  

Werkstatt Öffentlichkeitsarbeit

Als weiteren Schritt zur Verbesserung der Verbandskommunikation etabliert der Volkssolidarität Bundesverband als neues Format die Werkstatt Öffentlichkeitsarbeit, welche in regelmäßigen Abständen zusätzlich zu der einmal im Jahr stattfindenden Kommunikationsfachtagung durchgeführt werden soll. Die Werkstatt versteht sich als bereichsübergreifendes Angebot für alle, die Kommunikation als Werkzeug nutzen und gemeinsam optimieren wollen. Sie soll Gelegenheit bieten, sich zeitnah zu aktuellen Entwicklungen zu verständigen und den fachlichen Austausch im Verband voranzutreiben. Eine erste Werkstatt ist bereits für den 5. April zum Thema Stellenausschreibungen geplant. Ein nächster Termin wird im Mai zur suchmaschinenoptimierten Redaktion von Internetseiten angeboten (Terminübersicht). Weitere Themen können zum Beispiel die Erstellung und Bearbeitung von Facebook Accounts, die Erarbeitung einer gemeinsamen Foto-Datenbank oder die Organisation von Krisenkommunikation sein. Die Themen richten sich nach den jeweiligen Bedarfen des Verbandes und werden idealerweise gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, die sich an dem Austausch beteiligen möchten, festgelegt. 

Termine:

Werkstatt Öffentlichkeitsarbeit
Werkstatt 1:
Stellenausschreibungen auf 
www.volkssolidaritaet.de
5. April 2018
10.00 bis 15.00
Bundesgeschäftsstelle
Werkstattprogramm (PDF)

Werkstatt Öffentlichkeitsarbeit
Werkstatt 2:
Suchmaschinenoptimierte Redaktion von Internetseiten
16. Mai 2018
10.00 bis 15.00
Bundesgeschäftsstelle
Safe the date (Konkrete Infos folgen)

Teilnehmer/-innen:

An dem Workshop Modul 4 ‚Kommunikation‘ haben teilgenommen: Michael Bremer (Landesgeschäftsführer LV des Sachsen-Anhalt), Dirk Brigmann (Kreisgeschäftsführer des VB Mittelmark), Dr. Wolfram Friedersdorff (Präsident), Jan Gaubert (Referent für Mitgliederarbeit und Ehrenamtliches Engagement beim Volkssolidarität Bundesverband), Anja Girschik (Bereichsleiterin Personal für den LV Sachsen-Anhalt), Bärbel Glogau (Kreisgeschäftsführerin des VB Uckermark, Bundesvorstandsmitglied), Constanze Groß (Referentin für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit beim Volkssolidarität Bundesverband), Annette Helbig (Bundesgeschäftsführerin), Xaver Ketterl (Referent der Bundesgeschäftsführerin), Anne Papendorf (Vorstandsassistentin des Landesvorstandes Brandenburg), Rainer Thorwirth (Geschäftsführer der Volkssolidarität Ostthüringen), Ralf Tulke (Seniorenbeauftragter und Beiratsmitglied des VB Uckermark), Ulrike Ullrich (Geschäftsführerin der Volkssolidarität Chemnitz), Sebastian Wegner (Leitung Verbandsentwicklung des LV Berlin). 

Weitere Beiträge zum Thema:
Eine gemeinsame Vision. Die Volkssolidarität als Sozial- und Wohlfahrtsverband zukunftsfähig gestalten 
Für eine zukunftsfähige Öffentlichkeitsarbeit. Nachtrag zur Kommunikationsfachtagung der Volkssolidarität im September 
Digitaler Wandel: Im Mittelpunkt steht der Mensch. Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff und Bundesgeschäftsführerin Annette Helbig zur zukünftigen Ausrichtung der Volkssolidarität