Volkssolidarität


VB Lausitz

Die „Räuberleiter“ auf dem Tennisplatz

Mentoren begleiten Schulabgänger auf dem Weg ins Berufsleben

Wie gut es tut, wenn man auf dem Weg in die Berufswelt einen erfahrenen Mentor an seiner Seite hat, erfahren jedes Jahr Jugendliche aus Spremberg beim Projekt „Räuberleiter“.
Spremberg. Seit September 2013 können Schüler der 9. Klasse mit Hilfe von Ausbildungspaten ihre Berufung finden und den Schritt in die Arbeitswelt machen. Die 1:1-Betreuung wird vermittelt durch die ASG Spremberg GmbH und die Freiwilligenagentur Spremberg.

 

 

Derzeit gibt es acht Mentoren, die sich der Aufgabe stellen, Jugendlichen bei der Berufsorientierung zu helfen. Wie finden die Jugendlichen und ihre Begleitpersonen zueinander? Meist ist es die Schule oder die Eltern, die einschätzen, ob kompetente Hilfe angezeigt ist. Die Schüler und Mentoren sehen sich dann erstmalig im Rahmen eines Speed-Datings. Man stellt sich gegenseitig vor und stellt fest, welche Kombination passt. Dann geht es an den Beziehungsaufbau. Die Mentoren haben dabei vor allem die Aufgabe, das Selbstwertgefühl ihrer Schützlinge zu stärken, sie zu motivieren und ihnen bei der Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen zu helfen. Dass sie dabei auch Durchhaltevermögen brauchen und mitunter selbst motiviert werden müssen, weil der Schüler eben nicht so mitzieht, wie man es sich wünscht, ist den Projektleitern klar. Deshalb wird die „Räuberleiter“ unterstützt von einem Choach. In Spremberg ist es die Psychologin Karin Kluge. Sie führt zu Beginn auch die einwöchige Mentorenschulung durch. Nicht immer klappt es so wie bei Klaus-Dieter Gemeinhardt und Joey Hauswald. Hier hat die Chemie zwischen Mentor und Schüler von Anfang an gestimmt. Joey hatte ein Ziel – die Ausbildung als Industriemechaniker bei Vattenfall. Doch diese Ausbildungsplätze sind begehrt und werden vor allem an die Bewerber mit den besten Noten vergeben. Durch das Mentorenprogramm konnte Joey auf einem anderen Weg sein Ziel erreichen. Sein Mentor, der selbst bei Vattenfall beschäftigt war, wusste genau, wo er wegen eines Praktikums nachfragen musste. Hier konnte er sich bewähren und zeigen, wie ernst es ihm war mit dem Berufswunsch. Dass Joey die Beratung gut angenommen hat, war für seinen Mentor ein Gewinn. „Es hat Spaß gemacht und auch mir selbst viel gegeben. Man bekommt eine neue Sicht auf die eigenen Enkel“, erzählt Klaus-Dieter Gemeinhardt. Darum hat er nach Joey gleich den nächsten Schüler angenommen. Dieser wird seine Lehre im Sprela-Werk beginnen. Auch hier hat der Einstieg über ein Praktikum funktioniert.

Ganz zwanglos treffen sich Mentoren und Schüler zudem zweimal im Jahr – einmal zum Bowling in der Weihnachtszeit und einmal zum Ende des Schuljahres auf dem Tennisplatz. Das hat auch in diesem Jahr wieder Hans-Joachim Petrick von der SG Einheit Spremberg organisiert. Nach diversen Ballübungen, die allen Spaß gemacht haben, gab es noch ein Picknick unter den schattigen Bäumen an der Tennisanlage auf dem Schomberg.

Im Übrigen werden nach wie vor Mentoren für das Projekt gesucht. Interessenten können sich bei der Freiwilligenagentur Spremberg unter Telefon 03563/ 6090321 melden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Bild & Text: Carola Krickel)