Volkssolidarität


KV Oder-Spree

Die Volkssolidarität in Eisenhüttenstadt

In der Nachkriegszeit 1945 entwickelte sich in Fürstenberg die Volkssolidarität. Die Not der Menschen war groß und der erste Nachkriegswinter stand vor der Tür.

Deshalb wurde im Herbst 1945 zur Hilfe gegen die Wintersnot und zu Rettungsaktionen für die Kinder aufgefordert, die am schlimmsten unter den Kriegsfolgen litten.

Am 24. Oktober 1945 rief man in Dresden zur breiten Volkssolidarität auf. Deshalb wurde dieser Tag zum Gründungstag der Volkssolidarität.

Die erste Hilfe galt damals den Kindern, den Vertriebenen, den Heimkehrern und den alten und kranken Bürgern.

 

In Fürstenberg war Frau Anna Körper die erste Vorsitzende der Volkssolidarität. Sie sammelte und verteilte Kleidung, ließ Suppen kochen und verteilte sie in der Schule. Sie richtete einen Kindergarten und eine Nähstube ein. Das Rote Kreuz, die Caritas und die Quäker unterstützten die Volkssolidarität mit Lebensmitteln.

In der Bahnhofstraße wurde von der Volkssolidarität eine Werkstatt aufgebaut, in der aus Kriegsschrott Bedarfsgüter hergestellt wurden. Frau Körper wurde von ihrer Familie unterstützt, aber auch von vielen Fürstenbergern und Bauern in der Umgebung. 1948 wurde in Fürstenberg eine erste Tagesstätte für alte Menschen eröffnet.

Diese solidarische Hilfe gab es auch in Woltersdorf, in Fürstenwalde und Müllrose. Überall im Bereich unseres Kreisverbandes wurde den Menschen geholfen, die unter den Folgen des Krieges litten. Dieses Einstehen für andere zieht sich seitdem durch die gesamte Entwicklung der Volkssolidarität.

 

In den 50er Jahren entwickelte sich die Volkssolidarität zu einer Massenorganisation. In den Dörfern entstanden Ortsgruppen und auch in Stalinstadt, das 1950 gegründet und 1961 in Eisenhüttenstadt umbenannt wurde.

Nun veränderte sich das umfassende Wirken der Volkssolidarität. Die sozialen Einrichtungen wurden verstaatlicht. Aus der ehrenamtlichen Betreuung von Hilfebedürftigen aller Altersgruppen, wurde die ausschließliche Betreuung älterer Menschen in den Wohnbezirken. Es entstanden Klubs, die Patenschaften mit den Großbetrieben hatten. Hier gab es auch ein preiswertes Mittagessen.

 

Mit der Wende wandelte sich die Volkssolidarität. Im Jahre 1991 wurde sie zu einer gemeinnützigen Wohlfahrtsorganisation unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die Hauptarbeit wird ehrenamtlich in den 24 Ortsgruppen geleistet. Der Kreisverband Oder-Spree hat fast 1650 Mitglieder. In der Kreisgeschäftsstelle werden alle Verwaltungs- und Organisationsaufgaben erledigt.

 

Der Veränderungsdruck führte die Volkssolidarität wieder zu ihren Wurzeln zurück. Sie ist offen für alle Generationen. Und unser Wunsch ist es, dass wir durch unsere Angebote erreichen, dass sich auch Jüngere unserer Organisation anschließen.