Volkssolidarität


Bundesverband e.V.

Gemeinsam Nutzen für alle schaffen

Beratung des Bundesvorstandes mit Vertretern der Verbandsgliederungen

Fotos: T. Gräser„Unsere Werte in der Praxis“ war das Thema einer Beratung am 25. Juni in Berlin, zu welcher der Bundesvorstand der Volkssolidarität die Vorsitzenden der Verbandsgliederungen eingeladen hatte. Ca. 90 Teilnehmer aus zwei Drittel der Landes-, Regional-, Kreis- und Stadtverbände beteiligten sich an der Diskussion im Berliner Ramada-Hotel am Alexanderplatz um die Werte der Volkssolidarität.

Angesichtes der aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen sei diese Diskussion weiter notwendig, betonte Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff zu Beginne in seiner Rede. Er verwies u.a. auf die politische Krise der Europäischen Union, das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer und in Südeuropa, die Auseinandersetzungen um die Aufnahme und Integration/Nichtintegration von Flüchtlingen und die Wahlerfolge offen rassistischer Parteien und Personen sowie das Erstarken rechtspopulistischer und nationalistischer Bewegungen. Auch die Rahmenbedingungen für die soziale Arbeit hätten sich verändert, stellte der Verbandspräsident fest. Die zunehmende Ungleichheit in Folge der Politik der „Agenda 2010“ bedrohe den gesellschaftlichen Zusammenhalt – „und damit die Stabilität der Gesellschaft“. Die Beratung solle aber ebenso die Diskussion innerhalb des Verbandes fortsetzen, die mit dem Beschluss neuer Grundsatzdokumente durch die Bundesdelegiertenversammlung der Volkssolidarität im Jahr 2014 nicht abgeschlossen sei. Es gehe unter anderem darum, sich klar zu werden, welche Verantwortung die Verbandsgliederungen für die weitere Entwicklung der Volkssolidarität haben, so Dr. Friedersdorff. „Volkssolidarität ist man aber nur gemeinsam, in der Ortsgruppe oder in einer Interessengruppe, in der Gestaltung sozialer Arbeit, in der politischen Interessenvertretung im Kreis, im Land und im Bund. Die Volkssolidarität agiert mitten in der Gesellschaft. Insofern wird sie einerseits selbst von den gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt und ist andererseits selbst Akteur im Ringen um gesellschaftliche und politische Veränderungen.“

Verbandspräsident Dr. W. FriedersdorffDer Verbandspräsident sprach sich unter anderem dafür aus, das Leitbild der Volkssolidarität weiter zu entwickeln und an aktuelle Prozesse und Probleme in der Gesellschaft anzupassen. Zugleich forderte er den Verband auf, sich weiter in gesellschaftliche Debatten zu sozialen Fragen einzumischen. Ziel sei es, sich für die Teilhabe der hierzulande lebenden Menschen in der Gesellschaft stark zu machen. Und er fügte hinzu: „Soziale Gerechtigkeit ist nicht nur humanistisches Anliegen, sondern ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft.“ Zudem gebe es keine humanistische Gesellschaft ohne Solidarität. Der Verbandspräsident bezeichnete Themen wie die Rentenpolitik, die Hilfe für Flüchtlinge und die Teilhabe für Ältere als wichtige inhaltliche Felder für die weitere Arbeit des Verbandes. Die Volkssolidarität werde sich mit ihren Werten ebenso weiter in die verschiedenen Bündnisse und die Zusammenarbeit mit anderen sozialen Organisationen einbringen.

In vier Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer der Beratung, wie die Werte der Volkssolidarität in der Praxis gelebt und umgesetzt werden können. Wie das beim Thema Mitgliedergewinnung und Ehrenamt möglich ist, zeigte André Lossin in einer Arbeitsgruppe. Der Geschäftsführer des Landesverbandes Berlin der Volkssolidarität berichtete, wie der Verband in der Hauptstadt seine Arbeit und die internen Strukturen neu organisiert. Ausgangspunkt dabei seien eben die Werte des Verbandes und der Mitgliederverband. Das gelte auch für den sozialwirtschaftlichen Bereich und dessen Mitarbeiter. Lossin betonte, dass es nicht nur wichtig sei, neue Mitglieder zu gewinnen, sondern die Mitglieder auch an den Verband zu binden und zu halten. In der Arbeitsgruppe wurde zudem über die Frage diskutiert, wie jüngere Menschen interessiert werden können und welche Rolle die Werte dabei spielen.

In der AG zur SozialwirtschaftDie sozialwirtschaftliche Tätigkeit und wie diese mit den Werten des Verbandes verbunden ist, war Thema einer weiteren Arbeitsgruppe. Es gebe sehr unterschiedliche Voraussetzungen vor Ort für die Wechselbeziehung zwischen Sozialwirtschaft und Mitgliederverband, wurde dabei festgestellt. Die Teilnehmer sprachen sich unter anderem für eine bessere Vernetzung innerhalb der Volkssolidarität insgesamt aus. Dazu gehöre ebenso, die Aufgaben solidarisch zu verteilen und gemeinsam zu tragen. Die Frage, wie Integration bewältigt werden und gelingen kann, beschäftigte eine dritte Arbeitsgruppe. Es gehe dabei um die selbstverständliche Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft, unabhängig von ihrer Herkunft, ihres sozialen Status, ihrer Kultur oder des Geschlechtes. Wichtig sei es, „alle Menschen in die vorhandenen Strukturen und Gruppen einzubinden“. Ähnlich wurde das in der Arbeitsgruppe gesehen, die sich dem Thema „Gesellschaftliche Teilhabe von Älteren“ widmete. „Das Ehrenamt muss Spaß machen und Freude bereiten“, waren sich die Teilnehmer einig. Dafür müssten aber Voraussetzungen geschaffen werden, was besonders im ländlichen Raum immer schwerer werde.

Vor den Diskussionen in den Arbeitsgruppen stellte der Leiter der Arbeitsgruppe Öffentlichkeits- und Medienarbeit des Bundesvorstandes, Carsten Ruhle, das neue Kommunikationskonzept der Volkssolidarität vor. Alle Teilnehmer sprachen sich am Ende der Beratung dafür aus, den Austausch von Erfahrungen und von guten Praxisbeispielen auszubauen. Verbandspräsident Dr. Friedersdorff betonte in seinen Schlussworten die wichtige Einheit von sozialwirtschaftlichem Beriech, Mitgliederverband und sozialpolitischer Interessenvertretung. „Wir haben das Potenzial, gemeinsam Nutzen für alle zu schaffen“, war er sich beim Abschied sicher.