Volkssolidarität


Bundesverband e.V.

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Niedrigrenten weit verbreitet

Auch vieljährig Versicherte sind betroffen

Der kürzlich von der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte Altersübergangs-Report zeigt auf, dass selbst unter den Rentner/-innen, die 30 oder mehr Jahre an rentenrechtlichen Zeiten aufweisen, fast jede/-r Vierte nur eine Niedrigrente erhält. Als Niedrigrente wird eine Rentenleistung bezeichnet, die maximal zehn Prozent über dem Grundsicherungsniveau liegt. Neunzig Prozent der Betroffenen sind Frauen.

Frauen sind besonders gefährdet

Als besondere Risikofaktoren für Niedrigrenten benennt die Studie niedrige Löhne, Teilzeitbeschäftigung und längere Erwerbsunterbrechungen, zum Beispiel aufgrund von Kindererziehung, Krankheit und Arbeitslosigkeit. Die typischen Erwerbsverläufe der Bezieher/-innen von Niedrigrenten unterscheiden sich jedoch nach Region. In den alten Bundesländern sind in besonderem Maße Frauen betroffen, deren Versicherungsverlauf von Kindererziehungszeiten und Teilzeit- bzw. Minijobs gekennzeichnet ist. In Ostdeutschland sind vor allem Menschen betroffen, die lange Zeit oder wiederholt arbeitslos waren.

Volkssolidarität fordert Gegenmaßnahmen

Für die Volkssolidarität steht fest: Wer langjährig versichert war oder Kinder großgezogen hat, muss im Alter gut leben können. Die sicherste Garantie für eine armutsfeste Rente sind gute Löhne und kontinuierliche Beschäftigung. Im europäischen Vergleich hat Deutschland jedoch einen sehr großen Niedriglohnsektor. Die Volkssolidarität fordert die Bundesregierung daher auf, den wachsenden prekären Arbeitsmarkt zu bekämpfen.

Aber auch rentenpolitische Reformen sind notwendig. Die Rente nach Mindestentgeltpunkten hat die Rentenansprüche vieler Geringverdiener/-innen deutlich verbessert. Allerdings wurde sie im Jahr 1992 abgeschafft. Die Volkssolidarität spricht sich dafür aus, dieses Modell als wirksame Maßnahme zur Bekämpfung von Altersarmut wiedereinzuführen.

Auch bei der Bewertung von Kindererziehungszeiten gibt es trotz den Verbesserungen durch das kürzlich beschlossenen RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetzes noch Handlungsbedarf. Kindererziehungszeiten werden weiterhin nicht einheitlich bewertet. Eltern von vor 1992 geborenen Kindern sind weiterhin benachteiligt, da sie pro Kind immer noch einen halben Entgeltpunkt weniger anerkannt bekommen. Ebenso kritisiert die Volkssolidarität, dass die Erziehungszeit von Kindern in den neuen Bundesländern aufgrund des niedrigeren Rentenwertes schlechter bewertet wird als im Rest der Bundesrepublik.   

Weitere Informationen:  

Die Stellungnahme der Volkssolidarität zu Referentenentwurf des RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetzes finden Sie hier