Volkssolidarität


RV Mittelthüringen e.V.

Bleibende Eindrücke

Syrische Gäste bei der Volkssolidarität

In der Begegnungsstätte am Ringelberg fand im Rahmen der interkulturellen Woche mit dem Seniorenbeirat ein bewegender Nachmittag statt  Erfurt.

Typisch Kindergärtnerin: „Eigentlich habe ich nur meine Arme ganz weit aufgemacht“, sagt Erika Rückert. Und seither ist sie die Paten Oma der syrischen Familie Barrawi mit ihren sechs Kindern zwischen 6 und 14 Jahren. Sie alle sprechen Deutsch und konnten so einen Teil ihres Schicksals erzählen. Die Mutter beginnt mit einem freundlichen „Hallo“ in die große Runde, denn der Raum der Begegnungsstätte Ringelberg  ist an diesem Montagnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt. Aus allen Stadtteilen und von vielen Ortsgruppen der Volkssolidarität sind Besucher gekommen, dazu vom Mitorganisator Seniorenbeirat die Vorsitzende Gudrun Stübling, José Paca als Vorsitzender des Erfurter Ausländerrates und Petra Eweleit vom Projekt „Fremde werden Freunde“ mit arabischen Dolmetschern.

Frau Alshalabi skizziert  kurz  die Fluchtroute vom Libanon über Griechenland,  Mazedonien und Serbien, die sie mit ihren drei Kindern bewältigt hat.

Herr Barrawi flüchtete gleichfalls mit drei Kindern, kam von Ägypten übers Meer nach  Italien. Es waren viele Kinder auf dem überladenen Schiff. Und immer wieder dankt er Deutschland für die Aufnahme.

Beide Ehepartner haben persönliche schwere Schicksalsschläge hinter sich.

In Erfurt war zunächst die Gemeinschaftsunterkunft im Rieth ihre Zuflucht. Und dort meldete sich auch Erika Rückert, ob sie helfen könne. Der Sozialarbeiter empfahl:  Gehen Sie von Zimmer zu Zimmer und entscheiden Sie selbst. Als sie auf die Kinder traf, „machte ich nur meine Arme auf“, sagt sie bescheiden. Und ist seither mit der Großfamilie, die sich neu zusammenfand,  aufs engste verbunden.  Sie half ihr  bei der Suche nach Wohnung und  Kindergartenplatz, beim Einrichten, bei der Einschulung, bei den Hausaufgaben.  Und sie ist eine geduldige Zuhörerin.

Was für eine schöne und historisch geschichtsträchtige Heimat die Fliehenden verlassen mussten, zeigte eine Power-Point-Präsentation über Syrien, die Petra Eweleit von einem einstigen Studenten aus dem Projekt „Fremde werden Freunde“ erstellt bekam, auch wenn Mohammed selbst den Vortrag vor so vielen Menschen nicht moderieren wollte. Das übernahm  eine junge Syrerin aus Dara, die seit zwei Jahren in Erfurt lebt, die Thomas-Mann-Schule besuchte, jetzt auf ihren Ausbildungsstart als Zahntechnikerin wartet. Auch sie war mit Familie gekommen.

Und an den eingedeckten Tischen im Raum saßen weitere Flüchtlingsfamilien mit ihren Erfurter Paten, erläuterte herzlich Ingeburg Hornung, die durch den Nachmittag führte, sich engagiert um die umfassende Organisation gekümmert hatte. Dazu gehörte auch ein abschließendes Buffet aus irakischer Küche mit herzhaften arabischen Speisen von Falafel bis gefüllten Gemüse und süßem Fettgebäck. Der voll beladene Servierwagen war dicht umlagert und viele der Senioren zeigten sich kulinarisch-weltoffen, sparten nicht mit Lob an die Köchin.

Derweil machte eine Spendenbox die Runde über 120 Euro kamen zusammen für einen Herbstferienausflug in den Hainich für Familie Barrawi. René  Müller von der Volkssolidarität nahm die Summe zunächst entgegen,  wird den Ausflug mit einem Kleinbus des VS mit organisieren.

Beschenkt aber fühlten sich alle Teilnehmer des Nachmittags.

Die Moderation übernahm Frau Hornung, eine Ortsgruppenvorsitzende im Regionalverband Mittelthüringen e. V.

Die Volkssolidarität Erfurt und der Seniorenbeirat der Stadt Erfurt bedanken für das gute Spendenergebnis.