Volkssolidarität


RV Freiberg e.V.

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„Das ist für uns eine große Freude“

Der Rotary-Club Freiberg übergibt Fußball-Trikots und Fußballschuhe an zwölf minderjährige Flüchtlinge – Der FC UMA Zug (unbegleitete minderjährige Asylbewerber) spielt gegen die A-Jugend des Oederaner SC 1:4. (80 Minuten wurde gespielt.)

Oederan. Die Augen der zwölf unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge haben gestrahlt als Christiane Babatz vom Rotary-Club Fußball-Trikots und Fußballschuhe an die Jugendlichen überreichte. „Das ist einfach genial. Wir haben ja nicht so viel Kleidung. Wir können die Trikots und Fußballschuhe nun immer zum Fußball spielen nutzen“, freute sich Mahdi. Die Jugendlichen wohnen im Internat der Landwirtschaftsschule in Zug und haben sich in der Region Freiberg schon ganz gut eingelebt. Zurzeit besuchen sie die Berufsschule „Julius Weisbach“ in Freiberg und haben neben der Silbermann-Orgel im Dom schon einiges in Freiberg kennen gelernt. „Es macht uns große Freude zu sehen, wie sich die Jungen über die gesponserten Trikots freuen“, sagte  Christiane Babatz vom Rotary-Club Freiberg.

Mit der neuen Fußballkleidung konnten die Jungen gleich zu einem Freundschaftsspiel gegen die A-Jugend des Oederan SC antreten, welches vom Lokalen Aktionsplan des Landkreises Mittelsachsen gefördert wurde. „Wir wollen hier ein gutes Spiel abliefern und natürlich gewinnen“, schmunzelte der Trainer des FC UMA Zug, Marcel Kluge, der selbst beim Oederaner SC spielt und die Veranstaltung organisierte. In der ersten Halbzeit war es ein ausgeglichenes Spiel, wobei Oederan in der 20. Minute durch einen schön herausgespielten Konter mit 1:0 in Führung ging. Die UMAs ließen sich aber nicht hängen und kamen in der 23. Minute durch einen Schuss von Reza zum Ausgleich. Die Gastgeber konnten dann aber ihre Routine zeigen und gingen in der 28. Minute erneut in Führung. In der zweiten Hälfte zeigte sich dann, dass Oederan konditionell besser drauf war. „Wir spielen und trainieren sonst nur auf einem kleinen Fußballfeld. Das merkte man dann, denn die Kräfte unserer Jungs ließen enorm nach“, stellte Trainer Kluge fest. So trafen die Kicker des Oederaner SC dann in der 60. Minute zum 3:1 und zum letztlichen 4:1 Endstand kurz vor Schluss in der 75. Minute. „An Kampfgeist hat es uns heute nicht gefehlt. Die Oederaner waren konditionell und technisch einen Tick besser“, resümierte Ghadir, Kapitän des FC UMA Zug. Abschließend wurde noch ein Elfmeterschießen durchgeführt. Es war ein faires und packendes Spiel.

„Wir sind stolz auf unsere Jungs. Die Fußballtrikots werden wir in Ehren halten. Wenn unsere Jugendlichen weiter so fleißig trainieren, werden wir das nächste Mal sicher besser abschneiden“, so Angela Gronwaldt, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Regionalverband Freiberg. Die Volkssolidarität ist verantwortlich für die Betreuung der minderjährigen Flüchtlinge. „Da nicht alle unsere Jugendlichen spielen konnten, wurden wir noch von drei Jungs vom CJD unterstützt. Außerdem spielten zwei Mitarbeiter der Volkssolidarität mit“, berichtete Gronwaldt abschließend.

Text: Ronny Staude

 

 

„Freiberg ist entstanden durch den Silberbergbau“

Junge Flüchtlinge lernen Stadtgeschichte kennen und besuchen im Kornhaus die Stadtbibliothek.

Warum ist Freiberg Bergstadt? Wie ist Freiberg entstanden? Mit diesen Fragen haben sich die minderjährigen Flüchtlinge am Donnerstag beim Besuch des Kornhauses beschäftigt. Andreas Schwinger, Freibergs Kulturamtsleiter, brachte den Jugendlichen die Geschichte Freibergs näher, wobei die Jungen staunten, dass Freiberg so eine lange und prägende Geschichte hat. „Freiberg ist entstanden durch den Silberbergbau. Die Bergleute haben das Silbererz quasi auf dem Erdboden gefunden. Diese Geschichte des Silberbergbaus prägt

auch heute noch die Stadt. Firmen wie Wacker Siltronik, Deutsche Solar und FCM wären heute unvorstellbar ohne den Bergbau. Auch die Technische Universität Bergakademie Freiberg ist durch den Bergbau hervorgegangen“, berichtete Andreas Schwinger.

Die Flüchtlinge, die seit Februar 2016 im Internat der Landwirtschaftsschule in Zug wohnen, staunen besonders über das pompöse Kornhaus, in welchem sich auch die Stadtbibliothek Freiberg befindet. „Das ist schon ergreifend, wenn man hört, dass

Freiberg schon vor über 800 Jahren entstanden ist“, sagte Safdar.

Als die Jugendlichen in die Bibliothek kamen und Karla Grießbach, die Leiterin der Stadtbibliothek, die Einrichtung vorstellte, zeigten sich die Flüchtlinge interessiert und wollen sich nun gleich anmelden, um die zahlreichen Bücher zu studieren. „Gibt es ein Buch über Afghanistan“, fragte Yassin. Die jungen Afghanen müssten erst eine Aufenthaltsgenehmigung haben, um Bücher auszuleihen. Lesen könnten sie hier jederzeit, meinte Grießbach abschließend.

Text/ Bilder: Ronny Staude