Volkssolidarität


Bundesverband e.V.

Foto: Claudius Pflug

Festveranstaltung zum 73. Jahrestag der Volkssolidarität

Ehrung ehrenamtlichen Engagements im Verband

Der Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff ehrte auf der Festveranstaltung zum 73. Jahrestag der Volkssolidarität am 20.10.2018 im Restaurant "Refugium" in Berlin Menschen, die sich für die Anliegen der Volkssolidarität beispielhaft einsetzen.

In seiner Festansprache bedankte sich Dr. Wolfram Friedersdorff bei den Ausgezeichneten für ihr besonderes Engagement und erinnerte an die gemeinsamen Werte der Volkssolidarität: „Ein Handeln Miteinander-Füreinander muss auf Werten basieren. Diese Werte hat die Volkssolidarität über Jahrzehnte gelebt, sie sind in ihrer Satzung und ihrem Leitbild verankert. Humanität und Menschenwürde, Frieden und Antifaschismus, Demokratie und Toleranz, diese drei Begriffspaare haben politische Positionen und tägliches Engagement der Volkssolidarität bestimmt.“

Gemeinsam gegen soziale Spaltung

Gemeinsames Handeln sei notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. In diesem Zusammenhang warnt der Präsident vor dem gesellschaftlichen Rechtsruck in Europa: „In ganz Europa erstarken nationalistische Strömungen, aus den abgehängten und mit Stellvertreterkriegen überzogenen Ländern fliehen die Menschen, fast 70 Millionen sind entwurzelt. In den westlichen Industrieländern wird Rassismus wieder hoffähig. In Deutschland ist die soziale Schere immer weiter auseinandergegangen. Der soziale Zusammenhalt im Land ist brüchig oder schon verschwunden. Davon zeugt die Zunahme der Armutsquote, davon zeugt der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten, davon zeugt die Segregation, die insbesondere in Ostdeutschland zu beobachten ist. Die Volkssolidarität hat sich aktiv gegen diese Tendenzen gestemmt, gemeinsam mit vielen anderen – den Sozialverbänden, den Wohlfahrtsverbänden, den Gewerkschaften.“

Soziales Engagement und sozialpolitische Verantwortung

Die Volkssolidarität zeige aber nicht nur soziales Engagement, sondern hat auch eine sozialpolitische Verantwortung, erklärt Dr. Wolfram Friedersdorff: „Im Miteinander und Füreinander wollen wir gesellschaftliche Entwicklungen in der Region, in den Ländern und in Deutschland beeinflussen und unsere Interessen vertreten. Das können wir aber nur als ein mitgliederstarker Verband, der vor Ort präsent ist und Anliegen der Menschen aufgreift.“ Besonders hob er die erfolgreichen Aktivitäten der Volkssolidarität für die Alterssicherung und die Zusammenarbeit der Generationen sowie die Angleichung von Lebensverhältnissen in Ost und West hervor. „Wir haben entschieden den Sozialstaat verteidigt, die Ungerechtigkeit und die wirtschaftliche Ineffizienz der derzeitigen Verteilung von Vermögen und Einkommen angeprangert, im Verbund mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband die Folgen wachsender Armut thematisiert. Aktivitäten der Volkssolidarität für die Rentenangleichung Ost-West, in der Pflegereform, die in den Sozialeinrichtungen des Verbandes jetzt umgesetzt wird, und vor allem in dem Bereich, der für die Volkssolidarität die ursprüngliche Basis ihres Wirkens darstellt: dem ehrenamtlichen Engagement im nachbarschaftlichen Raum. Gerade dieses Engagement werde in der Gesellschaft weiter gebraucht,“ erklärt der Verbandspräsident.

Volkssolidarität als sozialer Dienstleister

Dr. Wolfram Friedersdorff würdigte auch die Erfolge der Sozialeinrichtungen: „Etwa 400 Kitas, 65 stationäre Einrichtungen der Pflege, über 100 Sozialstationen und viele andere teilstationäre und Tagesstätten tragen das Logo der Volkssolidarität. Wir haben uns als Träger und Dienstleister inzwischen einen guten Ruf erworben. Das ist vor allem der Verdienst der Mitarbeiter/-innen und Leiter/-innen. Heute stehen wir mit unseren Einrichtungen vor neuen Herausforderungen.
Gemeinsam ist allen, dass der Mangel an Fachkräften spürbar wird. In den Kitas gilt es, die frühkindliche Bildung zu qualifizieren. In der Pflege gilt es, für die mit steigendem Durchschnittsalter der Bevölkerung einhergehende Steigerung der von Demenzen Betroffenen adäquate Betreuungsformen zu finden. Ich vertraue dabei auf die Kompetenz und die Innovationskraft in unserem Verband.“

„Mein Dank gilt all denen,“ so der Präsident weiter, „die den hohen Standard unserer Leistungen durch ihren persönlichen Einsatz gesichert haben. Denn wenn ich mich auch darüber beklagt habe, dass wir oft deutlich schlechter gestellt wurden als andere Sozial- und Wohlfahrtsverbände, so gab es andererseits auch Menschen, die das große Potential der Volkssolidarität schätzten und Bedingungen schufen, dass sie sich entfalten konnte.“

 

„Eine Volkssolidarität ohne Ehrenamtliche ist schlicht unvorstellbar,“ bekräftigt Vorstandsmitglied Dr. Eberhard Löhnert in seiner Dankesrede an die Ausgezeichneten. Er betont aber auch, dass „weiterhin viel Arbeit, gegenseitiges Vertrauen und solidarisches Miteinander notwendig sein werden, um bestehende Herausforderungen zu meistern.“ 

Für Ihr hervorragendes Engagement wurden durch den Präsidenten der Volkssolidarität ausgezeichnet:

Mit der Goldenen Solidaritätsnadel der Volkssolidarität
Dr. Heidi Knake-Werner, Landesverband Berlin
Dr. Eberhard Löhnert, Landesverband Berlin
Eberhard Schulreich, Landesverband Sachsen
Heidemarie Künzel, Kreisverband Bautzen
Elfriede Doberizsch, Stadtverband Chemnitz
Heinz Grießer, Kreisverband Pößneck
Christa Fleischer, Stadtverband Chemnitz
Marlies Bergmann, Kreisverband Rostock-Stadt
Gisela Hauke, Verbandsbereich Potsdam-Mittelmark
Ingrid Mälitz, Landesverband Berlin
Ingeborg Simon, Landesverband Berlin
Wilhelm Kammer, Landesverband Berlin
Dr. Ekkehard Schulz, Mittenwalde OT Motzen
Gisela Reich, Verbandsbereich Oderland
Gisela Pech, Verbandsbereich Oderland

Mit der Ehrenplakette der Volkssolidarität
Brigitte Knebel, Treptow/Köpenick, Landesverband Berlin
Gerda Subke, Treptow/Köpenick, Landesverband Berlin
Klaus Weiske, Volkssolidarität Grimmen-Stralsund e.V.
Hendrik Sommer, Verbandsbereich Uckermark
Ute Wydra, Kreisverband Gera e.V.

Mit dem Ehrenpreis der Volkssolidarität
Jugendweiheteam Südwest-Mecklenburg vertreten durch Geschäftsführer Holger Mieth
Birgit Bistrek "Die Lese-Omas" RV Altmark, Landesverband Sachsen-Anhalt
Jugendweiheteam der Volkssolidarität Uecker-Randow vertreten durch Geschäftsführerin Heike Nitzke
Horst Fiedler, KV/RV Lausitz, Landesverband Brandenburg
Kreativgruppe Hennigsdorf, Verbandsbereich Oberhavel, vertreten durch Elinor Ebel
Interessengruppe SUM vertreten durch Dr. Manfred Schulz, Verbandsbereich Oberhavel
Inge Bullmann, Kreisverband Bautzen

Mit Mitglieder werben Mitglieder
Lieljana Schwarzlose, Landesverband Berlin
Gustav Roß, Volkssolidarität Ücker-Randow, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern 

Der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff gratuliert den Ausgezeichneten sehr herzlich. Die Ehrungen wurden vorgenommen durch den Verbandspräsidenten und Jan Gaubert, den Referenten für Verbandsarbeit und Freiwilliges Engagement. Das Ensemble Esprit Berlin begleitete die Veranstaltung musikalisch, für magische Unterhaltung sorgte der Zauberer Fabian Schneekind.  

Fotos: Claudius Pflug