Volkssolidarität


RV Magdeburg-Jerichower Land

Eigentlich wollte sie ja Musik studieren, doch dazu kam es dann nicht

Sie liebt klassische Musik, Bücher, Blumen, vor allem aber Menschen - Rosemarie Schäfer, die Ortsgruppenvorsitzende aus Stadtfeld.

Es war ja Krieg. Ihre alte Heimat in der östlichen Mark Brandenburg (heute polnisches Gebiet) musste sie verlassen und kam 1945 gemeinsam mit ihrer Familie mit dem Treck nach Halle. Dort begann sie dann eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Ihre vielfältigen musischen Talente konnte sie in ihrem Beruf gut anwenden. Bis 1971 leitete sie den Kindergarten der Deutschen Reichsbahn in Magdeburg und arbeitete dann als Referentin im Bereich Volksbildung. Da sie selbst keine Kinder hatte, schenkte sie den ihr anvertrauten Kleinen ihre ganze Aufmerksamkeit und Liebe.

Dann starb vor 15 Jahren ihr Mann, fast gleichzeitig verlor sie ihre Mutter und ihre Schwester. Eine schwere Zeit für Rosi Schäfer. Sie fiel erst einmal in ein tiefes Loch.

Da kam 1992 die Volkssolidarität, deren Mitglied sie schon seit 1961 ist. Man bat sie, den Vorsitz der Ortsgruppe 312 zu übernehmen. Rosi sagte zu und hat seitdem eine dankbare und anspruchsvolle Aufgabe. In unermüdlicher Kleinarbeit gelang es ihr, weitere Helfer zu gewinnen. Jetzt hat sie 14 Ehrenamtliche um sich geschart, die mit ihr gemeinsam eine ganz hervorragende Ortsgruppenarbeit leisten. Rosi Schäfer ist stolz auf ihre Helfer (auch drei Männer sind dabei). Sie sind allesamt fleißig und rührig, kümmern sich um Kassierung, Einladungen, Geburtstage Nachbarschaftshilfe und Krankenbesuche und helfen ihr, die monatlichen Gruppenversammlungen oder Fahrten zu organisieren.

Rosis Ortsgruppe ist 140 Mitglieder stark. Hier wird Bildung groß geschrieben. Interessante Vorträge stehen auf dem Programm, aber auch Buchlesungen und Theater. Natürlich gibt es auch Faschings- und Sommerfeste ebenso Weihnachtsfeiern und den Plausch bei Kaffee und Kuchen, aber eben nicht nur.

Auch an Rosis Gruppe ist der "biologische Schwund" nicht vorbeigegangen. Aber sie versteht es, gemeinsam mit ihren Helfern immer wieder neue Mitglieder zu gewinnen und so die altersbedingten Rückgänge auszugleichen.

Eines Tages wird Rosi Schäfer einen Nachfolger gefunden haben, der ihre Arbeit weiterführt. Aber ganz wird die Volkssolidarität sie nie loslassen, denn hier hat sie mit Menschen zu tun und - sie liebt die Menschen, die Kinder wie die Senioren.