Volkssolidarität


Riesa-Großenhain e.V.

Die Entstehung des Altenpflegeheimes Glaubitz

Das Gebäude, ein altes Schloss, in dem sich das Alten- und Pflegeheim Glaubitz bis 2004 befand, wurde 1715 bis1732 durch Hans Adam Freiherr von Seyfferitz als Herrenhaus des Rittergutes Glaubitz errichtet.

1945 veränderte die Durchführung der Bodenreform auch das Gesamtbauwerk des ehemaligen Rittergutes hinsichtlich der Gestaltung und der Nutzung. Als Altenpflegeheim wurde das ehemalige Schloss von 1980 bis 2004 genutzt.

1996 fand ein Trägerschaftswechsel zwischen der Gemeindeverwaltung Glaubitz und der Volkssolidarität Kreisverband Riesa - Großenhain e.V. statt.Bald genügte das Gebäude den modernen baulichen Ansprüchen nicht mehr und es wurde beschlossen, auf dem Gelände ein neues, komfortables Heim zu errichten.

Im Juni 2004 war es dann soweit. Die Bewohner und das Personal konnten das neue Gebäude mit 55 Pflegeplätzen beziehen.

Die Geschichte des Schlosses Glaubitz

Seinen Ursprung hat Glaubitz in einer slawischen Siedlung.Mündliche Überlieferungen deuten auf eine Wasserburg hin, die sich hier befunden haben soll.Im Winter 928 eroberte König Heinrich I. mit seinem Heer die Slawenburg Gana, in der Nähe von Stauchitz. Nach dem damaligen Brauch erhielten deutsche Ritter die herrenlosen Slawendörfer als Geschenk. Auch das Rittergut Glaubitz dürfte auf diese Weise entstanden sein. Als ältest genannter Eigentümer erscheint am 18. März 1275 der Ritter Berthold von Glaubitz als Urkundenzeuge. Bis nach der Jahrhundertwende blieb das Anwesen in den Händen der Familie von Glaubitz.

 

Bernhard von Kamenz besaß das Gut von 1303 bis 1367. Von da an war Hermann von Polenz der Besitzer, gefolgt von Poppe von Köckeritz zu Glaubitz im Jahre 1408 und der Familie von Schleinitz 1464. Die längste Zeit dürfte das Gut im Besitz der Familie von Truchsess gewesen sein. Von 1485 bis 1639 gehörte ihnen das Rittergut Glaubitz. Schlossherr Hans Adam Freiherr von Seyfferitz ließ von 1715 bis 1732 die Wirtschaftsgebäude sowie das Herrenhaus neu errichten.

Überliefert ist, dass Johann Gottfried Perl und seine Nachkommen von 1767 bis 1896 dieses Gebäude zum Schloss umbauen ließen. In den Jahren von 1907 bis 1909 entstand der Anbau des Westflügels einschließlich des Schlossturmes. Zu dieser Zeit war das Rittergut im Besitz der Familie Theodor Bienert.

1945 wurden die Wirtschaftsgebäude teilweise abgebrochen und auf dem Grundstück Siedlerwohnungen gebaut. Das ehemalige Schlossgebäude baute man als Heim für die Opfer des Naziregimes um. Ab 1954 wurde das Gebäude vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund der DDR als Genesungsheim und Heim für Schonkost genutzt. Als Diätsanatorium betrieb der Rat des Bezirkes Dresden das Gebäude ab 1957. Als innere Abteilung gehörte das Altenheim Glaubitz von 1967 bis 1972 zum Kreiskrankenhaus Riesa. Der Rat des Kreises Riesa unterhielt ab 1972 im Schlossgebäude ein Feierabend- und Pflegeheim.

 

Am 1. Juni 1990 wechselte dieses Heim in die Rechtsträgerschaft der Gemeinde Glaubitz. Der Volkssolidarität Riesa-Großenhain e. V. übernahm das Alten- und Pflegeheim am 1. März 1996 in freie Trägerschaft.

Nach der Fertigstellung des Ersatzneubaus der heutigen "Schlossresidenz Glaubitz" 2004 wurde das Schloss rekonstruiert und 2005 seiner Nutzung als Geschäftsstelle und Wohngebäude übergeben.